Stadt Schwabmünchen dankt Rettern - die Polizei zieht ein Fazit

Bürgermeister Lorenz Müller (Mitte) mit den Lebensrettern Stefan Hieber (links) und Fabian Missenhardt (rechts)
 
GErnot Hasmüller, Leiter der PI Schwabmünchen

Schwabmünchen Auch wenn es in der vergangenen Stadtratssitzung in Schwabmünchen nicht viel zu beschließen gab, war die Sitzung trotzdem von Bedeutung. Zum einen, weil der Rat zwei Bürger empfangen konnte, die besonderes geleistet hatten und zum anderen, weil sich Gernot Hassmüller, Leiter der PI Schwabmünchen dem Gremium vorstellte und einige interessante Informationen mit im Gepäck hatte.

Vor etwa einem Jahr drohte ein Spaziergänger, der seinen Hund aus der hochwasserführenden Feldgieß im Schwabmünchner Süden retten wollte, bei diesem Versuch zu Ertrinken. Zum Glück waren der Langerringer Werner Lehle und den beiden Schwabmünchnern Stefan Hieber und Fabian Missenhardt in der Nähe und konnten den Spaziergänger samt Hund unter Einsatz ihres Lebens aus dem Fluss retten.

Rettungsmedaille für "herausragende Tat"

Ende Mai wurden die drei vom Freistaat Bayern mit der Rettungsmedaille geehrt. In der vergangenen Stadtratssitzung waren die beiden Schwabmünchner Stefan Hieber und Fabian Missenhardt geladen. Dabei gab es von Bürgermeister Lorenz Müller nochmals viel Lob für ihre selbstlose Tat. "Es war eine herausragende Tat. Es gibt nichts schöneres, als einem Menschen das Leben zu retten", so der Bürgermeister. "Die Tatsache, dass die drei nicht weggesehen haben, hat eine große Vorbildfunktion", ergänzt Müller.
Die beiden Mitglieder der Schwabmünchner Feuerwehr bekamen ein kleines Präsent von der Stadt und viel Applaus vom Stadtrat.

Zuwachs der Straftaten im Schwabmünchner Dienstbereich

Über solch aufmerksame Bürger wäre der Leiter der Schwabmünchner Polizeiinspektion, Gernot Hasmüller, froh. Bei seinem Antrittsbesuch gab der Dienststellenleiter einen Überblick über die Kriminalstatistik in Bereich der Inspektion und sprach einige Themen an, die im Brennpunkt stehen. Rund 1600 Straftaten gab es im vergangenen Jahr im Schwabmünchner Dienstbereich. Dies ist ein Zuwachs von 15 Prozent. Stolz ist Hasmüller dabei darauf, dass rund Dreiviertel der Delikte aufgeklärt werden konnten. "Das ist ein überragender Wert", so der Hauptkommissar.

Einbrüche beschäftigen die Polizei besonders

Aktuell beschäftigt die Polizei die Einbruchsserie in der Region. "Dass wir die noch nicht aufgeklärt haben, stinkt uns gewaltig", gibt er zu. Doch zur Aufklärung ist die Polizei auch auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. "Wenn sie etwas beobachten, sollen die Leute sofort anrufen", fordert Hasmüller. Gerade bei den Einbrüchen ist es so, dass sich Zeugen erst melden, wenn sie aus den Medien erfahren, das etwas passiert ist. Bei der aktuellen Einbruchsserie geht er davon aus, dass der Täter wenig Werkzeug dabei hat: "Die Spuren deuten darauf hin, dass er die Scheiben der Fenster oder Türen, durch die er eindringt, mit einer Steinschleuder einschießt".
Gerade bei den aktuell wieder öfters vorkommenden Wohnungseinbrüchen rät Hasmüller unter anderem sich bei der Polizei zu informieren. "Es gibt Infoveranstaltungen für Vereine, da kommen unsere Experten und beraten", erklärt er.

Sicherheitswacht als gute Idee

Mit der Sicherheitswacht und dem Tunnel bei der Leonhard-Wagner-Schule bezog er zu weiteren brisanten Themen Stellung. Der Einführung einer Sicherheitswacht steht Hasmüller durchaus positiv gegenüber. Doch bei der Umsetzung sieht er auch Probleme. "Es könnte schwierig sein, genügend Personal zu finden", vermutet der Hauptkommissar. Fraglich sei auch, ob genügend Arbeit vorhanden sei. Daher könne er es sich gut vorstellen, dass die Sicherheitswacht zusammen mit Untermeitingen umgesetzt wird.

Erziehung nicht Aufgabe der Polizei - Probleme im Tunnel der Leonhard-Wagner-Schule

Beim Tunnel an der Leonhard-Wagner-Schule sind die Probleme schwer zu greifen. Dort gibt es immer wieder Ärger zwischen den Schüler der LWS und den Grundschülern, die dort vorbeigehen, auch das grundsätzliche Verhalten einiger Schüler an dieser Stelle ist problematisch. Die Elternbeiräte bezeichnen die Situation dort als "unzumutbar". Soweit will Hasmüller aber nicht gehen. "Das ist übertrieben", stellt er fest. Zumal auch nur wenig gemeldete Straftaten vorliegen. Daher mahnt er an, "Straftaten sofort anzuzeigen", ergänzt aber auch "die Polizei ist nicht für die Erziehung verantwortlich." Ob es zu der von vielen Seiten befürworteten Videoüberwachung kommt, kann Hasmüller nicht sagen. "Dies muss mit dem Datenschutz abgeklärt werden", erklärt er.
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