Einweihung des Nahwärmenetz Langenaltheim

Das Bild zeigt die Biogasanlage. Im Hintergrund ist Langenaltheim zu sehen. Fotos: Energiegenossenschaft Langenaltheim eG
 
Das Bild zeigt die Dimension der neuen Heizhalle.


Am 14. Mai 2017 feiert die Energiegenossenschaft Langenaltheim eG, zusammen mit der Naturenergie LA, die offizielle Einweihung des Nahwärmenetzes und der Biogasanlage mit einem Tag der offenen Tür in Langenaltheim, in der Solastraße und auf dem Gelände der Biogasanlage. Die Gäste erwartet ein interessantes Programm, unter anderem mit Präsentationen und Ständen der am Bau beteiligten Firmen und des Gewerbevereins Langenaltheim. Im Festzelt gibt es Speisen und Getränke. Kaffee und Kuchen sind ebenfalls im Angebot. Mit Hüpfburg, Glücksrad, Mal-Stationen, Trettrecker-Parcours und Eis sollen auch unsere kleinen Gäste viel Freude haben.

Wie alles begann

Alles begann im Herbst 2010 mit der Idee, Wärme umweltfreundlich mit regenerativen Energieträgern aus der unmittelbaren Umgebung zu erzeugen. Schon im Dezember 2010 wurde ein Arbeitskreis gegründet, kurze Zeit später wurde in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, der Gemeinde und verschiedenen Planungsbüros die Idee konkretisiert. Die Gründungsversammlung der Energiegenossenschaft Langenaltheim eG fand im Juli 2012 statt. Es folgten über 4000 Stunden ehrenamtliche Arbeiten, Besichtigungen anderer Nahwärmenetze, Besuche bei Bürgern und vieles mehr.

Nur durch große Innovationsbereitschaft aller Beteiligten konnten Risiken und Unwägbarkeiten ausgeräumt werden. Die Biogasanlage ging kurz vor Weihnachten 2011, nach nur 3,5 Monaten Bauzeit, auf dem Sondergebiet für "Erneuerbare Energien Naturenergie LA" im Osten von LA mit 380 kW el. in Betrieb.

Der Spatenstich für das Nahwärmenetz und das Heizhaus der Energiegenossenschaft Langenaltheim eG erfolgte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Biogasanlage erst im Dezember 2012. Die Verzögerung ergab sich durch den Wunsch der Genossenschaft, alle interessierten Bürger, Firmen und die gemeindlichen Liegenschaften ohne Ausnahme anzuschließen.

Die Schwierigkeiten lagen im Wesentlichen an der Planung des etwa elf Kilometer langen Leitungsnetzes für 199 Anschlüsse (Kindertagesstätte, Schule, Mehrzweckhalle, Gemeindezentrum, das Altenheim der AWO und die Fa. Löffler und viele mehr).

Start der Wärme-versorgung 2013

Im August 2013 konnten die ersten Häuser mit Wärme versorgt werden. Pünktlich zur 1. Heizperiode wurde die Leistung der Biogasanlage auf 760 kW el ausgebaut. Damit war die Grundversorgung sichergestellt. Um die Wärmegarantie auch bei sehr kalter Witterung oder bei Ausfall einzelner Komponenten sicherzustellen, sind im Heizhaus ein Hackschnitzel-Ofen mit einer Leistung von 990 kW und zur weiteren Sicherheit ein Ölofen mit 800 kW installiert.

Im Dezember 2014 waren alle 199 Anschlüsse am Wärmenetz. Insgesamt wurden 2016 5 500 000 kWh in das Wärmenetz eingespeist. Damit konnte die Gemeinde insgesamt rund 650 000 Liter Heizöl einsparen. Die Biogas-Anlage erzeugte im gleichen Zeitraum 5 500 000 kWh Strom, die beiden PV-Anlagen zusätzlich 65 000 kWh Strom.

Überschüssige Energie wird genutzt

Die überschüssige Wärme der Biogas-Anlage wird im Sommer zur Veredelung beziehungsweise Trocknung von rund 2500 srm Hackschnitzel verwendet, welche durch die Naturenergie LA an die Energiegenossenschaft geliefert werden.

Eine ausgefeilte Fütterungstechnik der Biogas-Anlage erlaubt den Einsatz schwer vergärbarer Einsatzstoffe wie Gras (zehn Prozent), Pferdemist (zehn Prozent) und Getreide, Ganzpflanzensilage (GPS) (20 Prozent). Der Anteil von Gülle/Mist liegt bei 35 Prozent, der Mais-Anteil somit nur bei 25 Prozent.

Durch die Kooperation mit Ackerbaubetrieben kann eine sinnvolle und umweltfreundliche Verwertung der Gärreste sichergestellt werden.

Mit dem Wärmenetz kam das High-Speed Internet

Mit der Verlegung des Leitungsnetzes wurde gleichzeitig ein Glasfaserkabel verbaut. Dieses dient der zentralen Steuerung und Abrechnung der Verbraucherstände, der Systemüberwachung und bietet 113 Haushalten die Teilnahme am Highspeed-Internet.

Durch Bepflanzungen, Begrünungen, die Einrichtung eines Brutplatzes für Falken, die Installation von fünf Fledermauskästen und NNistplätze für eine Mauersegler-Kolonie wurden alle Naturschutzauflagen Ende 2016 erfüllt.

(pm)
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