Unvernunft und Egoismus auf der A16

Der idyllisch gelegene Ort Münster leidet unter den Motorradfahrern auf der Bergrennstrecke Mickhausen.
 
An diesem Parkplatz vor der Kapelle treffen sich die Motorradfahrer, bevor sie die Strecke Richtung Mickhausen hinunterrasen.
Wer ist die kurvenreiche Strecke nicht schon einmal gefahren: von Schwabmünchen aus ist der kürzeste Weg nach Fischach, Burgau, Günzburg oder Ulm über Klimmach, Birkach, Mickhausen und weiter zur Autobahn. Für viele Bewohner der Gemeinden Münster und Mickhausen gerät die Strecke an sonnigen Tagen inzwischen zu einem Alptraum. Denn dauerhafte Lärmbelästigung und eine hohe Verkehrsgefährdung durch Motorradfahrer auf dieser Strecke haben sich inzwischen zu einem ernsthaften Problem für Anwohner und normale Verkehrsteilnehmer entwickelt. Denn dauerhafte Lärmbelästigung und eine hohe Verkehrsgefährdung durch Motorradfahrer auf dieser Strecke haben sich inzwischen zu einem ernsthaften Problem für Anwohner und normale Verkehrsteilnehmer entwickelt.

Die Münster Bürger wollen nicht mehr zuschauen

Bereits am Münsterer Markt, am 5 Juni, hatte es einen schweren Unfall mit einem Motorradfahrer gegeben, aber als dann am 23. Juni gleich drei Fahrer beteiligt waren, wollte Max Köbler aus Münster nicht länger zuschauen. Er hat eine Bürgerinitiative gegründet, um die Dorfbewohner und die Motorradfahrer vor weiteren Unfällen zu bewahren. Genervt vom Lärm, verärgert und frustriert, weil die Polizei und die Verkehrsbehörde nichts unternahmen, trug er eine lange Unterschriftenliste zusammen. Die Unterzeichnenden sind sich einig: So darf es nicht mehr weitergehen. Nicht mehr hinnehmen wollen sie die Argumente der Aufsichtsbehörde gegen eine Sperrung, dass noch zu wenige Unfälle passiert seien. Das Leben der Bewohner sei den Bürgern wichtiger als die Bemerkung, dass dann auch ordnungsgemäß fahrende Motorradfahrer büßen müssten. Das idyllische Dorf in den Stauden leide unter dem Lärm der teilweise auf Rennsound getrimmten Maschinen, der Erholungs- und Freizeitwert sei gerade an sommerlichen Tagen erheblich gesunken. Gesundheitsschädlich sei der Lärm obendrein. Ohne die Sperrung der A 16 von Münster bis Birkach sei die Befahrung dieser Strecke mit großem Unfallrisiko und Lebensgefahr verbunden.
Viele der 170 Unterzeichner hatten selbst eine lebensgefährliche Situation erlebt. Max Köbler beschreibt: „Wem einmal blitzschnell auf der Mittellinie ein Motorradfahrer entgegenkommt, teilweise noch mit dem Oberkörper weit in die eigene Fahrspur geneigt knapp an einem vorbeirauscht mit seinen 130 Stundenkilometern, der erschrickt so gewaltig, dass er Gefahr läuft, das Lenkrad zu verreißen“. Einige Frauen aus dem Ort würden sich nicht mehr trauen, die Strecke zu benutzen, obwohl sie unbedingt nach Birkach oder Schwabmünchen müssten. Der Umweg über Konradshofen ist die Alternative.
An einem schönen Sommerabend habe Köbler selbst mit Leuten aus einer Motorradgruppe gesprochen. „Üblicherweise treffen sie sich am Parkplatz vor der 14-Nothelfer-Kapelle, damals waren es achtzehn, es können aber am Wochenende schon einige mehr sein, die sich sammeln und dann mehrmals rauf und runter fahren“, erzählt er. Mit einigen habe er vernünftig reden können. Sie hätten eingesehen, dass sie mit ihren Fahrten sich und andere gefährden. Doch so lange es erlaubt sei, würden sie auf der „geilen Strecke“ auch fahren.
Um die Straße nach Birkach gefahrlos benutzen zu können, sehen die Bürger von Münster nur die Möglichkeit der Voll- Sperrung für Motorräder. Eine Wochenend- und Feiertagssperrung hätte zur Folge, dass sie dann verstärkt unter der Woche fahren würden – zusätzlich zum regen Berufsverkehr. „Wenn die Totalsperrung in Kraft treten würde, könnte man ja über eine Ausnahmegenehmigung für Anlieger, zum Beispiel Berufspendler, nachdenken, meinte Köbler.

Unterschriftenliste ging an die Gemeindeverwaltung

Im Antrag vom 26. Juni der Bürgerinitiative Münster „Sperrung der Bergrennstrecke für Motorräder“, der am 4. Juli an die Gemeindeverwaltung Mickhausen übergeben wurde, heißt es wörtlich: Wegen des schweren Missbrauchs einer öffentlichen Straße bitten wir die Gemeinde um dringliche Antragstellung beim Landratsamt Augsburg, Abteilung Straßenaufsichtsbehörde auf eine sofortige Sperrung für Motorräder der „Bergrennstrecke Mickhausen“. Köbler vertraut darauf, dass die Verantwortlichen die Sorgen und Ängste der Bürger ernst nehmen und dass sie dazu beitragen, in Zukunft das Leben aller Verkehrsteilnehmer zu schützen.
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