Pest war Anlass für 300 Jahre Wallfahrt

Am Ziel in Andechs empfing die Wallfahrer der Mesner, um sie mit Weihwasser zu besprengen.

Schwabmünchner pilgern seit mehr als drei Jahrhunderten auf den Heiligen Berg

Bis zu zweihundert Personen waren an der dreihundertsten Wallfahrt nach Andechs unterwegs: zu Fuß von St. Ottilien oder von Herrsching aus, mit dem Fahrrad ab Schwabmünchen, mit Bus oder Auto. Kinder und Jugendliche reisten in einem eigenen Familienbus zusammen mit Begleitpersonen. Und das Wetter spielte mit - es war zwar kalt, aber sonnig und die Schneereste vom Vortag schmolzen bald dahin.
Vor mindestens dreihundert Jahren hatte die Pfarrei Schwabmünchen begonnen, nach Andechs zu pilgern, Anlass war eine Pest-Epidemie. Seit 1717 steht in der Wallfahrtskirche eine große verzierte Kerze, die die Schwabmünchner bei ihrer Fußwallfahrt, die damals noch zwei Tage dauerte, mitgebracht hatten und die immer beim Wallfahrts-Gottesdienstes der Schwabmünchner Pfarrei angezündet wird. Der Pastoralrat hatte für das Jubiläum das Thema gewählt "Wider die Pest des Unfriedens". Anlässlich des Jubiläums war eine neue Kerze in Auftrag gegeben worden, die dieses Thema übernahm und Unheiliges in der heutigen Zeit darstellt.

Für Erwachsene und Jugendliche wurde ein eigenes Programm angeboten

Mit Mikrofon, das Kreuz voraustragend, wanderten die Erwachsenen betend und meditierend auf den Heiligen Berg. Gemeindereferentin Gudrun Schraml hatte ein eigenes Programm für Kinder und Jugendliche zusammengestellt: Auf dem Weg durchs Kiental gab es drei Stationen, bei denen ein kurzes Bibelwort vorgelesen wurde und die Themen Friede in den Familien, in Schule und Freizeit und in der Welt zur Sprache kamen. Während des Aufstiegs gesellten sich die Rad-Wallfahrer zu den beiden Gruppen, die zu Fuß unterwegs waren.

Neue Wallfahrtskerze wird entzündet

Um zehn Uhr begann der festliche Gottesdienst zum Jubiläum, der vom Kirchenchor St. Michael und dem Orchester "Capella St. Michael" festlich umrahmt wurde. Die mitgebrachte neue Wallfahrtskerze wurde gesegnet und wird künftig zusätzlich zu der vor dreihundert Jahren von Schwabmünchen gestifteten Pilgerkerze in Andechs bleiben.
Nach der Heiligen Messe stand einer Stärkung im Bräustüberl nichts mehr im Weg. So mancher genoss eine Halbe Bier oder die Tasse Kaffee unter freiem Himmel. Die Wallfahrt endete mit der Dankandacht und dem Segen um 13 Uhr.
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