Schwabmünchner Bürgerinitiative bekommt breiten Zuspruch

Etwa 80 Interessierte fanden sich im Schwabmünchner Schützheim ein, um für die Rückkehr des SMÜ-Kennzeichen zu kämpfen.

Seit drei Jahren gibt es die Möglichkeit für die Bewohner, zu den vor mehr als 40 Jahren abgeschafften alten KfZ-Kennzeichen zurückzukehren. In 65 der 72 Landkreise Bayerns ist inzwischen möglich. Als einer der wenigen Kreise im Freistaat verwehrt der Landkreis Augsburg seinen Bürgern diese Wahlmöglichkeit. Nun hat sich in Schwabmünchen eine Bürgerinitiative gegründet, die für die Wiedereinführung des "SMÜ"-Kennzeichen kämpfen möchte

SchwabmünchenFür die Initiatoren der Idee war es ein ereignisreicher Tag. Bereits am Vormittag war ein Team von Augsburg TV zu Gast in Schwabmünchen um einen Beitrag über die geplante Gründung einer Bürgerinitiative zu berichten. Dieser wurde am selben Abend, direkt vor der Gründungsversammlung ausgestrahlt.
Die Versammlung selbst war ein voller Erfolg. Rund 80 interessierte Bürger aus Schwabmünchen und Umgebung, darunter auch Bürgermeister Lorenz Müller, die stellvertretende Landrätin Sabine Grünwald, vier weitere Stadträte und Altbürgermeister Elmar Pfandzelter, füllten den Saal im Schützenheim. Bei seiner Begrüßung stellte Ivo Moll, Sprecher der Initiative, erfreut fest, dass Menschen aller Altersgruppen gekommen waren. "Das spricht für die Idee, wenn jemand kommt, der erst geboren wurde, als es das Kennzeichen schon gar nicht mehr gab". In seiner Auftaktrede blickte Moll kurz auf die emotionale Beziehung vieler Menschen zu ihren Autos und der durch die Nutzung von Wunschkennzeichen entstandenen Botschaften, die diese vermitteln können. "Auch die ersten Buchstaben haben eine Botschaft. Sie zeigen die Herkunft," führt Moll aus. Und um die Herkunft der Botschaft geht es den Menschen auf dieser Veranstaltung. Die nun mit verschiedenen Aktionen Landrat Martin Sailer zeigen wollen, dass nicht nur ein paar Einzelne hinter diesem Wunsch stehen. Dieser gibt inzwischen keine Kommentare zu diesem Thema mehr. Dabei zählte Moll auch auf, dass es keinen vernünftigen Grund dagegen gibt. "Wichtig ist, dass bei den Menschen ankommt, dass die Einführung des SMÜ-Kennzeichens keine Wechselpflicht mitbringt. Wer weiter mit dem "A" fahren möchte, der kann dies auch tun," stellt er fest. Eine Störung des Landkreisgefüges kann sich Moll auch nicht vorstellen. Das Beispiel der 65 Kreise, die die Kennzeichenwahl eingeführt haben zeigt, dass kein Kreis an einem Nummernschild zerbrach. Auch den Verwaltungsaufwand hält Moll in Zeiten von Computern und Datenbanken für überschaubar. "Es gibt eigentlich keinen Grund, der dagegen spricht," stellt der ehemalige Präsident des Verwaltungsgerichts fest.

Auch Bürgermeister Lorenz Müller hilft

Unter tosendem Applaus wurde dann beschlossen, eine Bürgerinitiative zu gründen. Diese soll zu Beginn Unterschriften und Informationsveranstaltungen durchführen. "Wir wollen eine große Zahl an Unterschriften beibringen und diese Landrat Martin Sailer vorlegen," so Kreisrat Alexander Kolb, der ebenfalls zum Gründungsteam gehört.
Auch Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller sicherte den Anwesenden seine Unterstützung zu. Dabei baut er auch auf die Unterstützung von Alexander Kolb und Sabine Grünwald in ihren Fraktionen im Kreisrat. "Zwar kann der Landrat die Entscheidung alleine treffen, aber er hat sich jedes Mal bei den Fraktionen abgesichert und da hatten die Gegner die Mehrheit," erklärt Müller. Aber er werde einen neuen Anlauf starten, versprach Schwabmünchens Bürgermeister. "Heute war zu sehen, dass da nicht nur ein paar einzelne Menschen hinter dem Wunsch sehen, sonder richtig viele. Das ist ein wichtiges Argument." Müller bewertet vor allem das Vorgehen der Gründungsgruppe als gut: "Hier wird sachlich gearbeitet und nicht nur auf die Pauke gehauen". Auch die Idee der Unterschriftensammlung gefällt Müller: "So lässt sich aufzeigen, dass das SMÜ-Kennzeichen der Wunsch vieler Menschen ist".

So geht es weiter

Alexander Kolb erläuterte das weitere Vorgehen. Während der Versammlung wurden schon die ersten Unterschriftenlisten ausgeteilt und weitere Unterstützer meldeten sich. In den nächsten Tagen wird versucht, die Listen in einigen Schwabmünchner Geschäften auszulegen. Neben der schon bestehenden Seite bei Facebook soll in den nächsten Tagen auch eine eigene Homepage erstellt werden, auf der ebenso weitere Informationen bekanntgegeben werden. Diese kann dann unter www.pro-smue.de erreicht werden. Am Schwabmünchner Michaelimarkt ist ein Infostand geplant. Per Mail kann mit der Initiative über die Mailadresse prosmue@gmail.com Kontakt aufgenommen werden. (ckr)
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Stefan Taube aus Königsbrunn | 24.09.2016 | 11:22  
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