Schwabmünchen: Kein Schnaps zum Faschingsumzug

Noch im vorigen Jahr gehörte das "kleine" Schnäpschen zum gewohnten Bild beim Schwabmünchner Faschingsumzug. In diesem Jahr ist hochprozentiges verboten.

Schwabmünchen Alkohol und Fasching. Zwei Begriffe, die in gewisser Weise miteinander verbunden sind. Solange der Umgang, vor allem mit dem Hochprozentigen, weitgehend verantwortungsbewusst ist, halten sich auch die Probleme in Grenzen. Doch genau diese wurden im Vorjahr massiv überschritten, daher hat Schwabmünchen nun reagiert - in Form eines Schnapsverbotes beim Faschingsumzug.

Was im vorigen Jahr im Umfeld des Schwabmünchner Faschingsumzuges passierte, war bis dahin einmalig. Unzählige betrunkene Jugendliche sorgten für Probleme. Viele waren wohl schon vorher auf einem anderen Umzug, kamen schon angetrunken nach Schwabmünchen. Vor allem ein Supermarkt in der Gartenstraße sollte als Nachschublieferant dienen. Dort ging es drunter und drüber, am Ende wurde der Laden von der Polizei vorübergehend geschlossen.
Um dies in Zukunft zu verhindern, hat die Stadtverwaltung eine "Verordnung für den Faschingsdienstag" dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt. Diese verbietet unter andrem Verkauf, Verteilung und Genuss von Branntwein und branntweinhaltigen Getränken im Umfeld des Umzuges. Ausgenommen davon sind die Räumlichkeiten von Gaststätten. Ebenso untersagt ist das Mitbringen von Waffen oder Gegenständen, die als Waffe oder Wurfgeschoss missbraucht werden könnten. Weithin sind Gas- oder Pfefferspraydosen sowie ätzende oder färbende Substanzen, wie auch Pyrotechnik nicht erlaubt. Wer erkennbar und Alkohol- oder Drogeneinfluss steht, darf am Faschingstreiben nicht teilnehmen.
Die Verordnung ist zeitlich und räumlich begrenzt. Sie gilt am Faschingsdienstag von zwölf Uhr bis Mitternacht und ist wie folgt eingegrenzt: Im Norden bilden Osram- und Krumbacher Straße die Grenze. Im Süden sind der westliche Teil der Taubentalstraße, sowie Mühlangerweg, Weberstraße und Kipfbühlstraße der Zonenrand. Die Grenze im Westen verläuft über den Nordteil der Badstraße, die Riedstraße und den südlichen Teil der Augsburger Straße. Im Osten bilden der Mittelstetter Weg, Römer-, Garten-, Museums-, Ferdinand-Wagner-Straße und der nördliche Teil der Alpenstraße die Grenzlinien. In diesem Bereich liegen einige Supermärkte und Tankstellen, die in der vorgegebenen Zeit keinen Branntwein oder branntweinhaltige Getränke verkaufen dürfen.
Der Stadtverwaltung ist durchaus bewusst, dass Verstöße gegen diese Verordnung schwer zu kontrollieren sind. Vielmehr geht es um Prävention und einer einfacheren rechtlichen Handhabe. "Wir dürfen aber die Augen vor dem Problem nicht verschließen", stellt Bürgermeister Lorenz Müller fest.
Wenig erfreut zeigte sich Stadtrat Uli Weißenbach (CSU), der Vorsitzender der Menkinger Narren ist. Grundsätzlich zeigte er sich mit der Verordnung einverstanden, bemängelte aber dass sie sehr kurzfristig und ohne Information des Veranstalters auf den Weg gebracht wurde. Konstantin Wamser und Sabine Grünewald (beide SPD) befürchteten einen Eingriff in die Grundrechte. Bürgermeister Lorenz Müller zeigte Verständnis, stellte aber klar, "dass es sich um eine Entscheidung zwischen Grundrechten und Sicherheit geht. Durch die räumliche und zeitliche Eingrenzung ist es deshalb hinnehmbar". Der Stadtrat stimmte der Verordnung mit großer Mehrheit zu.
Die Polizei, die bei der Formulierung der Verordnung einbezogen wurde hat, wie auch Beauftragte der Stadtverwaltung, mit dieser Regelung eine Möglichkeit, Verstöße mit einem Platzverweis und, wenn notwendig, mit einem Bußgeld zu belegen.
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 29.01.2017 | 19:03  
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