Schwabmünchen: Wasserwirtschaftsamt will Naturdenkmal fällen

Die Birken an der Feldgieß sind nicht nur ein Naturdenkmal, sonder auch äußerst beliebt. Nach Willen des Wasserwirtschaftsamtes sollen sie gefällt werden. Ein Wunsch, der nicht nur im Stadtrat auf Missfallen stößt.
 
Im südöstlichen Teil des Luitpoldparkes soll die neue Wassertretanlage enstehen.

Schwabmünchen Für viel Unmut sorgte ein Vorstoß des Wasserwirtschaftsamts im Schwabmünchner Bauausschuss. Nach Willen der Behörde sollen am Feldgießgraben 40 Birken im Bereich der Riedstraße gefällt werden. Doch diese gelten seit mehr als 50 Jahren als Naturdenkmal.

Bäume könnten Löcher in Deich reißen

Roland Schiller, dem Grünamtsleiter der Stadt Schwabmünchen, war die Verärgerung bei seinem Vortrag anzusehen. Er hatte die undankbare Aufgabe dem Bauausschuss die Probleme um die Birken, die im Bereich der Riedstraße auf dem Deich des Feldgießgraben stehen, zu schildern. Nach Ansichten des Wasserwirtschaftsamt Donauwörth müssen diese Bäume gefällt werden, da eine Norm Bäume auf einem Deich untersagt. Doch die rund 80 Jahre alten Bäume gelten seit 1959 als Naturdenkmal. Daher dürfen sie nach Aussagen des Landratsamtes nicht gefällt werden. Doch selbst ohne diesen Schutz würde die Wasserbehörde mit ihren Plänen auf großen Widerstand stoßen. Denn nicht nur Bürgermeister zeigte sich von einer Fällung wenig angetan.

Schwabmünchen ist klar für Naturschutz

"Diese Naturdenkmal hat eine große Bedeutung für Schwabmünchen", stellt er klar. Zumal die Bäume bisher jedem Sturm stand hielten und bei den vorherigen Hochwasserereignissen keine Probleme machten. Das dies doch sein könnte, erklärte Roland Schiller. "Wenn ein Baum umkippt, dann könnte an dieser Stelle ein Loch im Deich entstehen" so Schiller. Er fügte jedoch auch hinzu, dass die Bäume dort schon länger stehen und die letzte Erhöhung des Deiches gemacht wurde, als die Bäume schon standen. Er erläuterte, dass sich derzeit mit Wasserwirtschaftsamt und Naturschutz zwei Behörden darum streiten, wie die Stadt zu verfahren hat. Schwabmünchen steht dabei klar auf Seiten des Naturschutzes.

Auch, weil bei einem eventuellen Dammbruch nach Karten des Wasserwirtschaftsamtes keine Gebäude gefährdet seien. Nachdem drei Birken an der kleinen Brücke am Sportheim gefällt wurden, würde eine eventuelle Überflutung nur den Luitpoldpark und die Wiesen nördlich der Feldgieß betreffen, wie Stadtbaumeister Stefan Michelfeit aufzeigte. "Im schlimmsten Falle würde es den Bauhof treffen", erklärt er.

Den Unmut über das Ansinnen aus Donauwörth tat vor allem Rudolf Lautenbacher kund. "Hier soll am kleinsten möglichen Stellrädchen gedreht werden. Wenn die Behörden endlich die bei Holzhausen geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen vorantreiben würden, bräuchte man über den Deich nicht mehr Nachdenken", schimpft Lautenbacher.
Ein weiteres Treffen mit den beteiligten Behörden soll nun für Klarheit sorgen.

Wassertretanlage kommt

Besser waren die Nachrichten um die im Luitpoldpark geplante Wassertretanlage. Dort soll Mitte Juni mit den Bauarbeiten begonnen werden. Nachdem der Förderbescheid bewilligt ist, wird nun die Durchführung der Baumaßnahmen vorangetrieben. Landschaftsarchitektin Christine Gokorsch, die die Anlage geplant hatte, stellte diese nochmals kurz vor. Nahe des Parkeingangs im Südosten soll die neue Kneipp-Anlage samt eines Fussfühlpfades entstehen. Das bisherige Wassertretbecken wird zurückgebaut. Im Bereich des bestehenden Spielplatzes soll zudem ein Wasserspielplatz entstehen. Die Anlage wird etwa 222000 Euro kosten, rund die Hälfte davon wird vom LEADER-Förderprogramm getragen. Bis Kneippanlage und Spielplatz fertig sein werden, wird es aber wohl bis September dauern. "Die Ursache dafür liegt in den Lieferzeiten der Geräte, die bis zu zehn Wochen beträgt", erklärt Planerin Gokorsch.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.