"KT is Back": Karl-Theodor zu Guttenberg ist wieder da

Karl-Theodor zu Guttenberg war in Schwabmünchen zu Besuch.
Schwabmünchen: Stadthalle |

Ein Zwangsruheständler wird rechtzeitig zum Endspurt des Bundestagswahlkampfes reaktiviert. Und er liefert ab. Sportlich entert er die Bühne der Schwabmünchner Stadthalle und macht das, was er am besten kann: Reden!

Schwabmünchen  Seine jünsten Raubzitate baut er gleich mit in die Rede ein und ist sich nicht zu schade, sich selbst auch ein bisschen auf den Arm zu nehmen. Seine weltmännischen Ausführungen über die Befindlichkeiten hierzulande und auch in Übersee, faszinieren das Publikum schon nach kurzer Zeit. Die Schwabmünchner Stadthalle ist bis zum letzten Platz gefüllt. Die Zuhörer drängen sich auch in den Gängen und im Foyer. "KT", wie Klaus-Theodor zu Guttenberg schlicht genannt wird, findet immer noch den richtigen Ton. Er scherzt über lokale Ereignisse in Schwabmünchen, wie zum Beispiel die Hunde, die mit lautem Gebell einen Einbrecher vertrieben haben sollen. Darin sah er den Beweis, dass man sich um die innere Sicherheit in Schwabmünchen keine Sorgen machen müsse.

Er macht dem Auditorium aber auch klar, dass er spätestens durch seine Zeit in den USA wisse, dass es uns in Deutschland wirkich gut gehe. Dass die Infrastruktur um New York, das kaum vorhandene Sozialsystem und die schlechte Arbeit der Verwaltungen im Vergleich mit Deutschland, nahezu desaströs seien. Nachholbedarf sieht "KT" für Deutschland allerdings im Bereich Digitalisierung und Netzausbau. Er lobt die gute Arbeit der Behörden und der freiwilligen Helfer bei der Bewältigung der Krise während des Flüchtlingsansturmes. Das alles bringt er mal frech, mal verbindlich, mal ernsthaft an den Mann oder die Frau.

Authentischer KT in Schwabmünchen

Kurz: Man nimmt ihm ab, dass er wirklich denkt was er sagt. Nach dieser gelungen politischen Darbietung, die allerdings mehr auf Show als auf das Anbieten von Lösungen setzt, sollte eines klar sein: KT is back! Wahrscheinlich argwöhnisch beäugt aus den eigenen Reihen. Es dürfte Markus Söder nicht besonders schmecken, dass bereits jetzt ein eventueller Gegenspieler um die Nachfolge von Horst Seehofer die Bühne betritt. Noch dazu einer, der mit großem Publikum umgehen kann.

Es dürfte spannend werden, wenn zu Guttenberg nach dem Wahlkampf weiterhin präsent bleibt. Oder entschwindet er dann wieder in die USA, um dort über die Probleme der Welt nachzudenken? Wir werden sehen.
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