Wahl-Klimmacherin erhält Kunstpreis

Teil eines großen Abends (von links): Museumsleiterin Sabine Sünwoldt, Raiffeisenvorstand Herbert Jauchmann, Bürgermeister Lorenz Müller, Kunstpreisträgerin Alexandra Vassilikian und Jury-Mitglied Andreas Kunert.

Auch wenn die Entscheidung der Jury am Ende einstimmig war, fiel sie den drei Juroren nicht leicht. "Es war durchwegs hochklassige Kunst", erklärte Jury-Mitglied Andreas Kunert in seiner Erläuterung des Jury-Entscheids. Doch gewinnen kann nur eine Person. Und die heißt Alexandra Vassilikian.

Die in Klimmach und Paris lebende Künstlerin hat erst vor kurzem mit einer Ausstellung im Schwabmünchner Museum für Aufsehen gesorgt. Nun bekommt sie für ihre Werke "Vernebelung I, II und III" den Kunst und Kulturpreis der Stadt Schwabmünchen. Vassilikian holt sich für viele ihrer Werke die Inspiration aus der Natur, in den vergangenen Jahren war der Quell dafür die Gegend um Klimmach. Dort fand sie auch den Wurzelstock eines umgefallenen Baumes, mit dem sie sich über zehn Jahre beschäftigte.
Diese Wurzel war auch Vorlage zu den Bildern, mit denen sie sich den Kunstpreis holte. Sinnbildlich passen dazu erklärte Herbert Jauchmann, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Schwabmünchen, die den Preis als Sponsor unterstützt: "Kunst ist ein Geschenk für Gegenwart und Zukunft".

Unparteiische Jury entschied nach langem Überlegen

Lob bekam Alexandra Vassilikian auch von Schwabmünchens Museumsleiterin Sabine Sünwoldt. "Ich habe es ja schon immer gewusst", stellte sie fest. "Alexandra ist eine Künstlerin, die nicht für den Markt produziert, sonder für sie Seele" so Sünwoldt weiter.

Sünwoldt erklärt auch, wie über die Preisvergabe entschieden wird. "Die Jury stammt nicht aus Schwabmünchen, kein Juror darf mehr als zweimal teilnehmen. Dazu achten wir darauf, dass die Juroren möglichst alle Teile der Kunst abbilden."
Zur Bewertung finden sich die drei Juroren, in diesem Jahr waren es Norbert Kiening, Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Schwaben Nord und Augsburg, Prof. Andreas Kunert, Dekan der Fakultät Gestaltung an der Hochschule Augsburg und Jan T. Wilms, Direktor des Kunsthauses Kaufbeuren im Schwabmünchner Museum ein.
Dort sind im obersten Geschoss die Werke allesamt gleichwertig zur Bewertung vorbereitet. "Zur Begrüßung der Juroren waren auch Bürgermeister Lorenz Müller, Herbert Jauchmann und zwei Mitarbeiter der Stadt dabei", erklärt Sünwoldt. Die Jurierung selbst wird nur von den drei Juroren durchgeführt. "Wir haben im Erdgeschoss gewartet", blickt Sünwoldt zurück. Mehr als zwei Stunden dauerte es, ehe die Juroren einen Entschluss gefasst hatten. "Dass sie es sich nicht leicht gemacht haben, sieht man auch daran, wie sehr die Unterlagen über die Künstler zerpflückt waren", so Sabine Sünwoldt.

Tiefe der Kunstwerke führte zur Entscheidung

Den am Ende einstimmigen Jury-Spruch begründet Andreas Kunert bei der Preisverleihung. "Alexandra Vassilikian hat die Jury durch ihre Fotografien und ihre nachfolgende Verfremdung überzeugt. Die Werke rufen Interesse beim Betrachten auf, verführen dazu, sich tiefer mit dem Bild zu befassen."

Auch die Künstlerin zeigte sich stolz, den Kunstpreis ihrer Wahlheimat bekommen zu haben. "Einen Preis zu bekommen, ist für Künstler schon etwas wichtiges. Dieser Preis hier ist keine kleine Sache. Er hat eine Dimension." Zumal sich die Künstlerin mit armenischen Wurzeln nach ihrer Lebensreise durch Europa - sie wuchs in Rumänien auf, ging nach Portugal, England und Frankreich - inzwischen in Schwabmünchen wohl fühlt. "Es war faszinierend in der Laudatio zu hören, wo ich überall schon gelebt habe. Inzwischen denke ich, dass ich anfange, zu einem Ort zu gehören."
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.