Flüchtlingsforum am runden Tisch

Wem kann man trauen und was ist die Wahrheit in der Flüchtlingsfrage? Ein Diskussionskreis bei der AWO Schwaben versuchte etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

AWO Schwaben lud zur Diskussion über Migrationsfragen und Meinungsbildung ein.

Im Spannungsfeld zwischen dem Aufruf zu grenzenloser humanitärer Hilfe und der Forderung nach Zuwanderungsbeschränkung mittels durchdachtem Einwanderungsgesetz bewegte sich eine Asyl-Debatte, zu der die AWO Schwaben nach Stadtbergen eingeladen hatte. Deren Ziel war auch, hinsichtlich Flüchtlingsfragen ein kleines bisschen mehr Transparenz in das momentane Informationsgemenge aus Fakten, Meinungen und Argumenten zu bringen.

Diskussion auf Augenhöhe


„Wem kann man trauen und was ist die Wahrheit? Als Schmiechener Hobbywirt bin ich direkt an den Menschen dran und wundere mich über das Gehörte an den Stammtischen immer wieder“, sagte Organisator Wolfgang Mayr-Schwarzenbach vom AWO-Bezirksvorstand und warf den Köder aus ins „Fischglas“, das heißt hinein ins kreisförmige Podium bestehend aus Christoph Frey, Leiter der Lokalredaktion Augsburg-Land der Augsburger Allgemeinen, AWO-Schwaben-Präsidiumsvorsitzendem Dr. Heinz Münzenrieder, Stef Maldener und dem afghanischen Flüchtling „Pouya“ vom Augsburger Grandhotel Cosmopolis, einer neuartigen Verbindung aus Asylunterkunft, Kunstateliers und Hotelbetrieb, Jana Weidhaase vom Bayerischen Flüchtlingsrat sowie Natalie Wachowski von der zentralen Rückkehrberatung Südbayern. Fishbowl oder Fischglas nennt sich ein neuartiges Veranstaltungsformat, das den Besuchern ermöglicht, sich in den Diskussionskreis einzugliedern und sich auf Augenhöhe an der Debatte zu beteiligen. Das Konzept ging auf, denn der flexibel besetzbare Platz wurde bis zum Ende des Abends durchwegs von den Gästen in Anspruch genommen.

Schaffen wir das?


Für einen spannenden Abschluss sorgte Mitorganisatorin Antonia Kraus mit der einfachen und mittlerweile doch so brisanten Frage „Schaffen wir das?“. Münzenrieder zeigte sich zuversichtlich und verwies auf die erfolgreich gehandhabten Flüchtlingswellen in der deutschen Vergangenheit. Frey vertrat eine ähnliche Position: „Migration hat es immer gegeben und wird es immer geben. Asyl ist nur ein Teil davon. Natürlich wird sich unsere Gesellschaft dadurch verändern. Es wird Spannungen geben. Aber ja, ich glaube, wir schaffen das, aber wir müssen definieren, was wir schaffen wollen, und wir müssen den Menschen, die zu uns kommen, Zeit geben.“ Gefördert wurde die Stadtberger Veranstaltung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.
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