Goldene Hochzeit in Stadtbergen: Das Herz am rechten Fleck

Erster Bürgermeister Paulus Metz gratulierte dem Stadtberger Ehepaar Ursula und Günther Haueisen bei einem Gläschen Champagner zur Goldenen Hochzeit. Foto: Ingrid Strohmayr

JUBILÄUM/ Ursula und Günther Haueisen feierten am 31. Oktober ihre Goldene Hochzeit. Beide versichern: „Es war Liebe auf den ersten Blick!“

Ingrid Strohmayr

„Ich habe einen Mann mit dem Herz am rechten Fleck geheiratet. Und das gilt nicht nur im übertragenen Sinne. Bei meinem Gatten liegt nämlich ein „totaler situs inversus“ vor, das heißt alle inneren Organe liegen seitenverkehrt, also Herz rechts, Blinddarm links, etc. Aber auch ohne diese Besonderheit würde ich ihn sofort wieder heiraten“, fügt Ursula Haueisen mit einem Augenzwinkern hinzu. Umgekehrt ist aber auch Ehemann Günther von der richtigen Wahl vor 50 Jahren überzeugt. Zu den ersten Gratulanten der Goldenen Hochzeit am 31. Oktober zählte Stadtbergens Erster Bürgermeister Paulus Metz, der mit einem Sektpräsent dem Jubelpaar herzlichst im Namen der Stadt gratulierte.
Das Paar lernte sich am 6. März 1962 auf dem Medizinerball im Hotel „Weißes Lamm“ kennen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“ bestätigen beide freudig. Sicher hat das Kennenlernen auf dem Tanzparkett dazu beigetragen, dass das Ehepaar seit Ende der 60er Jahre bis heute wöchentlich eine Stunde in der Tanzschule Trautz/Salmen ihrem Hobby frönen. Daran änderte sich auch nichts als 1969 Sohn Michael und 1971 Tochter Marion geboren wurden. Mit der Geburt ihrer Kinder widmete sich Ursula Haueisen ganz der Kindererziehung und dem Haushalt, während der junge Vater ab 1968 am Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß als Lehrer für Englisch und Französisch, als Mitarbeiter im Direktorrat und ab 1990 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2004 als stellvertretender Schulleiter tätig war. 1989 zog die kleine Familie von der Hammerschmiede nach Stadtbergen um, ein Schritt den sie bis heute, nicht nur wegen des kürzeren Schulwegs, nie bereut haben. Die Erfahrungen mit den Kindern in der Schule und den eigenen trugen natürlich wesentlich zum derzeitigen Zweitberuf „Oma und Opa“ bei. „Denn wann immer wir gebraucht werden, übernehmen wir sehr gerne unsere Enkel Sarah (7) und Felix (5)“, erzählen die stolzen Großeltern. Nicht so einfach ist es das bei den drei weiteren Enkelkindern Maxwell (10), Stella (7) und Leo (5), sie sind in den USA geboren, leben in Boston. „Sie sind schon echte kleine Amerikaner, deren Akzent, wenn sie deutsch sprechen, uns immer wieder begeistert“ lacht Ursula Haueisen, die erst seit wenigen Tagen aus den USA von ihren „Babysitter-Diensten“ zurück ist. Zur Freude des Ehepaares kommen ihre „Amerikaner“ jedes Jahr für sechs Wochen nach Stadtbergen.
Wie lautet das Rezept für 50 Jahre glückliche Ehe? „Ein absolutes Erfolgsrezept gibt es sicherlich nicht, doch gegenseitiges Vertrauen, absolute Offenheit, sowie das Ignorieren kleinerer Schwächen bildet die Grundlage für eine 50jährige glückliche Ehe. Und wenn es dann hin und wieder mal einen kleinen Streit gibt, soll dieser bis zum Abend beigelegt sein, so dass man am nächsten Tag schon wieder gemeinsam Pläne schmieden kann“, sind sich Ursula und Günther Haueisen einig. Jetzt erholt sich das Jubelpaar beim Bergwandern in Südtirol. „Sollte es schneien, wird es uns sicher wieder in den Beinen „bitzeln“, in Erinnerung an die vor vier Jahren aufgegebenen heißgeliebten Skiurlaube“. Für die Zukunft wünscht sich das junggebliebene Ehepaar weiterhin gute Gesundheit, um noch einige Reisepläne realisieren zu können und vor allem eine weniger hektische, eine friedlichere Welt, in der „es sich nach wie vor zu leben lohnt.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.