Vorerst keine neue Gewerbeansiedlung südlich der B300

„Keine Ausweisung eines Gewerbegebietes südlich der B 300“: Freuen sich über das gute Ergebnis des Bürgerentscheids (von links im Bild) die Vertreter des Bündnisses „Natürlich-Nah-Dran“ Paul Reisbacher (Grüne/Bund Naturschutz), Dieter Fromm, Roland Mair und Rolf Dittrich von der SPD. Foto: Ingrid Strohmayr

BÜRGERENTSCHEID/ Freude bei den Vertretern des Bündnisses „Natürlich-Nah-Dran“, das sich aus SPD, den Grünen und dem Bund Naturschutz zusammensetzte. CSU und Pro Stadtbergen bedauern, dass keine neuen Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen und die Interessenten wohl abwandern werden.

Der Wähler hat entschieden: Auf die formulierte Frage des Stadtberger Bürgerentscheids „Sind Sie dafür, dass auf die Ausweisung eines Gewerbegebietes südlich der B 300 verzichtet wird und alle diesbezüglichen planerischen Maßnahmen durch die Stadt Stadtbergen beendet werden?“ entschieden sich 64,38 Prozent der Stadtberger Stimmberechtigen. Das sind 3344 der abgegebenen Stimmen, die sich gegen eine Ausweisung der etwa 20 Hektar großen Fläche, die seit Anfang der Achtzigerjahre im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche ausgewiesen ist, entschieden. Damit war auch das Quorum von den mindestens geforderten 2238 Ja-Stimmen (1850 Bürger stimmten für „NEIN, also befürworteten damit die Weiterführung der Planungen) erfüllt. Von den insgesamt 11452 stimmberechtigten Wählern gingen 5202 Bürger (45,42 Prozent) am Sonntag zur Wahl. Für SPD-Vorsitzenden Dieter Fromm ist es das absolute „Wunschergebnis“: „Ich freue mich über die sehr gute Wahlbeteiligung“. Ebenso zeigt sich SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Mair ganz stolz auf die Stadtberger Bürger, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben und nun letztendlich sich für die besseren Argumente entschieden haben. „Wir fühlen uns dem Stadtberger Motto „Natürlich-Nah-Dran“ verpflichtet. Wir werden eine Gewerbeansiedlung, wie auch die weitere Entwicklung von Stadtbergen mit den Bürgern erörtern und diskutieren.“ Erster Bürgermeister Paul Metz zum Ausgang des Bürgerentscheids: „45 Prozent unserer Bürger haben sich gegen die Ausweisung eines Gewerbegebietes entschieden, ich respektiere demokratisch dieses Ergebnis. Es gibt keinen Beschluss des Stadtrates für das Areal einen Bebauungsplan aufzustellen und dabei bleibt es auch erst einmal!“ Weiter bedauerte Metz, dass nun die Chancen reduziert sind, dass sich die Gewerbetreibenden, darunter auch mehrere Stadtberger Firmen, die Interesse an Gewerbeflächen bekundet haben, sich jetzt wohl in einer anderen Kommune ansiedeln müssen. CSU-Vorsitzender Tobias Schmid, mit Pro Stadtbergen und den Freien Wählern Befürworter des Gewerbegebietes findet dazu noch deutlichere Worte: „Die Stadtberger CSU akzeptiert und bedauert den Ausgang des Bürgerentscheids. Die Argumente waren auf unserer Seite. Der Blick auf andere Bürgerentscheide aber zeigt, dass Befürworter von Infrastrukturprojekten in der Regel unterliegen. Beim Stadtberger Bürgerentscheid war es schwer, gegen sachfremde wahrheitswidrige Behauptungen anzukämpfen. Bilder des „zubetonierten“ Blicks auf den Bismarckturm - um diese Fläche geht es nicht - und das Schreckensszenario „Schleichverkehr“ – alles unbewiesene Behauptungen, haben sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Die Stadtberger CSU wird auch in Zukunft sachorientiert Politik zum Wohle Stadtbergens betreiben und sich nicht auf die Pfade einer SPD begeben“. (si)
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Roland Mair aus Stadtbergen | 17.06.2016 | 22:13  
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