Ein Herbstfest bei den „Schwalben“

Ein voller Erfolg war das Herbstfest mit Speis und Trank zu dem die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in der Schwalbenstraße ihre Nachbarn eingeladen haben. Foto: Ingrid Strohmayr

INTEGRATION/ Seit Juni bewohnen 35 Flüchtlinge ein Haus in der Schwalbenstraße in Stadtbergen. Jetzt luden sie zum Herbstfest ein, um sich bei den Nachbarn für die freundliche Unterstützung und Hilfe zu bedanken.

Ingrid Strohmayr

Mollokhia, Tabouleh. Fattah, Falafel, Magadarah, Sgni, Engara, Aicha und Ussi - in den Genuss dieser traditionellen kulinarischen Köstlichkeiten aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Irak und der Ukraine kamen die vielen Gäste, die der freundlichen Einladung zum Herbstfest der Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in der Schwalbenstraße gefolgt sind. „Mit diesem Fest möchten für jetzt einfach DANKE sagen für die freundliche Aufnahme, Unterstützung und Hilfe der Bürger in Stadtbergen, insbesondere natürlich unserer Nachbarn“, sagt der 20jährige Syrer Mohammad Bozan in hervorragendem Deutsch. In Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe Stadtbergen stellte die „Männer-WG“ ein multikulturelles Fest auf die Beine, das bei Gästen wie Gastgebern bestens ankam. „Sie haben ihr Haus auf Hochglanz geputzt, sich beim Kochen übertroffen, dekoriert und bereits im Vorfeld höchst motiviert alles ganz genau geplant“, freut sich Pfarrer i.R. Norbert Greim, der als einer der Koordinatoren der Flüchtlingshilfe Stadtbergen für die „Schwalben“ zuständig ist. Am wärmenden Lagerfeuer, Getränken und den internationalen Spezialitäten kamen die Besucher gleich ins Gespräch mit ihren neuen Nachbarn. Stefan und Christina Ostermeier wohnen mit den beiden Söhne Andreas und Felix gleich gegenüber. Sie bedauerten, dass der Informationsfluss seitens des Hausbesitzers und des Landratsamtes vor dem Bezug des Hauses gleich „Null“ war. „Wir wussten nicht, was auf uns zukommt. Anfangs ging es insbesondere an Sommerabenden schon recht laut zu, zudem war der Gestank bei den Mülltonnen unerträglich“, räumt Ostermeier ein. „Natürlich machte sich auch Langeweile machte unter den jungen Männern breit, aber heute funktioniert unser Zusammenleben bei gegenseitiger Rücksichtnahme bestens, da alle sehr kooperativ, und vor allem sehr nett und freundlich sind“, sagt Stefan Ostermeier. Erste Kontakte zu den jungen Flüchtlingen knüpfte bereits vor einigen Monaten Dieter Oliver Ringmann aus München. Er ist oft bei seinen Eltern in der Schwalbenstraße und lernte bei seinen Besuchen einige der Asylsuchenden kennen. „Sie haben mich spontan eingeladen, wir kamen ins Gespräch, ich helfe ihnen beim Lernen und den Hausaufgaben, wir besuchten auch gemeinsam Augsburg, gingen einkaufen oder organisierten ein Grillfest““, erzählt Ringmann, dem die Integration der Flüchtlinge am Herzen liegt. Stephan Scheufffelhut trifft die Jungs oft an der Bushaltestelle auf ihrem Weg in die Berufsschule. „Eine schöne Idee, die auch super umgesetzt wurde, uns zu einem Herbstfest mit diesem tollen selbstzubereiteten Essen einzuladen. Ich finde es super, dass wir uns jetzt bei dieser Gelegenheit näher kennenlernen können“. Er versprach sich bei seinen Kollegen der Wasserwacht-Ortsgruppe Stadtbergen dafür einzusetzen, dass die Flüchtlinge bald das Schwimmen lernen. „Zwei sind schon jetzt dabei“ freut sich der junge Mann. Barbara und Arno Schürrer kamen mit ihrem Enkel zum Fest und ließen sich nicht lange bitten, erstmals die Flüchtlingsunterkunft auch von innen anzuschauen. „Alles piccobello“, lacht die Hausfrau. Gatte Arno fügt hinzu, dass er besonders von der Hilfsbereitschaft der jungen Flüchtlinge sehr angetan ist. „Sie boten einem Nachbarn sofort ihre Hilfe an, der beim Ausladen sperriger Teile Probleme hatte“. Arno Schürrer schätzt zudem die eher zurückhaltende, fast schüchterne Art seiner neuen Nachbarn: „Aber Angst vor unserem Hund brauchen sie wirklich nicht zu haben“!
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