Schwabmünchner kämpfen für ihr altes Kennzeichen

Ivo Moll, Waltraud Moritz, Josef Gegenfurtner, Alexander Kolb und Thomas Hoerl halten das Banner, mit dem Landrat Martin Sailer im Ziel Oldtimerrallye begrüßt wurde. Foto: ckr


Als der damalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Ende 2012 dem Bundesrat die Reform der Fahrzeug-Zulassungsverordnung erfolgreich zur Genehmigung vorlegte, war die Tür für die Wiedereinführung der abgeschafften KfZ-Kennzeichen geöffnet.

Von nahezu allen Bundesländern wurde die Änderungsmöglichkeit schnell durchgesetzt. In Bayern war dies im Juli 2013 der Fall. Inzwischen ist in fast allen bayerischen Landkreisen der Wechsel auf ein Kennzeichen früherer Tage möglich - außer im Landkreis Augsburg. Als einer der wenigen Landkreise weigert er sich, vor allem in Person von Landrat Martin Sailer, die Wiedereinführung der alten Kennzeichen möglich zu machen.

Im Süden ist die Einführung des Kennzeichen "SMÜ" möglich, das den früheren Landkreis Schwabmünchen darstellte. Im Landkreisnorden liegen Teile des ehemaligen Landkreises Wertingen. Da wäre eine Rückkehr des Schildes "WER" möglich. Im Landkreis Dillingen ist dies schon geschehen.

Nun hat sich in Schwabmünchen eine Gruppe Befürworter des "SMÜ"-Kennzeichen gefunden. An ihrer Spitze steht der ehemalige Stadt- und Kreisrat Ivo Moll. Weiter zu den Aktivisten zählen mit Thomas Hoerl und Christian Kruppe zwei waschechte Schwabmünchner. Mit Josef Gegenfurtner und Kreisrat Alexander Kolb sind auch zwei Zugezogene an Bord. Die Gruppe möchte eine Bürgerinitiative gründen, um Landrat Martin Sailer umzustimmen.

Moll betont, "dass der Wunsch nach der Rückkehr des SMÜ-Kennzeichen kein Angriff auf den Landkreis ist". Moll lobt die Arbeit des Landkreises und stellt fest: "Bei dem Wunsch um die Wiedereinführung geht es um das Heimatgefühl". Dem ehemaligen Präsidenten des Verwaltungsgericht stören zwei Dinge. "Zum einen hätte der Freistaat die Entscheidung für alle treffen können, so wäre das derzeitige Durcheinander gar nicht entstanden," so Moll. Zum anderen versteht er die Blockadehaltung des Landrats nicht. Der Schwabmünchner Stadtrat hatte mehrfach einstimmig für die Wiedereinführung votiert. "Vielleicht meint der Landrat, der ohnehin weiter mit dem "A" fahren muss, ,Was ich nicht brauch, brauchen die anderen auch nicht'".

Kreisrat Alexander Kolb stellt fest: "Man mag aus landkreispolitischen oder nostalgischen Gründen Verfechter für das "A" sein, man sollte aber bedenken, dass seit 2015 bei Umzug das Kennzeichen nicht mehr angepasst werden muss. Damit wird die Kennzeichenwelt bunter. Wieso da ein SMÜ nicht hinzukommen darf, ist nicht erklärbar".

Die Landkreise sind noch ganz

Beim ersten Vorstoß Schwabmünchens im Jahr 2013 lehnte Landrat Martin Sailer dies ab, um "den Zusammenhalt des Landkreises nicht zu gefährden". Inzwischen gibt es seit fast drei Jahren wiedereingeführte KfZ-Kennzeichen und kein Landkreis ist deshalb auseinandergebrochen.

Beim zweiten Schwabmünchner Vorstoß ließ Sailer verlauten, dass die Fristen abgelaufen seien und dies nicht mehr möglich sei - ein Irrtum Sailers, wie die Schwabmünchner Stadtverwaltung mit einer einfachen Nachfrage beim zuständigen Ministerium herausfand.

"Wir sind kein gallisches Dorf und der Landrat nicht Julius Cäsar".

Eine weitere Begründung von Sailer hat es bisher nicht gegeben. Aus diesem Grund fordert Josef Gegenfurtner den Landrat auf: "Die Bürger haben ein Recht auf Transparenz. Stellen Sie sich der öffentlichen Diskussion". Thomas Hoerl wählt einen passenden Vergleich, wenn er sagt: "Wir sind kein gallisches Dorf und der Landrat nicht Julius Cäsar".

Für Mittwoch, 14. September, 19.30 Uhr, lädt die Gruppe "Pro SMÜ - Wir wollen unser Kennzeichen zurück" alle interessierten Bürger zu einer Versammlung ins Schwabmünchner Schützenheim (Schützenstraße 14) ein. Ziel des Abends ist die Gründung einer Bürgerinitiative, um die Wiedereinführung der alten Kennzeichen im Landkreis Augsburg - analog zu ganz Südbayern - zu ermöglichen. (ckr)
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