Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen

Palliativmediziner Dr. Dr. Eckhard Eichner (Vorstandsvorsitzender der Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung) e.V., (links im Bild) unterzeichnet mit Stadtbergens Erstem Bürgermeister Paulus Metz und Dr. Ilona Luttmann, Fachvorsitzende für Altenhilfe vom Diakonischen Werk die Charta. Foto: Ingrid Strohmayr

UNTERZEICHNUNG/ Im Rahmen eines Festakts wurde in Stadtbergen die Charta zur

Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im Bürgersaal durch Ersten Bürgermeister Paulus Metz, Dr. Eckhard Eichner, Vorstandsvorsitzender der Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. und Dr. Ilona Luttman, Fachvorstand vom Diakonischen Werk unterzeichnet.

Ingrid Strohmayr

Die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Die fünf Leitsätze der Charta formulieren Aufgaben, Ziel und Handlungsbedarf, um die Betreuung sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei immer der betroffene Mensch.
Erster Bürgermeister Paulus Metz Stadt unterzeichnete für die Stadt Stadtbergen in einem öffentlichen Festakt im Bürgersaal, in Kooperation mit der Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung Augsburg e.V. die Charta. „Wir sind dankbar, dass jetzt in Stadtbergen mit dem Hospizdienst des Seniorenheim Schlößle, unter der Leitung von Cornelia Geppert unter dem Dach des Diakonischen Werks, eine Einrichtung wirken wird, deren Arbeit wir als segensreich empfinden dürfen. Segensreich nicht nur für die Kranken und Sterbenden, sondern auch für deren Familienangehörige. Auch sie finden in den Mitarbeitern des Hospizdienstes Unterstützung und Trost. So trägt die Stadt die Ziele des Rahmenkonzepts für Hospizarbeit und Palliativversorgung in der Region Augsburg mit. „Ziel ist es Menschen in ihrer letzten Lebensphase umfassend zu betreuen und zu begleiten und damit zu einer möglichst guten Lebensqualität bis zuletzt und einem Leben bis zuletzt beizutragen“, sagt der Bürgermeister. Die Stadt und vor allem die Diakonie wollen dieses Rahmenkonzept mit Leben erfüllen. Als Standort mit Seniorenheimen, Seniorenwohngemeinschaften, betreutem Wohnen, einer Klinik und mehreren Pflegediensten ist für die Stadt Stadtbergen Anlass die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen zu unterzeichnen.
Der Dank des Bürgermeisters galt dem Palliativmediziner Dr. Eckhard Eichner, Vorsitzender der Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. (AHPV), der dieses Netzwerk gegründet hat und auch das Rahmenkonzept erarbeitet hat. Ein Sterben in Würde hängt auch von den Rahmenbedingungen ab, unter denen Menschen miteinander leben. „Schwerstkranke Menschen haben ein Recht auf eine umfassende, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung und Begleitung, die seiner individuellen Lebenssituation und seinem hospizlich-palliativen Versorgungsbedarf Rechnung trägt“, betont Dr. Eckhard Eichner. Dr. Ilona Luttmann hob heraus, dass die Idee ein palliativ-kompetentes Pflegeheim aufzubauen bereits 2015 im „Schlößle“ geboren wurde. Grund dafür war die auffällig gestiegene Zahl von Todesfällen, auffällig auch daher, dass die Verweildauer im Altenheim kürzer wurde. „Nur mit fachlicher Kompetenz kann professionell gepflegt werden und damit den Bewohnern Hilfe und ein höheres Maß an Lebensqualität gesichert werden“, fügt Cornelia Geppert hinzu. Tod und Sterben ist aus einer Pflegeinrichtung nicht wegzudenken, daher muss der palliative Gedanke im Alltag auch umgesetzt werden. Die Mitarbeiter des „Schlößles“ absolvierten mittlerweile erfolgreich die Basisausbildung mit dem Ziel auch mutig, tatkräftig und teamfähig diese als neue „Heimkultur“ umzusetzen. Abschließend bekamen sie mit einer Rose das Zertifikat überreicht.
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