Vernünftige Lösung gefunden

Ende Mai sorgte eine große Baumfällaktion auf dem Geländer der Schwabmünchner Wertachkliniken für viel Aufsehen und Ärger. Mitten in der Schonzeit wurde im nordöstlichen Teil des Klinkgeländes das Buschwerk entfernt und insgesamt 15 Bäume gefällt. In einem Antrag wollte die Stadtratfraktion der Grünen nun wissen, ob dies rechtens war und wie es überhaupt dazu kam. Bürgermeister Lorenz Müller und vor allem Grünamtleiter Roland Schiller bezogen dazu nun Stellung.
"Die Wertachkliniken nutzen nicht nur das Krankenhaus, sondern das komplette Gelände. In diesem Zuge sind sie auch für Pflege und Unterhalt verantwortlich. Das ist vertraglich so geregelt", erklärt Schiller. Und das nahm die Klinikleitung sehr ernst. Bereits 2016 lies diese ein Baumkataster erstellen. "Damit wurde eine renommierte Firma beauftragt", so Schiller. Dabei kam zum Tragen, dass einige Bäume auf Grund ihres Zustands, entfernt werden mussten. Doch die mit diesen Arbeiten beauftrage Firma hielt sich nicht an die vom Fachbüro gemachten Vorgaben. "Daher haben wir die Arbeiten im Mai sofort gestoppt", erklärt Schiller. "Es müssen noch ein paar Bäume raus, die nicht gut sind", weiß Roland Schiller, selbst anerkannter Experte in Sachen Baum. Um in Zukunft weitere solche Pannen zu vermeiden, haben Stadt und Wertachkliniken auf eine Zusammenarbeit geeinigt. "Künftig stehen wir den Kliniken bei solchen Arbeiten beratend zur Seite" erklärt Roland Schiller.
Auch über eine zukünftige Nutzung der Fläche wurde gesprochen. Stadtrat Rudolf Lautenbacher beklagte, durchaus berechtigt, fehlende Parkflächen. Doch mehr Parkplätze werden vorerst nur ein Traum bleiben. "Schwabmünchen hat mehr Parkplätze als Bobingen. Man muss hier immer für beide Standorte denken und dabei auch bedenken, dass der Landkreis den Löwenanteil finanziert", realtiviert Bürgermeister Lorenz Müller. Trotzdem gäbe es in Zukunft Nutzungsmöglichkeiten für Teile des Geländes. Denn nicht alles ist bebaubar. "An der Nord- und Nordostseite verläuft ein Mischwasserkanal. der ist nicht zu verlegen" erläutert Stadtbaumeister Stefan Michelfeit. Doch sollte sich der Wunsch erfüllen, dass aus den Wertachkliniken ein, an das kommende Augsburger Uniklinikum gebundenes, Lehrkrankenhaus wird, könnte Platzbedarf entstehen. Dann wird wohl das noch stehende, aber nur wenig genutzte, Schwesternwohnheim weichen und in neuer Funktion gebaut werden müssen.
Um zwei weitere Gebäude ist das große Investorenprojekt an der Schwabmünchner Mindelheimer Straße gewachsen. "Es wurden weitere Grundstücke erworben und der Bauantrag für zwei weitere Gebäude eingereicht" so Bürgermeister Lorenz Müller. Da alle Kennzahlen eingehalten wurden und die Stellplatzvorgaben übererfüllt werden, fand die Vergrößerung der Anlage die Zustimmung. "Zudem brauchen wir Innenstadtnahen Wohnraum", stellt Bürgermeister Müller klar. Mehr Diskussion gab es um ein Anwesen mit sechs Wohnungen am Ulrichsberg. Auch wenn dort die Stellplatzanforderungen übererfüllt werden, geht Stadtrat Rudolf Lautenbacher davon aus, dass in diesem Bereich der Hauptstraße vermehrt zu auf der Straße parkenden Fahrzeugen kommt. "Das ist an dieser Stelle bedenklich", so Lautenbacher, der daruf verwies, dass ein schon ein benachbartes neu gebautes Anwesen zu mehr parkenden Fahrzeugen in diesem Bereich geführt hat. "Die Stadtverwaltung sollte hier über ein Parkverbot nachdenken", regte er an.
Nur ein paar Meter von dieser Stelle entfernt liegt unter der Augsburger Straße das "Regenüberlaufbecken IV". Dies wurde vom Wasserwirtschaftsamt aufgrund seiner andauernden Verschmutzung bemängelt. Tiefbauamtsleiterin Isolde Mair erläuterte die Problematik, erklärte, dass die dort verbaute Reinigungstechnik nicht richtig funktioniere und schlug auch gleich eine passende Lösung vor. Mit sogenannten Spülkippern soll diesem Problem entgegnet werden. Die dafür erforderlichen 190000 Euro sollen im Haushalt für 2018 eingebracht werden.
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