Sie sind das Herz der Familie

Anni Fries holte (von links) Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz, stellvertretenden Landrat Heinz Liebert, Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller und Landwirtschaftsamt-Direktor Wolfgang Sailer auf die Bühne, um ihnen einige Fragen zu stellen. Foto: Barbara Becker

Schwabmünchen.
Sie geben jahraus, jahrein mit vollem Einsatz ihr Bestes für die Familie, die Gesellschaft und ihre Mitmenschen, engagieren sich ehrenamtlich in vielen Bereichen, vermitteln wichtige Werte, sind Vorbilder der Gemeinschaft und spielen aktiv eine große Rolle in der Landwirtschaft: die Landfrauen. Früher gab es Mägde und Knechte, heute ist dafür viel Technik im Einsatz. Trotzdem gibt es für die Bäuerinnen noch genug zu tun und das von früh morgens bis spät abends. Für viele Frauen bedeutet dies auch eine lange Zeit der "Rush-Hour des Lebens": Haus bauen, Kinder kriegen und Karriere machen spielen sich oft innerhalb von zehn Jahren ab. Wie man das meistert, darüber haben sich Bäuerinnen aus der ganzen Region beim Landfrauentag in Schwabmünchen ausgetauscht. "Die Landfrauen sind das Herz der Familie", brachte es Wolfgang Sailer, leitender Direktor des Landwirtschaftsamts Stadtbergen, auf den Punkt.

Mit Unterstützung des Bayerischen Bauernverbands bietet der Landfrauentag alljährlich in Schwabmünchner und Gersthofen eine Plattform des Dialogs an und zaubert für die Besucher schöne, ausgelassene Stunden. "Heute ist unserer Tag", stimmte Anni Fries, Kreisbäuerin und stellvertretende Landrätin, jetzt in der Schwabmünchner Stadthalle auf das Programm ein, das die "Veeh-Harfen"-Gruppe der Lebenshilfe aus Königsbrunn unter der Leitung von Sabine Hollstein eröffnete. Den heiteren, informativen Nachmittag hat der Landfrauenchor Augsburg unter der Leitung von Rudolf Piehlmayer musikalisch umrahmt. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Elisabeth Hiepp, der Familienberaterin aus Kempten, zum Thema "Familienglück - wo bleibe ich?" Am späten Nachmittag sorgten der Viergesang aus Großaitingen, die Tanzgruppe Hopf sowie ein Sketch mit "Antonie und Iris" für vergnügliche Momente. Verena Heß stellte zudem die Landwirtschaftsschule in Schwabmünchen, Abteilung Hauswirtschaft, vor.


Anni Fries ging eingangs auf einige Ereignisse des vergangenen Jahres ein - mit Wetterkapriolen, Terror und Kriegen, tausenden Menschen auf der Flucht oder Vorkommnissen in der Silvesternacht. Sie verwies auch auf die durch viele Regelungen und niedrige Preise schwierige Lage der Landwirte und nicht zuletzt auf den enormen Flächenverbau, womit zunehmend immer kleinerer Teil der Erde für die Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden kann. Der Bauernverband, der im Vorjahr sein 70-jähriges Bestehen feierte, habe in den Jahren "viele schwierige Aufgaben gemeistert", betonte Fries.


Auf offizielle Grußworte der Ehrengäste hat Anni Fries wieder verzichtet. Stattdessen holte sie stellvertretenden Landrat Heinz Liebert, Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz, Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller und Landwirtschaftsamt-Direktor Wolfgang Sailer auf die Bühne, um ihnen einige Fragen zu stellen. Gefragt wurde zum Beispiel, wie viele Verbraucher mit den Produkten der Landwirtschaft zufrieden sind, wie lange ein Arbeiter 1970 und heute für ein Kilogramm Kotelett arbeiten müsste oder wie viel Fläche täglich für die Landwirtschaft verloren geht. Die Antworten: 75 Prozent der Bürger sind mit den Produkten zufrieden, damals musste man 96 Minuten für das Kilo Fleisch arbeiten, heute nur noch 23 Minuten. Und 33,7 Hektar gehen täglich für die Landwirtschaft verloren. (bab)
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