„Beispielhaft, was Sie hier tun“

: Beim Gang durchs Unternehmen GUTMANN ALUMINIUM DRAHT: In lebhaftem Gespräch Arbeitsstaatssekretär Johannes Hinterberger und Landrat Gerhard Wägemann, dahinter Manuel Westphal (MdL). (Foto: pm)
 
Der GAD-Produktionsmitarbeiter Tahir Ljiko erklärt den Besuchern (vorn Arbeitsstaatsekretär Johannes Hinterberger, im Hintergrund Artur Auernhammer (MdB) und Michael Wolf, Prozessbegleiter bei der GAD) das selbstorganisierte Schichtprinzip bei der GAD. (Foto: pm)
Weißenburg in Bayern: Gutmann Aluminium Draht GmbH |

GUTMANN ALUMINIUM DRAHT GMBH (GAD) Weißenburg: Staatssekretär, Abgeordnete und Funktionsträger besichtigen

Unternehmen
Weißenburg. Das in diesem Jahr 80 Jahre alte Industrieunternehmen GAD sendet mit seiner Unternehmens- und Arbeitskultur Signale in die Region hinein, aber auch bundesweit. Grund genug für führende Politiker des Bundeslandes Bayern, sich am Freitag, 6. Oktober, einen ersten Eindruck einer zukunftsweisenden Arbeitskultur zu verschaffen. Bayerns Arbeitsstaatssekretär Johannes Hintersberger, MdB Artur Auernhammer, MdL Manuel Westphal, Landrat Gerhard Wägemann und Oberbürgermeister Jürgen Schröppel erlebten im Gespräch mit Repräsentanten des Unternehmens (welches im Mehrheitseigentum der HERMANN GUTMANN STIFTUNG steht) und im Rahmen eines Rundgangs durch Produktion und Verwaltung, was es bedeutet, wenn ein Unternehmen von klassischen, auf einzelne Personen konzentrierten, Hierarchiestrukturen auf eine große Eigenverantwortung aller Mitarbeiter umstellt. Bei der GAD sind bis auf die Geschäftsführung Funktionen wie Produktionsleiter und Schichtführer abgeschafft worden, die früheren Chefs arbeiten heute im Rahmen ihrer Aufgabenbereiche eng verzahnt mit den Inhabern anderer Aufgabenbereiche.
Verantwortung ist das Leitmotiv der seit dem Frühsommer 2015 praktizierten innovativen Unternehmenskultur der GAD: Es geht um Eigenverantwortung für die Aufgabenbereiche, die jeder Mitarbeiter für seine Kompetenzen und Fähigkeiten selbst mitentwickelt hat und für die er nun, im Rahmen seiner Zuständigkeit, ohne Einmischung von Vorgesetzten, selbstständig Entscheidungen trifft. Und es geht um Mitverantwortung für die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, natürlich im Rahmen der jeweiligen Aufgabengebiete. Grundprinzip ist die Erkenntnis, dass jede Arbeit im Unternehmen für das Unternehmen wertvoll ist.
Geschäftsführer Paul Habbel stellte anhand konkreter Beispiele den Wert von Eigenverantwortung für das Unternehmen klar: Sind beispielsweise bestimmte Maschinen nicht voll ausgelastet, gelangen solche Informationen heute ohne Befehlskette unmittelbar und direkt zur Geschäftsführung. Den Besuchern aus der Politik brannten dann etliche Fragen auf den Nägeln: Welche Aufgaben erfüllt in einem Unternehmen ohne klassische Befehlskette der Betriebsrat? Wie sieht es aus mit der Abstimmung der Mitarbeiter untereinander zu Urlaubs- und Arbeitszeiten? Wirkt sich die, auf hohe Selbstbestimmung setzende, Arbeitskultur auch auf die Krankenquote aus? Betriebsratsvorsitzender Christian Helbig stellte klar: Natürlich gilt auch weiterhin das Betriebsverfassungsgesetz. Die Gewichtungen seiner Arbeit stellen sich heute teilweise anders dar, denn das Maß der Eigenverantwortung ist auch eine große Herausforderung und nicht selbstverständlich. Der Produktionsmitarbeiter Tahir Ljiko demonstrierte den Besuchern, wie ein durch die Produktionsmitarbeiter untereinander abgestimmter Arbeitsplan im Schichtdienst aussieht. Früher selbst Schichtführer, empfindet Ljiko den Verlust dieser Position als erleichternd: „Oft war es so, wie man es auch entschieden hat, fand es die eine Seite richtig, für die andere war es falsch“. Zur Krankenquote konnte GAD-Geschäftsführer Habbel ein deutliches Absinken arbeitsbedingter Krankmeldungen konstatieren. Staatssekretär Hintersberger zeigte sich nach dem Besuch beeindruckt. Er bezeichnete dieses Unternehmensmodell als „mutig“ und sah den Fokus auf Eigenverantwortung auch als Spiegel für Politik und Gesellschaft: „Eigenständigkeit und Verantwortung zu stärken, ist auch eine Anforderung an die Politik. Sie setzen mit Ihrer Unternehmensphilosophie Impulse für die Wirtschaft aber auch für die Gesellschaft. Es ist beispielhaft, was Sie hier tun“. (pm)
0
1 Kommentar
6
Jörg Karsunky aus Weißenburg | 22.10.2017 | 15:40  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.