Pater Norman wird verabschiedet

Insgesamt vier Abschiedsgottesdienste feierte der beliebte Kaplan der Pfarreiengemeinschaft Schwabmünchen, Pater Norman, an diesem Wochende.
 
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Groß schenkte Pater Norman ein Spätzlesieb zur Erinnerung und bedankte sich für die wertvolle gemeinsame Zeit.
Schwabmünchen
Mit je einem Gottesdienst in allen drei Pfarreien der Pfarreien-Gemeinschaft Schwabmünchen am Sonntag und der Messe in der Krankenhauskapelle am Abend zuvor wurde Kaplan Pater Norman D´Souza feierlich verabschiedet. Im Anschluss an die Abendmesse in der Pfarrei St .Michael in Schwabmünchen konnten sich die Gläubigen bei einem Sektempfang persönlich von ihrem Kaplan zu verabschieden. Pater Norman wird zum 1. September als Pfarrer die Stelle in Nordendorf antreten.
Stadtpfarrer Christoph Leutgäb und Diakon Winfried Eichele feierten den Abschieds-Gottesdienst zusammen mit Kaplan Pater Norman D´Souza. Der Jugendchor unter Leitung von Stefan Wagner übernahm die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe mit Liedern in englischer und deutscher Sprache. Das letzte Musikstück sangen sie vom hinteren Teil der Kirche zum Auszug.
Die Predigt hielt Stadtpfarrer Leutgäb. „Einer ist keiner!“ Diesen Ausspruch wollte er hinterfragen. Bei den Attentaten in München und Nizza habe ein Einzelner doch sehr viel Unheil angerichtet. Er glaube, dass jeder Einzelne sehr wichtig sei. Auch in der Lesung habe Abraham mit Gott gerungen, die Städte Sodom und Gomorrha nicht zu vernichten, sollten sich zehn Gerechte finden. Auf seine Fürsprache sei Lot mit seiner Familie gerettet worden. Wie viele Einzelne gäbe es in der Geschichte, die die Welt verändert hätten, wie Moses, David, Franz von Assisi sowie Mutter Theresa und Gandhi.

Pater Norman hat in einem Jahr mit seiner Herzlichkeit viel bewegt

Heute müsse er einen verabschieden, der in dem einen Jahr, in dem er hier Kaplan war, viel bewirkt, bewegt und getan hat - durch sein Dasein, Zuhören, seine wunderbare Gabe, in der Stille zu wirken. Stadtpfarrer Leutgäb dankte ihm: „Vergelt´s Gott“ für all das Gute, das du getan hast!“ Die Gottesdienstbesucher klatschten lange Beifall. Stadtpfarrer Leutgäb stellte an jeden Einzelnen die Frage, wo sie oder er denn Verantwortung für die Welt oder die Gesellschaft übernehme. Nicht jeder sei ein Held, aber er könne wahrnehmen, wo in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis Not herrsche. Er rief dazu auf, für die Verantwortlichen in der Politik und für den Frieden zu beten, für die Opfer und Angehörigen des Amoklaufs und für die Verrückten, die in Facebook und Twitter erschreckende Texte verbreiten. Stadtpfarrer Leutgäb bot an, am Dienstagabend in der Pfarrkirche zwischen 19 und 20 Uhr intensiv für diese Anliegen zu beten.
Der Sektempfang fand im Freien vor dem Pfarrzentrum statt. Zahlreiche Gottesdienstbesucher jeden Alters waren noch dageblieben, um Pater Norman persönlich Lebewohl zu sagen. Der Pfarrgemeinderat hatte den Stehempfang organisiert. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Michael Groß, zehn Mitarbeiterinnen des Kindergottesdienstkreises und Stadtpfarrer Leutgäb bedankten sich mit kleinen Geschenken, die die Vorlieben ihres scheidenden Kaplans berücksichtigten. Er erhielt Utensilien zum Kochen, Wärmendes für den nächsten Winter, besondere Tees und eine bunte Lichterkette für den Christbaum. Pater Norman betonte, dass er sich in der Pfarreien-Gemeinschaft sehr wohl gefühlt habe und die Menschen ihm ans Herz gewachsen seien. Von Fremden zu Freunden seien sie geworden, auch durch das herzliche „Grüß Gott“ zu Beginn der Heiligen Messe. Pater Norman lud alle ein, ihn in seiner kleinen Küche zu besuchen und wollte auch indisch für seine Gäste kochen.

Auch der neue Kaplan kommt aus Indien

Wie Stadtpfarrer Leutgäb bekannt gab, werde Pater Norman im August für vier Wochen in seine Heimat reisen. Der neue Kaplan, der ab Schuljahresbeginn in der Pfarreien-Gemeinschaft Schwabmünchen tätig sein wird, sei Vinzentiner-Pater Ajesh Thundatil. Er kommt aus Kerala in Indien und wurde 2015 zum Priester geweiht.
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