Palliativ, Hospiz und Sterbehilfe

BU: Auf Einladung von Kreis-Senioren-Union und Kreis-Frauen-Union diskutierten Mediziner, Politiker und Seelsorger zum Thema Sterbehilfe. Mit dabei waren (von links): MdB Hansjörg Durz, Jakob Berger, Irmtraud Hainsch-Mueller, Volker Haug, Therese Wicha, Renate Flach und Marion Kehlenbach. Foto: Ingrid Strohmayr
Rund 80 Zuhörer kamen zur Podiumsdiskussion „Palliativ.Hospiz. Sterbehilfe“ ins Foyer des Bürgersaals. „Das Thema bewegt die Menschen mehr, als wir erwartet haben“, freute sich Frauen-Union Kreisvorsitzende Marion Kehlenbach, die gemeinsam mit der Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Therese Wicha, zu der Informationsveranstaltung einlud. Ärzte, Politiker und Geistliche diskutierten mit den Besuchern das neue Sterbehilfe-Gesetz, dass im November 2015 im Bundestag verabschiedet wurde. „Es ist ein Gesetz von Maß und Mitte, ein Meilenstein in der Versorgung Schwerstkranker und Sterbender“, sagte Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz (CSU). Neben Durz nahmen noch Dr. Irmtraud Hainsch-Mueller, Oberärztin Palliativmedizin, Renate Flach, Leiterin Hospizverein Albatros in Augsburg sowie Dr. Jakob Berger, Vorsitzender des schwäbischen Hausärzteverbandes und Volker Haug, Dekan im Ruhestand an der Diskussionsrunde teil. Ziel sei es, Klarheit über das Gesetz zur umstrittenen Sterbehilfe sowie zur Verbesserung der Palliativ- und Hospizversorgung zu schaffen, erläuterte Kehlenbach. Durz betonte, dass es den Abgeordneten nicht nur darum ginge, die geschäftsmäßige Förderung von Sterbehilfe unter Strafe zu stellen, sondern auch darum, die Versorgung Schwerstkranker oder betagter Menschen am Lebensende deutlich zu verbessern. Die beiden Gesetze waren nun Thema des Informationsabends. Dabei äußerten sich alle Diskutanten erleichtert, dass künftig geschäftsmäßig betriebene Suizidbeihilfe, wie sie etwa von Vereinen betrieben wird, unter Strafe steht. Einigkeit bestand auch darin, dass der flächendeckende Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung der richtige Weg sei. „Es geht um die Möglichkeiten für ein würdevolles Sterben und Selbstbestimmung im Alter“, so Durz. Auch die Mediziner begrüßten das neue Gesetz. Mit der Not der Patienten dürfe kein Geschäft gemacht werden, und das Verabreichen einer Giftspritze widerspreche auch ihrem Verständnis als Ärztin, sagte die Oberärztin am Klinikum, Hainsch-Mueller. Und Berger ergänzte, dass das Leben auch dann noch wertvoll sei, auch wenn das Ende leidvoll sein kann. „Sterben ist auch schwer“, wusste Renate Flach von ihrer Arbeit als Leiterin des Hospizverein Albatros. Durch eine fürsorgliche Betreuung könne man Schwerstkranken und Sterbenden aber viel Not nehmen. Der evangelische Pfarrer Volker Haug ging auf den religiös-ethischen Aspekt ein. „Jeder ist von seinem Gott selber gefordert“, so Haug, der auch die Veranstalter und den ausgesuchten Themenabend lobte: „Wir brauchen in der Gesellschaft eine Diskussion zum Tod und Denkanstöße auf die Frage ‚Was ist menschenwürdiges Sterben?’“.

BU: Auf Einladung von Kreis-Senioren-Union und Kreis-Frauen-Union diskutierten Mediziner, Politiker und Seelsorger zum Thema Sterbehilfe. Mit dabei waren (von links): Hansjörg Durz, Jakob Berger, Irmtraud Hainsch-Mueller, Volker Haug, Therese Wicha, Renate Flach und Marion Kehlenbach.
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