Schwabmünchner Notunterkunft schon in Betrieb

Im Schwabmünchner Gewerbegebiet Nord ziehen die ersten Asylsuchenden in eine Baustelle. Auch die Sanitäranlagen sind noch nicht fertig. Der Arbeitskreis Asyl sucht Helfer.

Die ersten Flüchtlinge haben die neue Notunterkunft für Asylbewerber im Gewerbegebiet Nord in Schwabmünchen bezogen - obwohl sie noch nicht fertiggestellt ist. Claus Heilembauer, der als Betreuer vor Ort ist, hat alle Hände voll zu tun. Er dient als Ansprechpartner für die Flüchtlinge und die Handwerker.

"Wenn es heißt, morgen kommen neue Flüchtlinge, dann muss auf der Baustelle umdisponiert und ein weiterer Schlafraum fertiggestellt werden," sagt er. Keinen Komfort gibt es in den Zimmern, in denen bis zu zwölf Asylsuchende untergebracht werden. Die Flüchtlinge schlafen in Stockbetten aus Metall, für das persönliche Hab und Gut steht ein Stahlspind bereit.

Da die sanitären Anlagen in der Unterkunft noch nicht fertig sind, stehen auf der Nordseite des Anwesens zwei Sanitärcontainer bereit. Der Speisesaal ist ähnlich karg: Bierzeltgarnituren, ein paar Behälter für Heißgetränke und eine provisorische Essensausgabe. Gleich dahinter sind die Bauarbeiten in vollem Gange.

Maximilian Rauscher, im Landratsamt zuständig für Ausländer und Integration, kann nicht sagen, wann die Bauarbeiten fertig sind. "Wir gehen von sechs Wochen aus, aber das hängt von den Baufirmen ab." Bis zu 80 Menschen können dann in der Notunterkunft unterkommen. Und die Arbeiten gehen weiter. Geplant ist, den linken Teil des Gebäudes zur Gemeinschaftsunterkunft auszubauen.

40 Flüchtlinge

Auch in der neuen Gemeinschaftsunterkunft in der Römerstraße sind die Handwerker zugange. Anfang September sollen dort gut 40 Flüchtlinge einziehen. Somit verdoppelt sich die Zahl der Flüchtlinge, die fest in Schwabmünchen lebt.

Aus diesem Grund sucht der Arbeitskreis Asyl weitere Helfer. Koordinator Helmut Stapf bittet: "Wir brauchen Unterstützung in allen Bereichen." Bei einem Infoabend, zu dem der Arbeitskreis eingeladen hatte, bat Bürgermeister Lorenz Müller die Schwabmünchner um Hilfe: "Es gilt, die Situation für beide Seiten, Bürger wie Flüchtlinge, gut zu gestalten." Da die Flüchtlingszahlen weiter steigen, rechnet Müller damit, dass die Notunterkunft dauerhaft in Schwabmünchen bleiben werde. Der katholische Pfarrer Christoph Leutgäb forderte Nächstenliebe und Verantwortung. "Wir können uns nicht wegducken und sagen, das geht uns nichts an." Danach stellten Mitglieder des Arbeitskreises ihre Arbeit vor. Diese sei bisher recht vielfältig gewesen. Die Helfer gehen mit den Flüchtlingen etwa zu Behörden oder Ärzten, helfen bei den Hausaufgaben oder bei der Wohnungssuche.

Dazu kommen vonseiten des Jugendzentrums und der evangelischen Jugend zwei neue Projekte. Das Café Länz im Jugendzentrum öffnet künftig am Donnerstag unter dem Motto "Café Kontakt". Dort soll es zum Austausch zwischen Flüchtlingen und Einheimischen kommen. In der neuen U-Turn Fahrradwerkstatt werden gespendete Räder wieder auf Vordermann gebracht, Flüchtlinge können diese dann günstig erwerben - sofern sie den Verkehrsunterricht besucht haben, der ebenfalls im Jugendzentrum stattfindet.

Die evangelische Jugend bietet in der Geyerburg das Projekt "Mahlzeit". Dort kochen Asylsuchende Gerichte aus ihrer Heimat und laden die Bevölkerung zum Essen ein. Zum ersten Mal wird am Sonntag, 13. September, ab 18 Uhr gemeinsam gegessen.
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