Freilichtbühne Villenbach : Komödie einer lebenslangen Freundschaft

Drei, die der gleichen jungen und feschen Dame den Hof machten: (von links) Hans (Gerrit Nasch), Willy (Jürgen Almus) und Kurt (Josef Bihler). Foto: Freilichtbühne Villenbach

Eine gute Freundschaft hält ein Leben lang. Das ist das Credo der Komödie „Die Drei von der Tankstelle“, die mit den ersten Vorstellungen auf der Freilichtbühne in Villenbach mit viel Elan umgesetzt wurde. Dafür gab es vom Publikum für ein engagiertes und zugleich faszinierendes Ensemble großen Beifall. Er galt aber nicht nur den Darstellern, denen man den Spaß auf der Bühne sichtlich ansah, sondern auch den gut aufgelegten Tänzern und Sängern.

Die Musik war es auch, die die Zuschauer gleich von Anfang an zum Mitklatschen bewegte. Schlagertexte wie „Ein Freund, ein guter Freund, / das ist das Schönste was es gibt auf der Welt. / Ein Freund bleibt immer Freund, / und wenn die ganze Welt zusammenfällt“ zauberten ein wissendes Lächeln in die Gesichter der Zuhörer.
So wie dieser Text Gefühle transportierte und einen Hauch von Menschenliebe verbreitete, so präsentierte das ganze Stück unbeschwerte Unterhaltung. Und das, obwohl es zuweilen zu heftigen Auseinandersetzungen kam.
Die Komödie lehnte sich eng an den gleichnamigen Erfolgsfilm aus dem Jahr 1930 von Regisseur Wilhelm Thiele. Willy Fritsch, Oskar Karlweis, Heinz Rühmann und Lilian Harvey spielten damals die Hauptrollen.

Vom Galan zum Rivalen

Auch auf der Freilichtbühne standen die drei Freunde Hans (Gerrit Nasch), Kurt (Josef Bihler) und Willy (Jürgen Almus), die dem angenehmen Leben frönten, im Mittelpunkt des Geschehens. Bestgelaunt kehrten sie von einer Reise zurück. Da entdeckten sie, dass sie gehörig in finanziellen Problemen steckten.
Das Trio suchte im Auto das Weite, verkaufte das schicke Fahrzeug und eröffnete von dem Erlös eine alte Tankstelle, um wieder an Geld zu kommen.
Dort lernten die Drei die hübsche wie freche Lilian (Anna Schulz) kennen. Ohne voneinander zu ahnen, wurden die Freunde zunächst zu Galane und dann zu Rivalen um die Gunst der jungen Dame. Missverständnisse und Verwicklungen waren die Folge.

Am Ende wird alles gut

Doch allein Willy ließ Lilians Herz höher schlagen. Erst nach dieser Entscheidung kehrte wieder Friede ein. Aber auch andere Akteure steuerten in den Glückshafen, so Rechtsanwalt Kalmus (Johann Klaus), der seine Sekretärin (Andrea Almus) bezirzte, und Lilians Vater, Direktor Cossmann (Reiner Schiffelholz), der ein Auge auf eine Nachtclub-Chefin (Gudrun Wagner) geworfen hatte.
Bernhard Lernhards Inszenierung war voll von Pointen, die die unbeschwerte Leichtigkeit der Aufführung glanzvoll untermauerten. Der besondere Reiz lag - wie einst im Film – auch hier in der Umsetzung vom Alltag in märchenhafte Elemente. Nichts war unmöglich. Selbst in der zunächst aussichtslosen Lage der drei Lebemänner winkte noch zuversichtlich das Glück.

Mit Witz und Elan

Das Ensemble verkörperte Witz und Elan. Es verstand, heiter das Leben zu interpretieren, aber auch schwerere Zeiten glaubhaft umzusetzen. Zudem wurde fein über die Bühne getanzt.
Neben den Choreografien war auch das tolle Bühnenbild ein Hingucker. Es verband die Handlungsstränge optimal miteinander. Einen Sonderapplaus gab es für den Holz-Autobus, in dem der umfangreiche Theaterchor Platz fand.
Die Besucher äußerten sich begeistert. Sie hoben Schwung und Humor der Aufführung hervor. Auch die Darsteller mit ihrem gelungenen Spiel waren Thema.
Die weiteren Aufführungen der Komödie: Donnerstag bis Samstag, 21., 22. und 23. Juli, sowie Donnerstag und Freitag, 28. und 29. Juli. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Kartenreservierungen unter anderem unter www.freilichtbuehne-villenbach.de.

Von Siegfried P. Rupprecht
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