Das Warteschleifenlied ist bei den Anrufern im Stadtberger Rathaus der Hit

Über die „Hommage“ an die junge Stadt Stadtbergen „I war überall in Stadtberga“, freut sich Erster Bürgermeister Paulus Metz, der die Musiker Karl Pösl (Mitte) und Daniel Vazquez zur Premiere des „Warteschleifensongs“ im Rathaus begrüßte. Foto: Ingrid Strohmayr

Die unterhaltsame Musik „I war überall in Stadtbergen“ ertönt, während die Bürger in der Warteschleife des Rathauses auf ihre Verbindung warten. Das kommt bestens an und sorgt für gute Laune unter den Anrufern.

Eine „Liebeserklärung“ an seine Heimatstadt Stadtbergen richtet der im Stadtteil Deuringen beheimatete Lehrer und Musiker Karl Pösl. In einem fröhlichen Lied verarbeitete er die Straßennamen aller vier Stadtteile, die nun in der Warteschleife der Stadt Stadt Stadtbergen als Song ertönen. „Das sorgt für gute Laune bei den Anrufern und Stadtbergen hat nun ein weiteres Alleinstellungsmerkmal“, freut sich Erster Bürgermeister Paulus Metz über die gelungene unterhaltsame musikalische Untermalung.

Jetzt schwebt Pädagogen ein didaktisches Projekt für junge Menschen vor: „Warum stellt man sich mit seinem Namen vor? Um Nähe und Vertrautheit zu schaffen“. Genauso verhält es sich mit Pösls Vorhaben: „Kenne ich die Straßennamen und Bilder meiner Umgebung, komme ich ihr näher und bin mit ihr „vertraut“. Vertrautes ist viel wertvoller als Anonymes. Auch im Falle von Migration kann Vertrautheit eine Hilfe zur Integration sein. So banal es auch erscheint, so ist das Benennen und Kennen von Namen (auch von den „Facebookfreunden) ein Samenkorn für positive Gefühle und Freundschaft.

Geoff Mack lieferte die Vorlage

Im Original heißt das Warteschleifenlied „I´ve been everywhere“ ein Song aus dem Jahre 1954, komponiert von Geoff Mack. „Es ist eingängig und nicht schwer zu singen. Der Text besteht lediglich aus Ortsnamen und einem kleinen Textgag am Ende der letzten Zeile. Man war halt überall in seiner Heimat oder sonstwo“, sagt Karl Pösl. Diesen Gedanken hat er für Augsburg und Stadtbergen aufgegriffen. Als langjähriger Deuringer Bürger, der die Privilegien des Lebens in der Stadt Stadtbergen bewusst wahrnimmt, war es nur ein kleiner Schritt, musikalisch seinen Patriotismus und damit seine Sympathie zu den Menschen auszudrücken, denen er in seinem Umfeld begegnet. „Soweit meine ganz private Intention“, lacht Karl Pösl, der 20 Jahre Mitglied der bekannten Augsburger Country- und Westerband „Nashville Train“ war und über 1000 Lieder – auswendig – in seinem Repertoire hat.

Digitale Medien

In der Bildungspolitik läuft eine heiße Debatte bezüglich der Herausforderungen im Umgang mit digitalen Medien. Und als leidenschaftlicher Lehrer, der jeden Tag neue Ideen ausbrütet, war es für Pösl nur ein kurzer Schritt, um eine didaktische Konzeption zu erstellen, die es Schülern ermöglicht, kreativ und mit Freude zu arbeiten. Dabei werden – je nach Lust, Laune und Können – alle Lernbereiche abgedeckt. Die kleinste Anforderungsstufe ist das Karaokesingen (Originaltext) mit Playback – Videoaufnahme mit einem Handy. Um einen neuen Text zu kreieren benötigt man nur eine Straßenliste. Die Straßennamen werden dann in Silbenzahlen unterteilt.

„Man muss nicht singen können, sondern lediglich den Mut haben, Namen zu einem Playback zu rappen, man kann mit dem Handy die genannten Straßen o.a. filmen und daraus einen eigenes Video erstellen. Fortgeschrittene können anhand der mitgelieferten Tonspuren eigene Tonmischungen erstellen und dem Film unterlegen. Benötigt wird lediglich ein Freewareprogramm wie Audacity, um den neuen, von Schülern gesungenen Ton zur Karaokemusik aufzunehmen, ein Freewarevideoschnittprogramm wie Moviemaker, um die Schülervideos zusammenzuschneiden und den Ton hinzuzufügen. Dazu noch eine motivierte Lehrkraft, die technikaffin genug ist, um sich diesen Herausforderungen zu stellen. „Das Endziel kann ein Youtubevideo gemacht von Schülern sein, die nun wissen, wie audiovisuelle Medien hergestellt werden. Wettbewerbe etc. könnten das Ganze würzen“, erläutert Pösl sein Projekt, das er der Parkschule Stadtbergen vorstellen wird. (si)

Warteschleifenlied des Stadtberger Rathaus

I war überall in Stadtbergen (eine Liebeserklärung an Stadtbergen)
Text: Karl Pösl am 06. November 2016

Prolog:
I bin neilich schwer bepackt bei Radegundis lang gloffa
Do hot a Laster ghalta sagt des hot sie jetzt guat troffa
Wenn´sch mit zum Marktkauf willsch, dann hocksch di zu mir nei,
a greilichs Wetter war´s, drum hock i mi in da Laster nei.
Da fragt´r mi, wo iss denn Ochsengass und i sag mei,
z´Stadtberge do kenn i jede Stroß.
I war überall Ma, i war überall Ma in Stadtberga auf jeden Fall Ma…
Z´Fuaß und mit´m Fahrrad, i war überall.
Ahorn, Argon, Bauern, Finken, Löschweg, Lauschberg, Kirchen, Linden,
Panzerstroß, Eibenweg, Elmar-Fryer, die neie Turnhall war ganz schee teier,
Sankt Florian zu guter Letzt hält sei Hand über Bürgermeister Metz
Refrain: I war überall Ma, i war überall Ma in Stadtberga auf jeden Fall Ma…
Z´Fuaß und mit´m Fahrrad, i war überall.
Ab nach Leitershofen
Ackerweg, Almweg, Alpenstraß, Alte Gass, Höhenweg, Bergstraß, Feuerhaus, Brunnenplatz
Kirchberg, Ulrich, Lindenmahd, mit der Blaskapell do wird´s net fad
Schlossberg, Herrgott in Leitershofen
Do wohnen wahrlich koine Doofen
Ab ins Virchowviertel
Wankel, Otto, Benz und Daimler, beim Obi gibt´s oo Abfalleimer
Fleming, Ulmer Landstraß, Virchow, Ringeisenweg, Von-Behring, Impfstoff
Stenglin die Fritz-Aichele-Farm, z´Klinikum iss noh, wenn´s die zwickt im Darm
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