Keine Flüchtlingsunterkünfte in der Schwabmünchner Innenstadt

Schwabmünchen möchte keine Unterkünfte in der Innenstadt. Stadtrat lehnt die Idee des Bäckerei-Besitzers ab.

Gleich zwei Flüchtlingsunterkünfte waren jüngst Thema im Schwabmünchner Stadtrat. Während die eine, im Schwabmünchner Gewerbegebiet Nord ohne Probleme genehmigt wurde, bekam die zweite eine deutliche Abfuhr.

Seit einigen Wochen ist in Räumen einer ehemaligen Wäscherei im Schwabmünchner Norden eine Notunterkunft für Asylsuchende eingerichtet. Dort soll neu im Landkreis angekommene Flüchtlinge für kurze Zeit untergebracht werden, ehe sie Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft finden, in der sie dann meist die restliche Dauer ihres Asylverfahrens untergebracht sind. Zwei solche Gemeinschaftsunterkünfte gibt es bereits in Schwabmünchen. Eine am Mittelstetter Weg - eine weitere in der Römerstraße öffnet demnächst. Ein Teil der ehemaligen Wäscherei wird zukünftig auch dazugehören. Alle drei Unterkünfte bieten Platz für etwa 50 Flüchtlinge. Somit erfüllt Schwabmünchen die vom Landkreis vorgegebene Quote von gut 140 Flüchtlingen.

Stadtrat Hans Nebauer (CSU) zeigte sich erfreut über die Quotenerfüllung und sieht nun das Umland in der Pflicht: "Wir haben unser Soll erfüllt. Bevor wir weitere Plätze schaffen, sollen andere Gemeinden nachziehen". Während die jetzt genehmigte Unterkunft von Dauer sein wird, ist der Mietvertrag für die benachbarte Notunterkunft nur für sechs Monate befristet. Der Stadtrat geht davon aus, dass dieser auch absprachegemäß nicht verlängert wird. Dies sieht auch Bürgermeister Müller so: "Die Mischung Not- und Gemeinschaftsunterkunft ist auf Dauer nicht gut." Müller ist froh, dass in Schwabmünchen nun die vom Landratsamt geforderte Anzahl an Flüchtlingen untergebracht werden kann.

Er sieht auch die anderen Kommunen in der Pflicht: "Alle Gemeinden sollen ihren Anteil leisten."

Eine Abfuhr in Sachen Flüchtlingsheim hat eine Bäckerei in der Fuggerstraße vom Stadtrat erhalten. Der Besitzer will dort Wohnraum für Flüchtlinge schaffen. Nicht nur die direkten Nachbarn, auch die Stadtverwaltung lehnen diesen Plan allerdings ab. Es gibt zu wenig Freiflächen auf dem Grundstück, zudem entspreche das nicht der üblichen Nutzung in der Innenstadt. "Im gesamten Kernbereich gibt es keine Wohnnutzung im Erdgeschoss", so Bürgermeister Lorenz Müller. Und das soll auch so bleiben. "Unsere Zielsetzung ist eine attraktive Innenstadt mit Dienstleistung, Handel und Gewerbe in den Erdgeschossen", so Müller.

Auch Margit Stapf (Grüne) lehnt den Plan des Bäckers ab: "Der soziale Friede ist dort gefährdet." Letztendlich stimmten alle Stadträte gegen diesen Plan.
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