Lebenshilfe Augsburg: Verabschiedung Wohnheimleiter Thomas Kranzfelder in Ruhestand

Thomas Kranzfelder, Wohnheimleiter der Lebenshilfe Augsburg, wurde in den Ruhestand verabschiedet.
Der langjährige Leiter des Lebenshilfe-Wohnheims in der Haunstetter Bgm.-Rieger-Str. ist nach 17jähriger Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet worden.

Kranzfelder leistete in all seinen beruflichen Tätigkeiten stets Aufbauarbeit. Im sozialen Bereich fing er 1983 als Bereichsleiter im Clemens-Högg-Haus der AWO in Göggingen an. Zuständig war er für die von ihm konzipierten zwei psychiatrischen Wohnheime, eine Tagesstätte für psychisch kranke Menschen und das ambulant betreute Wohnen. 1999 wechselte er zur Lebenshilfe und war seitdem Leiter des damals neu erbauten Lebenshilfe-Wohnheims mit 32 Plätzen für Menschen mit geistiger Behinderung.

Großen Wert legte er von Anfang an auf das Konzept der Wohngruppenversorgung, bei dem sich jede Wohngruppe selber um das Essen kümmert. „Ich kann dieses Konzept nur weiterempfehlen, auch wenn es erhöhte Anforderungen an die Mitarbeiter stellt“, zeigt sich der scheidende Wohnheimleiter überzeugt. Seit 2001 ist das Wohnheim durchgehend voll belegt. Die Lebenshilfe hat sich seitdem einen guten Ruf in der Fachwelt und der Öffentlichkeit geschaffen. Begeistert ist Kranzfelder noch heute darüber, dass er immer Mitarbeiter hatte, die sich mit den betreuten Menschen identifizieren konnten. Ohne gute Pflege der Mitarbeiterschaft wäre das nicht zu erreichen gewesen. „Sie waren emotional mit dem ganzen Herzen dabei.“ Diese menschlichen Qualitäten fänden sich in anderen Berufen „nicht so leicht. Für dieses Engagement sind die Mitarbeiter im sozialen Bereich einfach zu schlecht bezahlt.“, bedauert Kranzfelder. Besonders berührt habe ihn, wenn Eltern nicht von ihrem Kind loslassen konnten und der behinderte Mensch nach ihrem Tod „urplötzlich allein da stand. Gott sei Dank konnten wir immer schnell eine Wohnungs-Lösung finden.“ Er könne betroffenen Familien nur raten, nicht zu lange zu warten, „bis die Verflechtungen so groß sind, dass man nicht mehr loslassen kann“. Im Vergleich zu früher gebe es heute viele Hilfen für das Leben mit einem behinderten Kind. Der scheidende Lebenshilfe-Mitarbeiter betont, dass an erster Stelle das Wohlergehen der Bewohner stehe. Der Bezirk stelle Qualitätsanforderungen und beschränke sich damit auf das Notwendige. „Wir aber gehen über das Notwendige hinaus und bieten unseren Bewohnern mehr.“ Herausforderungen für den Wohnbereich sehe er darin, dass die Klientel sich durch den medizinischen Fortschritt stark ändere und auch die Flüchtlingswelle die Arbeit stark beeinflussen könne. Es erfülle ihn mit Stolz, dass „wir zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Augsburg Land in der ambulant betreuten Wohnanlage Adelheidstraße eine fantastische Lebensgrundlage für Menschen mit Behinderung geschaffen haben mit tollen Betreuungsmöglichkeiten“. Im Ruhestand will Kranzfelder kein „Hochleistungsrentner“ sein. Für ihn beginne nun ein neuer Lebensabschnitt und er nehme viele gute Erinnerungen mit.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.