Geplantes Gewerbegebiet unterhalb des Bismarckturms sorgt für Protest

Entlang der B300 zwischen Stadtbergen und Steppach könnte ein neues Gewerbegebiet auf 20 Hektar Fläche entstehen. In der unteren Hälfte des Bildes ist das bestehende Gewerbegebiet zu sehen. Foto: Stadt Stadtbergen

Südlich der B300, unterhalb des Bismarckturms könnte ein neues Gewerbegebiet entstehen. Ein Projekt, das seit geraumer Zeit nur in nicht-öffentlichen Sitzungen des Stadtberger Stadtrates beraten wurde. Das neue Bündnis für "natürlich-nah-dran" ist gegen eine Ausweisung.

Südlich der B300 zwischen Stadtbergen und Steppach, westlich vom und nördlich von Kleeanger, Leiterle und Kornfeld könnte ein neues Gewerbegebiet auf 20.000 Quadratmetern Fläche, etwa der Größe von 40 Fußballfelder, entstehen. Ein Projekt, das seit geraumer Zeit nur in nicht öffentlichen Sitzungen des Stadtrates beraten wurde. Mit Plakaten und Flugblättern wehrt sich jetzt das neu gegründete Bündnis für "natürlich-nah-dran", das sich aus SPD, Grüne, Bund Naturschutz und unabhängigen Bürgern zusammensetzt.

"Wir fürchten, dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden", betont der SPD-Vorsitzende Dieter Fromm. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Gewerbegebiete, aber hier handelt es sich um ein Filetstück enormer Grüße. Damit geht ein Naherholungsgebiet verloren", so Fromm.

Grünen-Stadtrat Thomas Miehler befürchtet, dass es für die Landwirte keine Ausgleichsflächen für landwirtschaftliche Nutzung geben wird.

"Die vorgesehene Hauptanbindung an die B 300 mittels einer erweiterten Ampelkreuzung in Höhe OBI wir zu einer weiteren Belastung der Bundesstraße stadteinwärts führen. Es droht ein permanenter Schleichverkehr durch Deuringen, Stadtbergen und auch in Leitershofen", so SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Mair.

Auch die für 2019 geplante Straßenbahn Linie 5, von SPD/Grüne begrüßt, muss die B 300 in Richtung Norden queren, was den Verkehrsfluss zusätzlich behindern könnte. Auch die Gewerbesteuereinnahmen würden oft überschätzt, da 80 Prozent der Stadtberger Betriebe keine Gewerbesteuer zahlen.

Erster Bürgermeister Paul Metz (CSU): "Wir sollten jetzt noch nicht über Gewerbesteuereinnahmen sprechen, für uns stehen Praktikumsplätze, Ausbildungsplätze, Arbeitsplätze vor Ort sowie Flächen für ortsansässige Betriebe im Focus. Die von uns favorisierte Variante für das neue Gewerbegebiet umfasst eine Gewerbefläche von etwa 20 Hektar, die stufenweise entwickelt werden soll". Die bisherigen gewerblichen Bauflächen im bestehenden Gewerbegebiet nördlich der B 300 haben eine Gesamtgröße von 26,5 Hektar Darin nicht enthalten ist das Grundstück der Stadt Augsburg mit zwei Hektar, auf dem sich der P + R Platz und die Straßenbahnwendeanlage mit Busbahnhof befinden. Die Erschließung, so Metz, soll über die Kreuzung beim OBI erfolgen. "Eventuell besteht die Möglichkeit unten gegenüber von Mercedes eine Ein- und Ausfahrt zu bekommen. Eine Verbindung übers Wohngebiet wird es nicht geben, das wäre glatter Unsinn".

Das Bündnis für "natürlich-nah-dran" will die Bürger befragen und das Gespräch mit der Stadt suchen. Als letzte Möglichkeit sieht Fromm ein Bürgerbegehren.
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