Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral

Es war eine hochinteressante Diskussion mit Herbert Woerlein (2.v.r.) und Gebhard Dischler (1.v.r.).

Jusos diskutieren mit Bundestagskandidaten und Landtagsmitglied Herbert Woerlein (SPD) und Gebhard Dischler (Vorstand Weltladen Lech-Wertach eG) über fairen Handel und nachhaltige Ernährung in Schwabmünchen.

Fairer Handel ist Vielen mitunter durch den Weltladen an der Schwabmünchner St. Michaelskirche ein Begriff. Doch was ist das eigentlich und wie könnte faire und nachhaltige Ernährung in einem hochindustriellen Land wie Deutschland aussehen? Diese Fragen diskutierten die Jusos Augsburg-Land bei ihrem Besuch des Schwabmünchner Weltladens mit dem SPD-Landtagsabgeordneten und Bundestagskandidaten Herbert Woerlein und Gebhard Dischler, dem Vorstand der Weltladen Lech-Wertach eG.

Dischler betonte, wie wichtig fair gehandelte Lebensmittel seien. Denn sie würden nachhaltig die Umwelt durch ökologische Landwirtschaft schützen. Die Zutaten der Lebensmittel würden weder auf gerodeten Flächen produziert, noch mit Tonnen von giftigen Chemikalien gedüngt werden. So könnten riesige Waldflächen geschützt und die Verunreinigung von Boden und Wasser verhindert werden. Es werde zudem auch darauf geachtet, dass die Bauern vor Ort von ihrer Bezahlung leben könnten und, dass möglichst viele Produktionsschritte im Herkunftsland belassen werden. Dies schütze die Umwelt und stärke die dortige Wirtschaft.
Als Beispiel hierfür stellte Dischler den Jungsozialisten Chips aus Peru vor, die nicht nur mit allen Inhaltsstoffen dort produziert, sondern auch im Produktionsland abgepackt werden. Dadurch werde ermöglicht, dass viele Menschen am Herstellungsprozess beteiligt werden würden und so auch ein faires Gehalt beziehen könnten.

Doch der faire Handel kann nicht nur zum Umweltschutz beitragen. Die Jusos sehen in ihm auch einen Schlüsselweg in der Bekämpfung von Fluchtursachen. Weltweit suchen Millionen Menschen Zuflucht aufgrund großer Armut und Ausbeutung. Es lohnt sich also sehr, etwas mehr Geld für Lebensmittel in die Hand zu nehmen und sich selbst von der hohen Qualität der fair gehandelten Produkte in den Weltläden zu überzeugen.

Bundestagskandidat und Landtagsabgeordneter Herbert Woerlein beschrieb, was die Politik in Bayern und Deutschland noch alles leisten müsse, um auch unser Essen fair und nachhaltig für die Umwelt zu produzieren. Tiere werden in Zeiten von Massentierhaltung als Produkte angesehen. Immer mehr, aber möglichst wenig dafür bezahlen. „Keine andere Nation in Europa gibt so wenig Geld für Lebensmittel aus, wie wir Deutschen. Daran muss sich dringend etwas ändern!“, sagt Woerlein. Der stellvertretende Juso Vorsitzende Michael Rehm kommentierte: „Es ist an der Zeit, Umweltbewusstsein und Menschlichkeit zum Prinzip unserer Nahrungsmittelproduktion und Ernährung zu machen und nicht den niedrigsten Preis!“
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