Zahl der Straftaten 2016 gesunken

Vorstellung der Kriminalstatistik im Landratsamt. Foto: Landratsamt


Nach leichten Anstiegen der Fallzahlen in den Jahren 2012 und 2013 ist in den letzten drei Jahren wieder ein Rückgang festzustellen. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 129 Fälle - insgesamt 3339 Fälle. 2007 waren es noch 4768 Fälle. Die Zahlen wurden von der Polizei nach der sogenannten Häufigkeitszahl errechnet. Hierbei wird die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner angegeben.

Vergleich zu Bayern
und Mittelfranken

Bayernweit ist seit Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen. So stieg auch 2016 die Gesamtzahl um 9,5 Prozent (+76 558 Fälle) auf 882 473 Straftaten an. Der deutliche bayernweite Anstieg geht mit dem der ausländerrechtlichen Verstöße, welche alle als geklärte Fälle registriert werden, größtenteils einher. Ohne ausländerrechtliche Verstöße betrug die Steigerung lediglich 3,3 Prozent (+19 621, somit gesamt 614 520 Fälle).

Dieser Trend trifft für Mittelfranken nicht zu. Hier betrug der Anstieg lediglich 0,8 Prozent (gesamt + 798 Fälle) beziehungsweise 0,7 Prozent (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ging die Anzahl der erfassten Fälle sogar um 3,7 Prozent (gesamt 129 Fälle) beziehungsweise 3,6 Prozent (ohne ausländerrechtliche Verstöße 122 Fälle) zurück. Die Kriminalitätsbelastung im Landkreis liegt deutlich unter der durchschnittlichen in Bayern, welche im bundesweiten Vergleich am niedrigsten ist.

Für ganz Mittelfranken weist die Häufigkeitskennzahl 5479 und für ganz Bayern 6871 aus. "Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist ein sicheres Fleckchen", so die einhellige Meinung der Polizeichefs der Region, und die Zahlen untermauern diese Aussage.

Aufklärungsquote
leicht gesunken

Im Vergleich zu 2015 ist die Aufklärungsquote um 1,9 Prozent auf 73,4 Prozent gesunken. Für Bayern und Mittelfranken beträgt die Aufklärungsquote nur 66 Prozent. Die Aufklärungsquote unterscheidet sich je nach Delikt beträchtlich. So wurden in den 813 Diebstahlsdelikten nur 42,8 Prozent der Täter ermittelt.

Noch schlechter sieht es bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen aus, hier liegt die Quote sogar nur bei 12,5 Prozent. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Vergleich zu 2015 von 23 auf 40 angestiegen. In den meisten Fällen sind hochprofessionellen Banden, vor allem aus Osteuropa, die Täter. Um den Schutz vor Einbrüchen zu erhöhen verstärkt die Polizei ihre Präsenz in den Straßen und die Fahndungsmaßnahmen. Sie empfehlen den Bürgern aber auch, sich privat zu schützen. Dazu werden regelmäßig Informationsveranstaltungen abgehalten.

Wer sind die Täter

Für das Jahr 2016 ergeben sich im Landkreis 1903Verdächtige. Die Differenz zur Gesamtzahl der Straftaten, die deutlich höher ausfällt, erklärt sich durch Mehrfachtäter. Fast drei viertel aller Straftaten wurden von Männern verübt (74,7 Prozent). Mehr als die Hälfte dieser Täter war bereits straffällig. 12,2 Prozent der Taten wurden unter Alkoholeinfluss begangen, so sind alkoholisierte Täter für 44,8 Prozent aller gefährlichen Körperverletzungen verantwortlich.

Jugendliche unter 21 Jahren waren für 20,4 Prozent aller Straftaten verantwortlich.

Ausländerkriminalität auf Fünfjahreshoch

Von den insgesamt 1903 Tatverdächtigen sind 501 Nichtdeutsche. In nackten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 7,4 Prozent der Bevölkerung (Anteil der Ausländer in der Region) sind für 26,3 Prozent der Straftaten verantwortlich. Rechnet man all die Straftaten heraus, die nur ein Ausländer begehen kann, beispielsweise Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht, dann sinkt die Zahl auf 24 Prozent. Erfasst wurden hier jedoch auch Straftaten von Ausländern die ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben, wie zum Beispiel Osteuropäische Einbrecherbanden. Für Gesamtmittelfranken liegt der Anteil Nichtdeutscher Täter sogar bei 37,4 Prozent.

Überproportional stark vertreten ist diese Tätergruppe bei Diebstahls- und Wohnungseinbruchsdelikten. Bei letzteren lag die Zahl der ausländischen Täter bei 57,1 Prozent.

Diese Zahlen zu kennen, bedeutet sie analysieren und danach gegensteuern zu können. Die hohe Prozentzahl der ausländischen Täter, darunter sind auch viele hier Schutzsuchende, erklärt sich vor allem daraus: sie sind jung, schlechter gebildet, finanziell schlechter gestellt und männlich.

Politisch motivierte Straftaten

Im vergangenen Jahr wurden 24 politisch motivierte Straftaten erfasst und damit neun weniger als noch 2015. Rechtsmotivierte Straftaten machen 66,6 Prozent der politisch motivierten Straftaten aus. Die restlichen acht Fälle werden dem linken Spektrum zugeordnet. (Florian Handl )
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