Stillstand ist Rückschritt!

Standen Rede und Antwort zum Thema „NEIN zum Stillstand“ (von links im Bild) Erster Bürgermeister Paul Metz, Stadtrat Gerhard Heisele (Freie Wähler), Unternehmer Carlo Wenig, Stadtrat Tobias Schmid (CSU) und Günther Oppel (Pro Stadtbergen). Foto: Ingrid Strohmayr

BÜRGERINFORMATION/ CSU, Pro Stadtbergen und die Freien Wähler informierten im Bürgersaal zum Bürgerentscheid am 12. Juni. Sie sprechen sich für ein Gewerbegebiet südlich der B 300 aus.

Ingrid Strohmayr
Stadtbergen. Da waren selbst die Veranstalter der CSU, Pro Stadtbergen und der Freien Wähler überrascht, der Bürgersaal Stadtbergen platzte fast aus allen Nähten, weitere Stühle wurden herangeschleppt um Sitzgelegenheiten für über 200 interessierten Bürger zu schaffen. Das derzeit heiß diskutierte Thema „Ausweisung eines Gewerbegebietes südlich der B300“ erregte die Gemüter und die Befürworter informierten aus erster Hand „ehrlich und unverfälscht“, wie Moderator Tobias Schmid, Vorsitzender der CSU Stadtbergen, betonte. CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Kleindienst begrüßte die Vertreter auf dem Podium Ersten Bürgermeister Paul Metz, Carlo Wenig, Geschäftsführer der Firma Borscheid & Wenig, Günther Oppel (Pro Stadtbergen) und Gerhard Heisele von den Freien Wählern. Für Kleindienst steht fest: „Wir können auf Dauer nicht mehr ausgeben als wir einnehmen. Aus diesem Grund fordert die CSU seit Jahrzehnten eine vernünftige Gewerbeansiedlung und eine Stärkung des Mittelstands. Fakt ist, dass dieses Gebiet an der B300 seit 30 Jahren bereits im Flächennutzungsplan der Stadt als Gewerbefläche ausgewiesen ist. Wenn nicht hier, wo dann? An der B300 finden Unternehmer die besten Voraussetzungen.“ Die Gewerbesteuereinnahmen von gut zwei Millionen Euro, so Kleindienst, sind im Vergleich zu anderen Gemeinden vergleichbarer Größe eher bescheiden und sicher steigerungsfähig. „Es ist unsere Pflicht für stabile Einnahmen zu sorgen, die Alternative „Schulden machen“ ist einfach, aber unseren nachfolgenden Generationen gegenüber verantwortungslos“, so Kleindienst.
Erster Bürgermeister Paul Metz erklärt, dass jede Woche Gewerbeflächeanfragen von Firmen kommen, denen nichts angeboten werden kann. Weiter sieht das Stadtoberhaupt, dass Ökologie und Nachhaltigkeit für diesen Gewerbepark eine wichtige Planungsgrundlage sei, insbesondere ist die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort entscheidend. Das Argument der Gegner, dass nur etwa 20 Prozent der Stadtberger Betriebe Gewerbesteuer zahlen, lässt Metz nicht gelten. „Von 506 steuerpflichtigen Gewerbebetrieben, bezahlen über 50 Prozent Gewerbesteuer“. Welche Art von Gewerbe könnte sich dort ansiedeln? Durch die Nähe zum Klinikum könnte sich der Bürgermeister auf dem 20 Hektar großen Gelände einen Wissenschafts- und Zukunftspark vorstellen, einen weiteren Lebensmittel- oder einen Baumarkt brauchen wir nicht. Das bestehende Gewerbegebiet gegenüber, das vom Einzelhandel geprägt ist, hat eine Größe von rund 27 Hektar. Noch einmal stellte der Erste Bürgermeister klar: Es gibt bisher keinen Stadtratsbeschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplanes.
Carlo Wenig, Geschäftsführer des Autozulieferers Borscheid & Wenig, wohnt in Stadtbergen und hat seinen Firmenstandort für 130 Mitarbeiter in Diedorf und in Gersthofen. Er bedauerte, dass in Stadtbergen seit langem Stillstand für ein zusätzliches Gewerbegebiet herrscht, das heißt allerdings auch Rückschritt befürchtet der Unternehmer, der den Standort an der B300 für prädestiniert hält. Auch er wollte vor einigen Jahren in Stadtbergen seinen Betrieb erweitern, was wiederum an den fehlenden Gewerbeflächen scheiterte. In Gersthofen investierte das Unternehmen 11 Millionen Euro in weitere Flächen für Produktion und Logistik. Er hält es für wichtig, dass jetzt die Kommune auch Voraussetzungen schafft, Gewerbeflächen zur Verfügung stellt und diese in realistischer Zeit und in entsprechenden Größen umsetzt.
Für Günther Oppel steht fest: „Seit ewigen Zeiten ist das Gewerbegebiet an der B300 im Flächennutzungsplan enthalten, die Bebaubare Fläche war früher wesentlich größer und wurde 1989 überarbeitet. Um Reserven für die Zukunft zu haben, wurde es kleiner gemacht, damals waren sich alle Fraktionen einig, dass dies an der B300 der ideale Standort ist. Es handelt sich hierbei um keine Überraschung, selbst bei der Diskussion um den Standort eines neuen Gymnasiums, das dann in Diedorf gebaut wurde, waren bereits Teile der Fläche im Gespräch.“
Aus Sicht der Freien Wähler gibt es keinen besseren Standort als den an der B300, sagt Gerhard Heisele. Für ihn und alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion steht fest, dass es definitiv keine Zufahrt durch die Wohngebiete, wie von den Gewerbegebietsgegnern immer wieder behauptet wird, geben wird. Der Anbindung erfolgt ausschließlich bei OBI über die B300. Das Argument der Gewerbegebietsgegner des Bündnisses „natürlich-nah-dran“ (SPD, Grünen und dem Bund Naturschutz), dass das Naherholungsgebiet in Gefahr ist, lässt Heisele nicht gelten. „Das Feld entlang beim Marktkauf als ein solches zu bezeichnen ist lächerlich. Hierbei handelt es sich um landwirtschaftlichen Grund der durch Immissionen der B300 belastet ist. Das Wohngebiet südlich der B 300 profitiere daher von der Bebauung, da es besser vor Lärm geschützt ist. Auch dass die Stadt keinen Einfluss darauf habe, welches Gewerbe angesiedelt werden könnte, lassen die Befürworter nicht gelten. So kann die Stadt beispielsweise Spielhallen und Discos untersagen, die Größe der Gewerbeflächen festlegen und durch den Bebauungsplan ihren Einfluss geltend machen.
Abschließend hob Erster Bürgermeister deutlich heraus, dass es definitiv „kein Spiel hinter den Kulissen“ gibt und geben wird. Lediglich Personal und Vertragsangelegenheit sind vertraulich und werden im Stadtrat auch so behandelt!“
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Ines Mayer aus Stadtbergen | 26.05.2016 | 18:07  
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