Unbekannte wollten künftige Asylunterkunft anzünden

Mit Holzresten wurde an der Außenseite des Gebäudes Feuer gelegt. Foto: Ingrid Strohmayr

Die Polizei geht derzeit einem Fall von versuchter Brandstiftung nach. Unbekannte hatten offenbar geplant, in einer zukünftigen Asylunterkunft in Stadtbergen Feuer zu legen.

Der Bauherr eines vor kurzem neu errichteten Gebäudes hatte sich am Dienstag bei der Polizeieinsatzzentrale gemeldet. Er teilte mit, dass er kurz vor 16 Uhr Brandspuren an einem von vier bereits bestehenden Modulhäusern entdeckt habe. Diese Häuser in der Bismarckstraße im Bereich der Hausnummer 64 werden derzeit als Flüchtlingsunterkünfte ausgebaut, drei der Unterkünfte sind bereits bezogen, das betroffene vierte Haus ist noch unbewohnt und soll nach derzeitigem Kenntnisstand wohl erst ab Januar 2016 in Betrieb gehen.

Nach einer unmittelbaren Tatortbesichtigung durch die Kripo Augsburg wurde an insgesamt fünf verschiedenen Stellen an der Außenseite des Gebäude versucht, mit vermutlich vor Ort gefundenen Holzresten Feuer zu legen. Dabei kam es lediglich an einer Stelle zu einer kurzzeitigen Brandentwicklung, wobei das Feuer offenbar von selbst ausging. Beschädigt wurde hierbei die Hausverkleidung aus Holz (knapp ein Quadratmeter Ausdehnung), an den anderen Brandlegestellen fanden die Ermittler lediglich Rußanhaftungen. Der Gesamtschaden an dem unbewohnten Gebäude ist eher gering und dürfte sich wohl im unteren vierstelligen Eurobereich bewegen.

Die Tatzeit konnte vom 11. bis 15. Dezember eingegrenzt werden. Die insgesamt rund 80 Bewohner der nicht betroffenen, bereits bezogenen Häuser haben von der versuchten Brandlegung offenbar nichts mitbekommen. Nach momentanem Ermittlungsstand wird von einer Vorsatztat ausgegangen, es gibt derzeit aber noch keinerlei Erkenntnisse hinsichtlich einer möglichen Täterschaft oder eines möglichen Tatmotivs. Insbesondere wegen des angegangenen Tatobjekts werden auch ausländerfeindliche Aspekte geprüft.

Die Kripo Augsburg hat inzwischen zur Klärung der Tat eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet und bittet die Bevölkerung nun um ihre Mithilfe bei der Aufklärung dieser Tat.

Wer hat im genannten Zeitraum verdächtige Wahrnehmungen rund um die Häuser an der Bismarckstraße (insbesondere Ecke Stadtberger Steig beziehungsweise Nestackerweg) gemacht und dort Personen, die sich auffällig verhalten haben, beobachtet?

Wer kann anderweitige sachdienliche Hinweise, eventuell bereits schon im Vorfeld oder im Nachgang zu der versuchten Brandstiftung zu möglichen Tätern oder verdächtigen Personen geben?

Hinweise erbittet die Kripo Augsburg unter Telefon 0821/323 3810 oder an jede andere Polizeidienststelle.

Landratsamt veranlasst Überwachung

Das Landratsamt Augsburg hat als Reaktion auf den entdeckten Brandanschlag ab sofort eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung der Asylbewerberunterkunft in Stadtbergen veranlasst. Das beauftragte Sicherheitsunternehmen sei seit Mittwochnachmittag 24 Stunden täglich vor Ort und sichere das gesamte Anwesen durch regelmäßige Patrouillen ab. Auch die Polizei habe zugesagt, bei der Unterkunft regelmäßig Streife zu fahren.

„Dadurch soll zum einen ein weiterer Brandanschlag vermieden werden, zum anderen soll den Bewohnern ein Gefühl der Sicherheit vermittelt werden“, teilte ein Sprecher des Landratsamtes mit. Auch wenn zum Glück niemand körperlich zu Schaden gekommen sei, hätten die Bewohner gestern von der Brandstiftung erfahren. „Gerade für Menschen, die aus Angst um ihr Leben zu uns geflüchtet sind, in der Hoffnung, hier in Sicherheit zu sein, stellt diese Brandstiftung eine massive psychische Belastung dar. Deswegen muss alles zu ihrem Schutz Notwendige und Mögliche unternommen werden“, so der Sprecher des Landratsamts weiter.
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