„Blickwinkel“ aus den ungewöhnlichsten Perspektiven

Das Künstlerpaar Dorothea Dudek und Robert Berski mit 2. Bürgermeister Michael Smischek bei der Ausstellungseröffnung „Blickwinkel“ im Stadtberger Rathaus-Foyer. Foto. Christoph Schmid (Kulturamt)

VERNISSAGE/ Das Künstlerpaar Dorothea Dudek und Robert Berski finden auf ihren Reisen oft ihre Motive. Zu sehen sind bis 24. Februar im Rathaus-Foyer meisterhaft gemalte Momentaufnehmen und prägnante Fotografien.

Zur Ausstellungseröffnung „Blickwinkel“ von Dorothea Dudek und Robert Berski begrüßte 2. Bürgermeister Michael Smischek als Stellvertreter des Hausherrn, Erstem Bürgermeisters Paul Metz viele Kunstinteressierte im Rathaus-Foyer. Sein besonderer Gruß galt den Künstlern des Abends, Dorothea Dudek und Robert Berski und Kunstkuratorin Brigitte Heintze, die die Laudatio hielt. Smischek freute sich besonders, dass es mit der ersten Ausstellung im neuen Jahr gelungen ist, mit den sich wunderbar ergänzenden Kunstwerken ins zehnte Jahr unserer Stadterhebung 2017 starten dürfen.
Dorothea Dudek und Robert Berski sind ein Künstler-Paar. Jedoch haben beide bisher nur ein einziges Mal gemeinsam ausgestellt und zwar im Kunstverein Bobingen. Für Dorothea Dudek und Robert Berski spielt das Reisen eine wichtige Rolle im Leben und künstlerischen Schaffen spielt. Auf diesen Reisen finden sie oft ihre Motive. Während Robert Berski gleich vor Ort seine Ideen umsetzt, fotografiert Dorothea Dudek ebenfalls, oft sogar gleiche oder ähnliche Motive, diese Fotos dienen als Vorlage für ihre Malerei. Beide lieben urbane Motive sowie Wege und Durchgänge aus ungewöhnlichen Perspektiven. Die gemeinsame Ausstellung des Künstlerpaares gibt dem Betrachter die Gelegenheit verschiedene Sichtweisen auf ähnliche Motive zu vergleichen.
Dorothea Dudek studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Lodz
Kunstpädagogik an der Universität Augsburg an, welches sie mit dem Magister Artium abschloss.
Robert Berski studierte zunächst Medizin an der Universität Lodz, danach folgten als Gaststudium einige Semester an der Hochschule für Bildende Kunst in Lodz. Von 1997 bis 2001 studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hagen.
Beide Künstler sind seit vielen Jahren an allen wichtigen Ausstellungen in und um Augsburg beteiligt. Beide waren zudem in Einzelausstellungen präsent. Dorothea Dudek zuletzt in der Galerie Schindel in Freiburg sowie in den Kunstvereinen Regensburg und Pappenheim. Ihre Arbeiten wurden von den Bayrischen Staatsgemäldesammlungen, dem Hochbauamt Krumbach und anderen angekauft. Berskis Arbeiten befinden sich in den Städtischen Kunstsammlungen Augsburg.
Beide Künstler wurden mit Kunstpreisen ausgezeichnet: Dorothea Dudek mit dem Paul-Breitkopf-Preis in Marktoberdorf und dem Kunstpreis des Landkreises Günzburg. Robert Berski mit dem Kunstpreis der Volksbank Ostallgäu.
Kunstkuratorin Brigitte Heintze betonte in ihrer Einführung der Ausstellung, dass die gemeinsamen Reisen oft der Auslöser für neue Arbeiten sind. „Beide Künstler gehen mit dem Fotoapparat auf Motivsuche. Dazu fahren sie manchmal in größere Städte wie Frankfurt oder Lodz oder sie suchen ganz gezielt interessante Gegenden aus, um dort ihre Motive zu finden. Sie unternehmen dann gern Ausflüge in Straßen nicht so belebter Viertel, sie erkunden aufgelassene Hallen und Fabriken oder Toreinfahrten mit den dahinter liegenden Arealen.
Während Berski seine Fotografien als selbstständiges Medium auffasst und behandelt, verwendet Dudek ihre Fotografien als Ausgangspunkt für ihre Malerei. Ihr Spektrum ist groß und reicht von urbanen Motiven wie Straßenszenen, Durchblicken auf Höfe über Interieurs bis hin zu Menschendarstellungen
Die Ausstellung nennt sich: „Blickwinkel“. „Laut Wikipedia bezeichnet der Blickwinkel die Perspektive, unter der bestimmte Dinge betrachtet werden, beziehungsweise die Richtung, die sich von einem bestimmten Standpunkt aus ergibt. Es macht die Fähigkeit eines Künstlers aus, diese Perspektive und Richtung so zu bestimmen, dass auch die unspektakulärsten Dinge zu subtilen oder dramatischen und faszinierenden Arbeiten werden, die den Betrachter lange fesseln und beschäftigen. Beide Künstler beherrschen die Kunst des Blickwinkels hervorragend“, betont Brigitte Heintze. Während Berski sich auf die Schwarz/Weiß-Fotografie reduziert hat, greift Dorothea Dudek zu einer subtilen Farbigkeit. Oft wählt sie eine zurückhaltende Farbpalette, akzentuiert durch einen gezielten Lichteinfall oder eine leuchtende Farbe. „Diese Farbe hat dann Signalcharakter, sagt viel aus über das Bild. Die Auftragsweise der Farben unterstreicht die Wirkung. Dudek trägt die stark verdünnten Farben in Schichten lasierend auf. Jede Schicht muss erst sorgfältig trocknen, bevor die nächste Schicht gemalt werden kann. Dadurch entsteht eine feine, fast transparente Farbigkeit, die den Bildern etwas Geheimnisvolles, Entrücktes verleiht“, so die Stadtberger Kunstkuratorin. (si)
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