Reparieren statt wegwerfen

Die Fahrradwerkstatt des Repair Cafés befindet sich im Freien und wird von Helmut Rettenmaier und Gerhard Spatz (von links) betrieben. Im Hintergrund findet die Anmeldung statt.
 
Im 2. Stock des Jugendzentrums werden Elektrogeräte repariert.

Bund Naturschutz und Kolping betreiben ein Repair Café

Schwabmünchen Seit dem Jahr 2014 arbeiten Kolpingfamilie und Bund Naturschutz zusammen und bringen die mitgebrachten Gegenstände der Besucher des Repair Cafés wieder in Ordnung. Bei Nieselwetter und angesagtem Starkregen machten sich diesmal nicht so viele Menschen auf den Weg ins Café Länz im Jugendzentrum. Tanja Stuhler, Organisatorin und Ansprechpartnerin, hatte schon ganz andere Nachmittage erlebt. Beim neunten Treffen im September kamen neununddreißig „Kunden“, am besten Repair Café bisher waren es sechzig. Den Erlös aus den Spenden erhielt diesmal der Bund Naturschutz.
Trotz leichten Regens fand der Empfang der Besucher im Freien statt. Andrea und Birgit händigten einen gelben „Laufzettel“ aus. Darauf stand eine Nummer, es war angekreuzt, was mitgebracht wird und vermerkt, was zu machen ist. Ein Blatt musste unterschrieben werden, dass keine Haftung übernommen wird. Damit ging´s ins Jugendzentrum. Koya nahm den gelben Zettel entgegen und rief dann auf, falls der Kunde warten musste. Elektrogeräte wurden im 2. Stock repariert, Kleidung ausbessern erledigten Sandra Wanner und Luise Wild im Erdgeschoß, ebenfalls im Café erklärte Tim Stuhler für Senioren, wie ihr Handy funktioniert. Fahrräder reparierten Gerhard Spatz und Helmut Rettenmaier im Freien unter einem Pavillon. In der ersten Etage fand das „Kinder-Upcycling“ statt. Kolping-Mitglieder bastelten mit den Kindern Papier-Girlanden. Beim letzten Mal hatten sie die Deckel von Marmeladengläsern bemalt.

Wer warten muss, kann einen Kaffee trinken.

Lange Wartezeiten gab es an diesem Tag nicht. Selbst bei großem Andrang hätten die Besucher längstens eine halbe bis eine dreiviertel Stunde warten müssen, meinte Tanja Stuhler. Die Zeit konnten sich die Leute im Café vertreiben. Marianne, Christa und Claudia standen hinter der Theke und reichten ihnen Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Der kleine Spendentopf wurde von dankbaren Kunden und Gästen des Cafés reichlich gefüttert. Eine Gruppe Asylanten aus Afghanistan und ein Ehepaar aus Syrien nahmen in einer Sitzecke Platz. Helmut Stapf vom Bund Naturschutz hatte sie eingeladen. Üblicherweise hätten sie Live-Musik, doch heute bediene Tom das Mischpult und sorge für Unterhaltung, erklärt Stuhler. „Zu uns kommen alle Altersgruppen, Kinder, Senioren, sie kommen bis aus Augsburg, aber auch aus den Stauden und vom Lechfeld. Wir haben richtige Stammkunden, die jedes Mal da sind. Und manche schauen einfach vorbei, um unter die Leute zu kommen. Immer wieder kommen nette Gespräche zustande, es unterhalten sich Menschen, die sich gar nicht kennen.“ Sie freut sich, dass Schüler jederzeit bereit sind mitzuhelfen. Das Alter der „Experten“ reiche von Jonas mit seinen sieben Jahren bis zum ältesten Helfer mit siebzig. Sogar das Katholische Fernsehen und Radio Augsburg hätten vorbei geschaut.

Die Leute sind mit der Arbeit zufrieden.

Auf die Frage, was denn so gebracht werde, berichtet Tanja Stuhler: Garten- und Küchengeräte, Wäsche ausbessern oder eine Nähmaschine erklären, aber auch eine Nebelmaschine reparieren oder die Platine eines Garagentors. Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv. Eine Frau hatte ein Knopfakkordeon reparieren lassen, bekam danach aber Probleme mit dem Ein-und Ausziehen. Sie versuchte es noch ein paarmal, dann ging es schon besser.
Sandra hatte eine Weste enger zu machen. Die Kundin hatte auch gleich den passenden Faden dabei. Die Weste wurde abgesteckt, genäht und versäubert. Jetzt kann die Besucherin das gute Stück wieder tragen. Sandra war für Frau Helms eingesprungen, die bereits von Anfang an das Team vom Repair Café unterstützt hatte und heute auf einem Klassentreffen war. Sie habe sich gefreut, als Tanja Stuhler sie gefragt habe, ob sie mitmachen wolle. Sie hatte die Aktion schon lange verfolgt und fand die Idee einfach toll. Vielleicht ist sie beim nächsten Repair Café am 15. Oktober wieder dabei.
Tanja Stuhler würde sich auch über neue Mitarbeiter freuen. Sie ist über Telefon 08232/78019 zu erreichen.
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