Auf den Leib geschnitten – Werksbesichtigung bei Regent

  Weißenburg in Bayern: Manufaktur Regent 1946 GmbH |

Rund 120 Wirtschaftsjunioren aus Neuburg-Donau, Eichstätt, Ingolstadt, Weißenburg und Gunzenhausen trafen sich am 10. Oktober um 18 Uhr in der Augsburger Straße 58-60, um einmal hinter die Kulissen der Manufaktur Regent zu blicken – und auch die gewissen Extras kennenzulernen, welche beispielsweise ein Sakko aus diesem Hause auszeichnen.

Gegründet 1946, werden in der Herrenschneiderei in Weißenburg feinste Anzüge von Hand hergestellt – unter Verwendung der besten und hochwertigsten Materialien, hauptsächlich aus Italien und England.

"Ich hoffe, ihr fühlt nach dem Rundgang die gleiche Begeisterung wie ich nach meinem ersten Besuch hier", begrüßte Markus Meier die Gäste im Regent-Outlet, wo man(n) auch direkt von der Stange edelste Sakkos und Anzüge finden kann. Und dann ging es auch schon in fünf Gruppen direkt in beziehungsweise durch den Betrieb. Schon im Warenlager war die Liebe und Begeisterung der Führer zu dem feinen Zwirn spürbar. Eine Begeisterung und Leidenschaft, die sich während der Begehung durch den Bereich des Zuschnitts über Konfektionierung bis zum fertigen Produkt durchzog. Näh- und Bügelmaschinen aus dem vergangenen Jahrhundert – man fühlte sich direkt in die Zeit zurückversetzt, als Bundespräsidenten sich hier mit Anzügen einkleiden ließen, ebenso wie Filmstars und Musiker. Aber ebenso wie auch die hervorragenden Produkte aus dem Hause Regent, zeugen diese Maschinen von einer Qualität und einer Langlebigkeit, welche nur Markenprodukte aufweisen. Man könnte fast sagen, sie sind kaum totzukriegen.
Aber genau davor stand das Unternehmen noch im vergangenen Jahr: Innerhalb von knapp eineinhalb Jahren bangten im Rahmen der zweiten Insolvenz 50 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Doch im November 2016 kam die Rettung, in Form des Eichstätter Bauunternehmers Andreas Martin Meier und Philippe E. Brenninkmeijer, welche das insolvente Unternehmen gekauft haben, und die einzige deutsche Sakko- und Anzugmanufaktur in Deutschland, schon seit Langem als „Herzensprojekt“ sehen. Bereits seit dem Studium kennen sich die beiden, Meier selbst war seit vielen Jahren Kunde bei Regent in Weißenburg und konnte die Entwick¬lung mitverfolgen. Philippe E. Brenninkmeijer kennt sich nicht nur als "Kind" der C&A-Familie bestens in der Modebranche aus – zuletzt war er CEO bei der Londoner Maßschneiderei „Huntsman“ in London. Gemeinsam wollen die beiden Geschäftsführer der Traditionsfirma wieder zu neuem Ruhm verhelfen und "den Staub" abwischen: mit einer Kombination aus bewährten Stoffen und innovativen Materialien sowie traditioneller Handwerkskunst mit raffinierten Akzenten.
Mit einem Mut, den Alexander Herzog, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen, abschließend besonders betonte: "Dem Mut, Verantwortung zu tragen und etwas zu bewegen!"
Rund 20 Stunden dauert es, bis ein Konfektions-Anzug fertig ist. Aktuell werden pro Tag circa zehn bis zwölf produziert – Tendenz steigend. Ein maßgefertigter Anzug benötigt vom ersten Maßnehmen bis zur Abholung rund zwei Monate. Qualität, nicht nur "Made in Germany", sondern eben auch in echter Handarbeit. Das erklärt auch, warum ein Anzug bei Regent mindestens 2.000 Euro kostet.
Im Anschluss an die Besichtigung bot sich den beeindruckten Wirtschaftsjunioren bei kulinarischen Köstlichkeiten aus dem Hause Herzog nicht nur Gelegenheit zum "Networken", auch ausgesuchte Preise – Krawatten, Einstecktücher und auch ein Manufaktur-Gutschein – fanden ihre glücklichen Gewinner. (jf)
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