Vorbild Villenbach in Sachen Nahwärmekonzept

Das Villenbacher Nahwärmekonzept ist vorbildlich. Für ihre ausgezeichnete Wärmebilanz erhielt die Gemeinde den Titel "Bioenergiedorf". Foto: privat

Bürgermeister und Entscheidungsträger aus ganz Schwaben informieren sich über den Villenbacher Weg von der Idee bis zur Verwirklichung des Nahwärmekonzepts.

Die kleine Gemeinde Villenbach rückte kürzlich bei der Veranstaltung "Die Wärmewende aus kommunaler Sicht" im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg in den bayernweiten Fokus. Dazu die Organisatoren mit Bürgermeister Werner Filbrich und dessen Bruder Alfred Filbrich vom Arbeitskreis "Ökologie" zwei Repräsentanten aus Villenbach eingeladen. Dabei referierte Alfred Filbrich vor über einhundert Bürgermeistern, Verwaltungsmitarbeitern und Entscheidungsträgern von Kommunen aus ganz Schwaben über den Weg von der Idee bis zur Verwirklichung des Nahwärmekonzepts in Villenbach.

Unter dem Titel "Optimierte Wärmenutzung im Gemeindegebiet" gab Alfred Filbrich dem Publikum Einblick in die Praxis. Beginnend mit der Historie erwähnte er die Pilotveranstaltung zur Dorferneuerung, der zahlreiche Informationsfahrten und Veranstaltungen sowie Bürgerbefragungen folgten. Nachdem reges Interesse erkennbar war, sei das Projekt gemeinsam mit der Gemeinde, einem Investor und den Bürgern in Angriff genommen und vollendet worden, verdeutlichte der Referent. Somit können nun große Mengen an Abwärme aus den Biogasanlagen sinnvoll genutzt werden, so sein Fazit.

In Zahlen ausgedrückt wurden im letzten Jahr über vier Millionen KWh in Villenbach und Zusamaltheim und eine Million KWh in Wengen von den insgesamt 166 Haushalten, Firmen und öffentlichen Gebäuden verbraucht. Dies entsprach einer Einsparung von 550.000 Liter Heizöl und einem CO2-Ausstoß von 1430 Tonnen.

Öko-Bilanz erhöht


Da in Villenbach neben den Biogasanlagen noch 150 Photovoltaikanlagen und drei Wasserkraftwerke regenerativen Strom erzeugen, habe sich die Öko-Bilanz auf das 5,19-fache des Stromverbrauchs erhöht, so Filbrich weiter. Dass allerdings die Gemeinde Villenbach als einzige Kommune im Landkreis Dillingen mit dem Titel "Bioenergiedorf" ausgezeichnet wurde, liege an der Wärmebilanz, die durch die Versorgung von 57 Prozent der Haushalte mit regenerativer Energie erreicht wurde.

Der Referent informierte die Zuhörer auch über zusätzliche Anreize durch die Gemeinde zur Energieeffizienz.

Hier erwähnte er die Zuschüsse für private Photovoltaikanlagen, den Stromsparwettbewerb, den Zuschuss für den Kauf eines neuen Kühlgerätes sowie einen Anteil an den Kosten einer professionellen Energieberatung beim Neubau eines Hauses.

Unabhängigkeit


In der anschließenden Diskussionsrunde lautete eine der Kernfragen: "Wie kann der Bürger von der Sinnhaftigkeit des Projekts überzeugt werden?" Dazu lieferte Filbrich gleich eine Reihe von Argumenten wie den Verweis auf die hohen Investitionskosten einer neuen Heizung, die Unabhängigkeit von Ölpreisschwankungen, den Verzicht auf einen Ölkeller sowie 20 Jahre Sicherheit durch den Betreiber und nicht zuletzt der wichtige Hinweis auf den Umweltaspekt.
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