Stadt Stadtbergen und Markt Diedorf wollen den Aufstieg zum Mittelzentrum

Hinsichtlich sozialer Einrichtungen und dem großen Angebot an schulischen Einrichtungen bis hin zum Gymnasium stelle der Markt Diedorf eine Zentrumsfunktion für den westlichen Landkreis dar.
 
Die Stadt Stadtbergen sei durch ihre hervorragende Verkehrsanbindung und die sehr guten Einkaufsmöglichkeiten weit über die Stadtgrenzen von Bedeutung. Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek


Der Landesentwicklungsplan (LEP) wurde im Jahr 2006 zum letzten Mal erneuert. Damals hatten bereits die Kommunen Stadtbergen und Neusäß sich um die Höherstufung zum Mittelzentrum beworben. Diedorf hatte hierzu keinen Antrag gestellt, wie vom Ersten Bürgermeister der Marktgemeinde, Peter Högg, zu erfahren war: "Wir hatten keine Chance gesehen und uns damals zurückgehalten".

Im Rahmen des Anhörungsverfahrens zum Entwurf der Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogrammes Bayern vom 12. Juli 2016 beantragten jetzt aber die Stadt Stadtbergen und der Markt Diedorf gemeinsam die Aufstufung zum Mittelzentrum. Zwar hatten sich die drei Bürgermeisterkollegen aus Stadtbergen Paulus Metz, aus Neusäß, Richard Greiner und aus Diedorf, Peter Högg beraten und waren zu dem Ergebnis gekommen, dass sie sich vorstellen könnten diesen Antrag gemeinsam zu stellen. Allerdings hatte der Neusässer Planungs- und Umweltausschuss am 18. Oktober 2016 bereits beschlossen, nach dem ersten gescheiterten Versuch vor ein paar Jahren Mittelzentrum zu werden, einen neuen Vorstoß zu wagen und die Bewerbung der Stadt Neusäß schon vor der Einladung der Stadt Stadtbergen zu einem gemeinsamen Gespräch fristgerecht eingereicht. Für eine gemeinsame Bewerbung zum Mittelzentrum mit Stadtbergen und Diedorf hätte die Stadt Neusäß einen neuen Beschluss fassen müssen. Mit Blick auf das Ablaufen der Frist zum Anhörungsverfahren Mitte November war das nicht mehr möglich. Dies war bei der Besprechung der Bürgermeister der Kommunen bekannt. Es gibt aber in der Stellungnahme des Regionalen Planungsverbandes die Anregung, dass, sollte keine der drei Kommunen alleine zum Mittelzentrum aufgestuft werden, eine gemeinsame Einstufung von Diedorf, Stadtbergen und Neusäß befürwortet werde. Der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner erklärte, dass die Stadt Neusäß für diese Möglichkeit offen sei und dies auch in ihrer eigenen abgegebenen Stellungnahme an das Heimatministerium angegeben habe.

Somit stellten die Stadt Stadtbergen und der Markt Diedorf nun einen Doppelantrag, um sich um die Aufstufung zum Mittelzentrum zu bewerben. Die Stadt Stadtbergen hat 15 000 Einwohner. Sie sei durch ihre hervorragende Verkehrsanbindung, sehr gute Einkaufsmöglichkeiten und ihrem kulturellen Angebot weit über die Stadtgrenzen hinaus von Bedeutung, führte Bürgermeister Metz in dem Antragsschreiben an. Die perfekten Verkehrsanbindungen spiegeln sich durch den direkten Anschluss an den beiden Bundesstraßen 17 und der B 300 wider. Der öffentliche Nahverkehr zeichne sich durch zwei weitere Straßenbahnlinien, sowie einem gut funktionierenden Bussystem aus. Weiter verfüge die Stadt Stadtbergen über zahlreiche überregionale Einrichtungen wie das Exerzitienhaus der Diözese Augsburg, die Wohnungsbau GmbH für den Landkreis Augsburg, die Geschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt, den Bezirksverband Schwaben mit dem überregional tätigen Haus der Familie, die Waldhausklinik sowie die Landwirtschaftsschule mit dem Zuständigkeitsbereich für den gesamten Regierungsbezirk Schwaben. Darüber hinaus übernehme das Stadtberger Gewerbegebiet eine erhebliche Versorgungsfunktion für den westlichen Landkreis. Die Partnerkommune Diedorf hat 10 000 Einwohner und verfüge ebenfalls über eine gute Verkehrsanbindung. Durch die direkte Anbindung an die B 300 und die Zugehörigkeit zur Bahnlinie Augsburg-Ulm-Stuttgart verfüge Diedorf über eine ausreichende und gute Infrastruktur. Hinsichtlich sozialer Einrichtungen und dem großen Angebot an schulischen Einrichtungen bis hin zum Gymnasium, stelle der Markt eine Zentrumsfunktion für den westlichen Landkreis dar. Im Markt Diedorf haben mittelständische Unternehmungen mit überregionaler Bedeutung ihren Sitz, des Weiteren gebe es ein hervorragendes Einzelhandelsangebot. Darüber hinaus könne der Markt Diedorf eine intakte medizinische Versorgung sowie eine Vielfalt an sozialer Einrichtungen bieten. Beide Kommunen verbinden der Mittelschulverband sowie die Zusammenarbeit im Abwasserzweckverband Schmuttertal. Bei gemeinsamer Betrachtung beider Kommunen, so sind sich Stadt und Markt einig, verstärke sich ihre zentrale Bedeutung für den westlichen Landkreis. Sie sehen sich durch diese Tatsachen prädestiniert für die Entwicklung eines weiteren Mittelzentrums. (Jutta Kaiser-Wiatrek )
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