„Blue Whale“ oder „Blauer Wal“

Kripo warnt vor Selbstmord-Spiel. (Foto: Jaromír Chalabala-123rf.de / Symboilbild)


Die Kriminalpolizei hat die Direktion des Werner von Siemens Gymnasium gebeten, die Eltern darüber in Kenntnis zu setzen, dass zurzeit in den sozialen Netzwerken ein Selbstmord-Spiel namens "Blue Whale" oder "Blauer Wal" im Umlauf ist. Diese Mail erreichte auch die StadtZeitung und wir hielten es für wichtig, diese Information weiterzugeben.

Ursprünge liegen im Dunkeln

Angeblich kommt dieser Trend aus den Sozialen Medien in Russland und verbreitete sich von dort in die ganze Welt. Die russische Ermittlungskommission zum Fall "Blue Whale" hat inzwischen einen mutmaßlichen Drahtzieher verhaftet, dem "Anstiftung zum Selbstmord" vorgeworden wird. Acht virtuelle Gruppen soll der 21-jährige Filip Budeikin im sozialen Netzwerk "VKontakte" gegründet haben, die alle zum Ziel haben, Jugendliche in den Selbstmord zu treiben. Er ist davon überzeugt, seine Opfer "starben glücklich. Budeikin, der das Leiden einiger Kinder ausnutzte und Eltern in ihr Unglück riss, ist sich keinerlei Schuld bewusst. Im Gegenteil - er hält sich für den Messias. "Ich gab ihnen, was sie im realen Leben nicht hatten: Wärme, Verständnis, Anschluss". Nach der Verhaftung des Russen gingen die Selbstmordzahlen zurück. Jetzt befürchtet die Polizei aber eine neue Welle.

Verbreitung & Inhalt

Dieses Spiel wird über WhatsApp verbreitet. Zunächst erhalten die betroffenen Personen eine WhatsApp-Nachricht, in der vor diesem Spiel gewarnt wird. Durch das Öffnen der Nachricht erhält man jedoch Zugang zu dem Spiel. Dieses besteht aus 50 Aufgaben, die den Spieler oder die Spielerin immer mehr in den Bann ziehen.

Die Aufgaben werden von Tag zu Tag intensiver und gefährlicher. Sind die ersten Aufgaben noch relativ harmlos, endet das Spiel jedoch in der letzten Aufgabe mit dem Selbstmord des Spielers.

Druck auf Aussteiger

Berichten im Netz zu Folge werden Jugendliche, die das entsetzliche Spiel vorzeitig abbrechen möchten, durch Drohnachrichten unter Druck gesetzt. Äußerungen wie "Deine Mutter wird morgen die Bushaltestelle nicht erreichen" oder "Du kannst dich nicht vor uns verstecken" sollen die Teenager vor Angst vor der unbekannten Bedrohung letztendlich ebenso in den Tod treiben.

Bereits rund 130 Tote

Nach Erkenntnissen der Polizei haben weltweit bis jetzt rund 130 Kinder und Jugendliche dieser letzten Anweisung Folge geleistet. Die falsche Warnung vor "Blue Whale" ist als Kettenmail gestaltet und fordert demnach zum Weiterleiten auf. Diese Nachricht darf auf keinen Fall geöffnet werden und sollte direkt gelöscht werden.

Nerve

Filmisch gleicht dieses Spiel dem Thriller Nerve mit Emma Roberts und Dave Franco der im vergangenen Jahr in den Kinos lief. Zentrales Element des Films ist ein illegales Online-Game, das sich mit riskanten Aufgaben an Jugendliche richtet und ihnen dabei schnelles Geld verspricht.

Aufklärung für Kinder

Die Polizei bittet die Eltern und Sorgeberechtigten, ihre Kinder vor diesem Spiel und den davon ausgehenden Gefahren zu warnen. (pm)
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