Lebendige Freundschaft wächst von unten

Den krönenden Abschluss des 25jährigen Städtejubiläums zwischen dem sächsischen Olbernhau und der Stadt Stadtbergen bildete der Anschnitt der „Silberhochzeits“ Torte. Von links im Bild: Astrid Flagner, Guido Kolberg, Erster Bürgermeister Paulus Metz und Friedbert Philipp. Foto: Ingrid Strohmayr
JUBILÄUM/ Die Stadt Stadtbergen feierte am Samstag mit Delegationen aus den Partnerstädten „25 Jahre Partnerschaft Olbernhau im Erzgebirge“ mit einem Festakt im Bürgersaal. Feierlich musikalisch umrahmt wurde dieser durch Julia Maucher, Preisträgerin des Jugendmusikpreises am Cello, die von ihrer Mutter Annette Maucher am Flügel begleitet wurde.

Ingrid Strohmayr

Dankbar blickte Erster Bürgermeister Paulus Metz in seiner Festrede anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen dem sächsischen Olbernhau und der Stadt Stadtbergen zurück. Er erinnerte an die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze 1989: „Keiner im Westen hätte damals gedacht, dass der kommunistisch regierte Ostblock eine solche Wandlung erfahren würde. Lebendige, dauerhaft und echte Partnerschaft und Freundschaft wächst von unten, denn nur so konnte das gegenseitige Interesse und das notwendige Verständnis füreinander entwickelt werden“. In den vergangenen 25 Jahren gab es einen ständigen Austausch zwischen den Bürgern beider Städte, den Vereinen und vielfältigen Organisationen, die auch in Zukunft das Verhältnis der beiden Partnerstädte bestimmt. „Neue Akzente werden gesetzt, die auf einem guten, stabilen Fundament aufgebaut werden können. Sie werden den ursprünglichen Gedanken einer freundschaftlichen, partnerschaftlichen Pflege der Beziehungen mit zeitgemäßen Inhalten füllen. Die tiefe Freundschaft erfährt so eine stetige Erneuerung, in der vor allem die Jugend eingebunden wird“, so Metz.
Der damalige 2. Bürgermeister und Partnerschaftsvereinsvorsitzende Horst Brunner machte sich mit einer kleinen Delegation damals auf den Weg nach Sachsen, um eine Stadt zu finden, mit der man die neugewonnene Einheit teilen und gemeinsame Wege gehen kann. „Und sicher war es nicht nur die wunderschöne Erzgebirgslandschaft, die den Ausschlag gab, dass schließlich Olbernhau die auserwählte Stadt wurde“, zeigt sich Guido Kolberg, 1. Stellvertretender Bürgermeister glücklich. Ein Sprichwort sagt: Die Menschen, nicht die Häuser machen die Stadt. „Und es sind die Menschen beider Städte, die diese Partnerschaft seit einem Vierteljahrhundert mit Leben erfüllen. 417 Kilometer und etwa fünf Stunden Autofahrt trennen die beiden Städte, unzählige Kilometer legten die Einwohner von Olbernhau und Stadtbergen seit 1990 zurück, um jeweils in der anderen Stadt interessante Veranstaltungen zu erleben, Freunde zu treffen oder einfach nur Urlaub zu machen. „Aber auch die gegenseitige Hilfe in schwierigen Situationen war mehrfach notwendig und wie es sich für gute Freunde gehört, auch selbstverständlich“, fügt Kolberg hinzu. Mitarbeiter der Olbernhauer Stadtverwaltung bekamen im Rathaus von Stadtbergen erste Einblicke in die Funktionsweise eines freiheitlichen demokratischen und sozialen Rechtstaates und vielfältige Unterstützung bei der Umstrukturierung ihrer Verwaltung. Die großzügige und selbstlose Hilfe der Stadtberger Bürger für die Olbernhauer Einwohner nach dem Hochwasser 2002 bleibt ebenfalls unvergessen. Um eine Städtepartnerschaft über so viele Jahre am Leben zu erhalten, bedarf es eines starken Motors. So galt Kolbergs großer Dank die PaVe-Vorsitzenden Astrid Flagner (Stadtbergen) und Friedbert Philipp (Olbernhau).
Astrid Flagner erinnerte an die Vielzahl der herzlichen Begegnungen, schöne Programme und den intensiven Austausch. Besonders beliebt waren und sind die Fahrten zum 1. Advent nach Olbernhau. „Den Stadtbergern sind inzwischen „Pyramide, Hammer und Lauterbacher“ bekannte Begriffe. Diesen seit 25 Jahren eingeschlagenen, gemeinsamen Weg müssen wir alle weitergehen, mit dem Ziel, den Partnerschaftsgedanken, unser Miteinander, unsere Freundschaft, nun an die Jugend weiterzugeben.“ Ihr großer Dank galt allen Gastgebern, ohne deren persönliche Bereitschaft und Gastfreundschaft ein Kennenlernen und Austausch in dieser Form nicht möglich ist. Friedbert Philipp hob in seinem Grußwort heraus, dass auch die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Olbernhau an den ehemaligen Stadtberger Bürgermeister Dr. Ludwig Fink am 5. November 2011 wie die Ehrenbürgerwürde der Stadt Stadtbergen an den ehemaligen Bürgermeister Dr. Steffen Laub am 17. Januar 2016 ein Viertel Jahrhundert Städtepartnerschaft zwischen Olbernhau und Stadtbergen würdige. Er wünschte den beiden heute amtierenden Stadtoberhäuptern Paulus Metz und Heinz-Peter Haustein (der aufgrund des Besuches des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich in Olbernhau verhindert war) auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit bei der weiteren Gestaltung dieser Partnerschaft.
Nach Grußworten von Chantal Louise-Adéle, stellvertretende Bürgermeister von Brie-Comte-Robert, Fastino Rossetti, stellvertretender Vorsitzender Amici di Gemellaggio, Bagnoli Mella und Kamila Bláhová, Bürgermeisterin aus Litvinov , dem gemeinsamen Abendessen, musikalisch umrahmt durch das Trio Team 70, gab es einen Ausschnitt aus dem Filmarchiv von Ehrenstadtrat Horst Brunner, der eindrucksvoll in seiner Videoproduktion „Rückblicke auf die Anfänge der Städtepartnerschaft“ Revue passieren ließ. Dafür gab es donnernden Applaus von den 160 Gästen, die sich über die „Jugendbilder“ sichtlich freuten.
Abgerundet wurde der Abend mit einer kleinen Ausstellung der vor 25 Jahren erschienenen Presseberichte, darunter auch die Sonderausgabe „Extrablatt“ der STADTZEITUNG zu den Stadtberger Partnerschaftstagen, die am 11. Mai 1991 als achtseitige Beilage und frischgedrucktes Exemplar herausgegeben wurde. Diese wiederum konnten die Gäste in Kopie als umfassende „Bettlektüre“ mit nach Hause nehmen.
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