Woerlein will Höfesterben in der Milchwirtschaft verhindern

Aktuelle Proteste der Milchbauern gegen Lidl sind berechtigt. Preisschlacht der Discounter bringt Milchbauern in eine ausweglose Situation

Vor zwei Wochen fand in Brüssel eine außerordentliche Agrarministerkonferenz statt. Hauptthema der Konferenz der Agrarminister der Länder und des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU) war die anhaltende Milchkrise. Die Ergebnisse sind überschaubar und stellen den Erhalt der bayerischen Familienbetriebe keineswegs sicher. Woerlein, Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, fordert ein klares Bekenntnis zur landwirtschaftlichen Struktur in Bayern.

Die Milchmenge muss runter

„Die CSU spricht hier mit drei Zungen: Die Fraktion in Bayern lehnt eine Mengensteuerung ab, während Agrarminister Brunner diese einfordert. Über allem schwebt ein Bundesminister, der mit nebulösen Phrasen auf Zeit spielt. Zeit, die unsere Bäuerinnen und Bauern nicht mehr haben!“ Woerlein verweist auf die letzte reguläre Agrarministerkonferenz, bei der einstimmig seitens der Bundesländer eine Mengenreduktion beschlossen wurde. Auf Bundesebene wurde dieser Beschluss jedoch weitgehend vom CSU-Landwirtschaftsminister ignoriert.

Die Milchproduktion ist nicht mehr kostendeckend

„Seit Herbst 2014 können unsere Milchbäuerinnen und Milchbauern keine kostendeckenden Erlöse für die hochwertige bayerische Milch mehr erzielen. Die Lage auf den Höfen ist existenzbedrohend", erklärt der SPD-Abgeordnete. "Die Schaffung einer Mengensteuerung im Krisenfall, welche die BayernSPD schon seit November 2014 fordert, muss endlich auf den Weg gebracht werden – hier handelt es sich um einen Stresstest für die soziale Marktwirtschaft. Es geht darum, ein Höfesterben ungeahnten Ausmaßes zu verhindern, es geht um den Erhalt unserer Strukturen und die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum!“

Auch Milchbetriebe im Augsburger Land vor dem Aus

Der Abgeordnete, der in seinem Stimmkreis Augsburg-Land-Süd eine enge Verbindung zu den Landwirten pflegt und somit weiß, wie ernst die Lage in den einzelnen Betrieben unserer Region ist, verweist ferner auf die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft in Bayern – jeder siebte Arbeitsplatz hängt von der Landwirtschaft ab. Alleine in der Molkereiwirtschaft sind 12.000 Menschen in Bayern beschäftigt.

Woerlein kritisiert das Verhalten der Discounter: "Bei Maximalforderungen an die Landwirte findet gleichzeitig ein Preisdumping statt, das wiederum auch zu Lasten der Landwirte geht. Im ländlichen Augsburger Raum stellt sich für viele Betriebsleiter nicht mehr die Frage, ob der Hof einmal an den Sohn oder die Tochter übergeben werden soll, sondern ob der Hof noch in diesem Jahr zugesperrt werden muss."
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