„Stadtbergen in Karte und Luftbild“

Eröffnung der Ausstellung „Stadtbergen in Karte und Luftbild“: (Im Bild von links) Dr. Nikolaus Müller, Leiter des Verwaltungsgerichtes Augsburg, Michael Smischek, Zweiter Bürgermeister, Paul Metz, Erster Bürgermeister und Reinhold Rebele, Leiter des Landesamtes für Finanzen, Dienststelle Augsburg. Foto: Ingrid Strohmayr


AUSSTELLUNG/ Bis zum 5. Januar 2018 werden im Stadtberger Rathaus-Foyer Karten und Luftbilder aus den vergangenen 200 Jahren gezeigt. Karlhans Feyrer, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Augsburg erläuterte bei der Ausstellungs-Eröffnung die Entwicklung Stadtbergens in den letzten Jahrhunderten.

Ingrid Strohmayr

Zur Eröffnung der letzten Ausstellung im Jahr 2017 „Stadtbergen in Karte und Luftbild“ hieß 2. Bürgermeister Michael Smischek zusammen mit Ersten Bürgermeister Paul Metz die vielen interessierten Besucher herzlich willkommen. „Diesmal steht nicht die Kunst im Mittelpunkt des Geschehens sondern die Geographie. Wir werden jetzt über den Jahreswechsel einen Einblick in die Welt der Karten und Luftbilder von Stadtbergen bekommen. Ermöglicht wird uns dies vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Augsburg. Smischeks besonderes „Grüss Gott“ galt dem Initiator der Ausstellung, dem Leiter des Amtes Karlhans Feyrer, der auch Stadtberger Bürger ist.
Karlhans Feyrer, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Augsburg betonte, dass das Hauptziel dieser Ausstellung darin liegt, die
Entwicklung der Stadt Stadtbergen in den letzten Jahrhunderten aufzuzeigen. Und dazu sind historische Karten und Luftbilder bestens geeignet.
Zielgruppe der Ausstellung sind daher die Bürger von Stadtbergen, die sich
für ihre Stadt und deren Geschichte interessieren. Feyrers Dank galt Thomas Werthefrongel von der Stadtbücherei. Er hat nicht nur einige historische Bilder zu dieser Ausstellung beigetragen, sondern Feyrer dabei bestärkt, eine derartige Ausstellung in Stadtbergen durchzuführen. Den Ausschlag für die Umsetzung gerade in diesem Jahr gab letztlich die Tatsache, dass Stadtbergen in diesem Jahr sein 10-jähriges Stadtjubiläum feiert.
Wie der Titel bereits ausdrückt, geht es bei der aktuellen Ausstellung um Karten und Luftbilder, genauer gesagt um amtliche Karten und Luftbilder der Bayerischen Vermessungsverwaltung. Diese sogenannten „amtlichen Geobasisdaten“ werden vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation in München und den nachgeordneten 51 Vermessungsämter in Bayern ständig aktualisiert. Sie stehen flächendeckend für ganz Bayern zur Verfügung und werden gedruckter oder digitaler Form abgegeben.
Hauptprodukt der Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Bayern sind Flurkarten. Diese bilden auch einen der Schwerpunkte dieser Ausstellung.
Flurkarten haben in Bayern eine über 200-jährige Tradition. Bereits im Jahr 1808 wurde auf Anordnung des bayerischen Königs Max I Joseph begonnen, alle Grundstücke in Bayern lückenlos zu vermessen. Bayern wurde in der Folge das erste genau und vollständig vermessene Land Europas. Das Ergebnis dieser sogenannten Uraufnahme der insgesamt 21 Millionen Grundstücke in Altbayern und der Rheinpfalz wurde in
26.000 Messtischblättern dokumentiert.
„In dieser Ausstellung präsentieren wir Ihnen die Uraufnahme von Stadtbergen und seinen Ortsteilen aus dem Jahr 1813, die sich aus mehreren Messtischblättern zusammensetzt. Daneben zeigen wir auch die Entwicklung von Stadtbergen von der Uraufnahme bis zur heutigen Digitalen Flurkarte. Ein Highlight ist dabei sicher die Steinplatte des zentralen Flurkartenblatts von Stadtbergen. In diese Steinplatte wurde das Ergebnis der Uraufnahme von Bayern seitenverkehrt von Hand milimetergenau eingraviert. Alle Häuser, Grundstücksgrenzen und topographische Elemente sind bis ins feinste Detail dargestellt. Mit dieser gravierten Steinplatte wurde die Uraufnahme und auch die späteren Flurkartenblätter bis in die Mitte des 20. Jahrhundert vervielfältigt“, erläutert Karlhans Feyrer.
