Elektroniker Für Betriebstechnik

Florian Uhlig. Foto: pm


"Ich habe bereits als Kind mit meinem Opa an kaputten Bohrmaschinen geschraubt", erinnert sich Florian Uhlig. Und, haben sie danach wieder funktioniert? "Meistens schon", antwortet er schmunzelnd. Inzwischen dürfte die Erfolgsquote des 20-Jährigen beim Reparieren elektronischer Geräte nahe Hundert Prozent liegen. Schließlich lernt der Heidenheimer im Rahmen seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der Altmühltaler Mineralbrunnen GmbH alles, um strombetriebene Anlagen und Maschinen instand zu halten. "Elektroniker für Betriebstechnik ist ein relativ komplexer Beruf", erklärt der Azubi in der Elektronikwerkstatt des Treuchtlinger Getränkeherstellers. Wenn er Verteilerkästen für Sicherungen baut oder die Durchgängigkeit von Schutzleitern prüft, verwendet er ein spezielles Messgerät. Liegen alle Werte im zulässigen Bereich? Falls nein ist gegebenenfalls eine Reparatur fällig. Das erforderliche Handwerkszeug lernt er in der unternehmenseigenen Werkstatt - vom Abisolieren der Kabel bis zum Löten von Kontakten. Die dazu benötigten theoretischen Kenntnisse - zum Beispiel in Mathematik und Physik - werden nochmals berufsbegleitend zur Schule vertieft.

Auch in den großen Maschinenhallen ist der Auszubildende regelmäßig unterwegs. "Letztes Jahr wurde beispielsweise eine Halle komplett neu verdrahtet. Wir mussten jede Menge Kabel verlegen." Ein Job, der auch körperlich anstrengend sein kann. "Manche Kabel haben einen Durchmesser von sieben bis acht Zentimetern und bestehen zum Großteil aus Kupfer. Bei einer Länge von fünf bis zehn Metern kommt da einiges an Gewicht zusammen", gibt der 20-Jährige zu bedenken.

Welche Tätigkeiten er an einem Arbeitstag übernimmt, wird frühmorgens geklärt. "Um 6.50 Uhr versammeln sich die Azubis und Gesellen in der Elektronikwerkstatt. Dann verteilt der Meister die verschiedenen Aufgaben." Sind diese erledigt, startet Florian Uhlig gegen 15.30 Uhr in den Feierabend.

Alle zwei bis drei Wochen steht eine Woche Blockunterricht in der Berufsschule auf dem Programm. Neben Kenntnissen in Sozialkunde, Englisch und Religion werden dort berufsspezifische Inhalte vermittelt - etwa, wie Motoren oder Sicherungen funktionieren. Die entsprechenden Fächer heißen "Steuerungstechnik", "System- und Gerätetechnik" und "Installationstechnik". "Im ersten Lehrjahr hatten wir auch IT-Technik", blickt Florian Uhlig zurück. Dabei erfuhr er unter anderem, wie Computer und Netzwerke aufgebaut sind.

Auf die Altmühltaler Mineralbrunnen GmbH wurde der angehende Elektroniker im Internet aufmerksam. Nach seiner Bewerbung folgte die Einladung zum Vorstellungsgespräch: "Damals hat mich mein heutiger Ausbildungsleiter direkt an die großen Maschinen geführt, sodass ich mir selbst ein Bild von der Produktion machen konnte." Auch die zahlreichen Zusatzangebote für Mitarbeiter des Unternehmens beeindruckten den jungen Mann, zum Beispiel das betriebseigene Fitnessstudio auf dem Werksgelände, Zuschüsse für Auszubildende (etwa zum Führerschein oder zur Altersvorsorge), Weiterbildungsförderung bei Übernahme (zum Beispiel Meisterprüfung) sowie regelmäßige Firmenevents.

Nach seiner Ausbildung will Florian Uhlig auf jeden Fall bei Altmühltaler bleiben. Die Chancen für eine Übernahme stehen günstig. "Wenn es weiter generell so gut läuft, mache ich vielleicht auch irgendwann meine Meisterprüfung", blickt er in die Zukunft. Ob dann noch Zeit zum Reparieren von Bohrmaschinen bleibt? (pm)
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