„Les Fleurs du Mal“

Die Ausstellung von Ingrid Olga Fischer wurde am Freitagabend durch 2. Bürgermeister Michael Smischek im Rathaus-Foyer eröffnet. Im Hintergrund ihr Bild „Le Fleurs du Mal“, Acryl auf Nessel, das 2016 entstand. Foto: Ingrid Strohmayr

VERNISSAGE/ Im Stadtberger Rathaus-Foyer sind derzeit Werke der Künstlerin Ingrid Olga Fischer zu sehen. Sie rief das Kunstforum Mering ins Leben, eine Verbindung von Künstlerinnen der Region. Seit 1986 arbeitet sie freischaffend als Malerin und Grafikerin.

Zur Ausstellungseröffnung „Les Fleurs du Mal“ von Ingrid Olga Fischer begrüßte 2. Bürgermeister Michael Smisckek im Namen des Hausherrn Ersten Bürgermeisters Paul Metz viele Kunstinteressierte im Stadtberger Rathaus-Foyer. Sein besonderer Gruß neben der Künstlerin der Laudatorin des Abends der Kunsthistorikerin Dr. Renate Miller-Gruber.
Ingrid Olga Fischer wurde in Augsburg geboren und ist in Mering aufgewachsen. Von sich selber sagt sie, dass ihr schon sehr früh ihr Berufsziel klar war: „Ich will malen!“ Daher war die logische Konsequenz auch Ihr nächster Schritt. Die Landeshauptstadt München wurde die Heimat von Ingrid Olga Fischer. Dort lebte Sie und studierte auch. Zunächst von 1972 bis 1976 Modegrafik und später dann von 1990 bis 1996 Malerei. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Grafikerin und Stoffdesignerin. Seit 1986 arbeitet sie freischaffend als Malerin und Grafikerin.
Nach dem erneuten Ortswechsel von Ingrid Olga Fischer zurück nach Mering nahm dann die Malerei zunehmend den Vorrang in Ihrem Schaffen ein. In Mering war es auch wo im Jahre 1992 ihre erste öffentliche Vernissage stattfand. Es folgte eine große Fülle an Ausstellungen. Voll Elan wurde das „Kunstforum Mering“ ins Leben gerufen, eine Verbindung von Künstlerinnen der Region. Daraus wurden schließlich die Kunst- und Kulturtage initiiert. Ingrid Olga Fischer ist wichtig geworden, Kunst nicht nur zu schaffen sondern Kunst zu leben und Kunst zu vermitteln.
Insgesamt fanden acht Kunst- und Kulturtage statt. Diese standen für Offenheit, Miteinander und die Kunst.
Später folgte ein erneuter Ortswechsel nach Augsburg. Ingrid Olga Fischer bezog ein wunderbares Atelier in der Kulturfabrik im Textilviertel. Dieses ist zwar aufgrund ihres Schaffensdrangs inzwischen längst zu klein geworden, aber es ist immer noch ein wunderbarer Ort der Schaffenswut und der Freude, der der Künstlerin ein Zuhause wurde. Vom ersten Moment an genoss sie den Blick aus dem Fenster auf die Wiese mit den schönen alten Bäumen. Ebenso schätzt sie dort die Kommunikation mit den Kollegen. Als ganz besonderes Geschenk empfindet Ingrid Olga Fischer das sie unter einem Dach mit dem „Ensemble Theater“ ist.
Seit 2012 ist Ingrid Olga Fischer auch als Dozentin an der freien Kunstakademie Augsburg tätig. Ingrid Olga Fischer erhielt mehrere Preise, unter anderem den Magnus-Remy-Kunstpreis der Schwabenakademie Irsee, den Kunstförderpreis der Kreissparkasse in Neusäß sowie den Ecke-Preis für das Kleine Format. Ingrid Olga Fischers Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen.
Für diese Ausstellung wurde Ingrid Olga Fischer inspiriert von den Gedichten Charles Baudelaires zu dem Band „Les Fleurs du Mal“. Aber auch von dem Klang der französischen Worte. Ingrid Olga Fischer schuf eine Reihe von Bildern, in denen sich locker gemalte, helle Blütenköpfe über einen bedrohlich dunklen Hintergrund legen und so jene literarisch provozierte Stimmung aus Überdruss und Mutlosigkeit optimistisch überdecken. Bei Ihren Werken spiegelt sich aber auch die Auseinandersetzung der Zustände der heutigen Zeit wieder. Leid, Not, Vertreibung, persönliches Scheitern werden zu Bildthemen - die Blüten, die Rosen, dagegen voll sinnlicher Lebendigkeit, Schönheit und Magie stehen für das Glück und die Liebe.
Kunsthistorikerin Dr. Renate Miller-Gruber erläuterte die Ausstellung: „Es sind immer die Gegensätze, mit denen Fischer Spannungen aufbaut und sie dann in eine dichte Form bringt. Wir begegnen in ihren Werken dem Schweren und Düsteren ebenso wie dem Leichten und Hellen, wir sehen bei ihr das Kraftvolle in der Zeichnung wie das Freundliche in den Farben - pointiert in der Verwendung von Schwarz und Weiß -, das Gute und das Böse in Mensch und Natur. So sind ihre Blumen fern jeder süßen Abbildhaftigkeit, ihre Figuren ausdrucksstark und ernst, Freund und Leid scheinen nahe beieinander, die Tiere wirken träg und verträumt, die Collagen enthalten bedrohliche und witzige Elemente. Ihre Objekte wirken durch einen spielerischen und zugleich kritischen Umgang mit einfachen Materialien wie die bunten Plastiktüten, aus denen sie drei üppig poppige Kissen für diese Ausstellung gestaltet hat. Ein echter Hingucker!
So erstaunt es auch nicht, dass Ingrid Olga Fischer, gefragt nach künstlerischen Vorbildern, sich von den Arbeiten der österreichischen Malerin Maria Lassnig fasziniert zeigt, in deren Werk Tragik und Komik oft nahe beieinander liegen. Fischers Arbeiten sprechen den Betrachter emotional an. Ernstes und Heiteres ist erkennbar in ihrer Themenwahl, in der abwechslungsreichen Formensprache und in der experimentellen Ausführung“. (si)
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