Neben dem Thema „Flurkarten“ wird in der Ausstellung auch die Entwicklung der topographischen Karten im Bereich Stadtbergen vom 16. bis zum 21. Jahrhundert gezeigt. Zu sehen ist dabei auch die erste überregionale Darstellung von Stadtbergen in den Baierischen Landtafeln von Philipp Apian aus dem Jahr 1568.
In einem weiteren Themenbereich werden historische und aktuelle Luftbilder präsentiert. Im Mittelpunkt steht dabei eine Luftaufnahme von Stadtbergen vom Jahr 2015. Bei der Aufnahme handelt es sich um ein sogenanntes Orthophoto. Orthophotos sind vollständig entzerrte, maßstabsgetreue Luftbilder auf der Grundlage einer systematischen Befliegung Bayerns. „Bei dieser Bayernbefliegung wird jährlich ein Drittel – künftig sogar die Hälfte - von Bayern beflogen und in einem aufwändigen technischen Verfahren zu
Orthophotos verarbeitet. Die Luftbilder erhalten so die Eigenschaften einer maßstabsgetreuen Karte und können mit anderen Karten, mit Höhenlinien oder mit jeder Art von raumbezogenen Fachinformationenkombiniert werden“, betonte Feyrer.
Die gezeigten historischen Luftbilder stammen aus den Jahren 1917 und 1945. Die Bilder aus dem Jahr 1945 sind das Ergebnis von Aufklärungsflügen der Alliierten im 2. Weltkrieg. Auf diesen Luftbildern sind noch deutlich die Bombenkrater erkennbar.
Die Bayerische Vermessungsverwaltung ist nicht nur eine der ältesten Verwaltungen in Bayern, sondern auch eine der modernsten mit vielen innovativen Produkten. „Als Beweis dafür haben wir speziell für diese Ausstellung aus unseren Luftbildern ein 3D-Oberflächenmodell von Deuringen erzeugen und es mit einem 3D-Drucker ausdrucken lassen. Ein derart erzeugtes Modell bietet im Vergleich zu herkömmlichen Modellen
aus Holz viele Vorzüge. Es kann sehr schnell und in jedem beliebigen Maßstab erzeugt werden und bietet viele Einsatzmöglichkeiten wie im Bereich Tourismus oder bei der Bauleitplanung. Einen 3D-Eindruck bekommt der Besucher auch bei der Betrachtung eines sogenannten Anaglyphenbildes von Stadbergen. Durch Überlagerung der Farben rot und grün erhält man mit einer entsprechenden rot-grün-Brille einen verblüffend guten räumlichen Eindruck. „Ebenfalls speziell für diese Ausstellung haben wir aus amtlichen Geobasisdaten einen virtuellen Bildflug über den Großraum Augsburg erstellen lassen, der auf dem Präsentationsbildschirm zu sehen ist. Hier gibt es nähere Informationen über die Aufgaben des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Augsburg und die Produkte der Bayerischen Vermessungsverwaltung. „Mit jährlich ca. 1000 Grundstücksvermessungen und etwa 2000 Gebäudeeinmessungen bleibt die Vermessung weiterhin unsere Kernaufgabe, auch wenn der Begriff erst am Ende unserer Amtsbezeichnung steht.
Karlhans Feyrer: „Wenn jemand ein Jubiläum feiert, ist es üblich, dem Jubilar ein Geschenk zu machen. „Unser Geschenk an Stadt Stadtbergen ist diese Ausstellung und ein Großteil der Exponate, die nach den Ausstellung ins Eigentum der Stadt Stadtbergen übergehen. Zurückgeben muss ich leider die Steinplatte mit der Uraufnahme von Stadtbergen. Diese ist Bestandteil des weltweit größten Lithographiesteinarchiv im Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München und damit quasi ein bayerischen Kulturerbe“.
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