Aktuelle Bodenrichtwerte zum 31.12.2016 für den Landkreis durch den Gutachterausschuss ermittelt. Erstmals wurde auch ein Immobilienmarktbericht erstellt.

Der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Kreisbaumeister Markus Gläser, und der Geschäftsstellenleiter des Gutachterausschusses, Herr Regierungsrat Karl-Heinz Stöhr, übergaben Herrn Landrat Wägemann das erste Exemplar der neu erstellten Bodenrichtwertliste und des erstmals erschienenen Marktberichtes 2016 (Foto: pm)
Weißenburg in Bayern: Landratsamt |

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind die Grundstückspreise für Bauland, vor allem in den ländlichen Gemeinden, weitgehend stabil. Veränderungen gab es jedoch im Umfeld des Brombachsees und des Altmühlsees sowie der großen Städte Weißenburg und Gunzenhausen sowie des Marktes Pleinfeld. Die Preise für Wohnbauflächen in Treuchtlingen blieben weitge-hend unverändert.
Besonders die Richtwerte für Äcker und Grünland haben steigende Tendenz.
Die Bodenrichtwertliste mit Richtwertzonenkarten für Bauland und Landwirtschaftsflächen, sowie erstmals auch ein Marktbericht 2016 kann bei der Geschäftsstelle des Gutachteraus-schusses im Landratsamt erworben werden.



Die Arbeiten zur Erstellung der Bodenrichtwertliste zum 31.12.2016 sind bei der im Bauamt des Landratsamtes angesiedelten Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte jetzt abgeschlossen worden. Der Vorsitzende des Gutachteraus-schusses, Kreisbaumeister Markus Gläser, und der Geschäftsstellenleiter des Gut-achterausschusses, Herr Regierungsrat Karl-Heinz Stöhr, übergaben Herrn Landrat Wägemann das erste Exemplar der neu erstellten Bodenrichtwertliste und des erstmals erschienenen Marktberichtes 2016 (s. Foto).

Zuvor hatte der Gutachterausschuss in einer sogenannten Vollsitzung auf der Grundlage der von den Notaren übermittelten Kaufverträge die Bodenrichtwerte für alle Städte und Gemeinden mit den zugehörigen Ortsteilen im Landkreis flächendeckend ermittelt und aktuell festgesetzt. Die Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte für unbebaute Baugrundstücke mit definierten Eigenschaften in durchschnittlicher Lage. Sie beziehen sich auf baureifes und erschlossenes Land und dienen dem Ziel eines transparenten Bodenmarktgeschehens, ohne dabei eine bindende Wirkung zu haben.
Sie bilden eine Grundlage bei der Festsetzung der Grunderwerbssteuer, der Schen-kungssteuer und der Erbschaftssteuer sowie bei Vermögungsauseinandersetzungen und in Scheidungsfällen. Für Banken und Sparkassen sowie für den Immobilienmarkt sind die Bodenrichtwerte ein wichtiger Anhaltspunkt für die Bewertung und Einschätzung von Grundstücken.

Für alle Orte und Ortsteile im Landkreis finden sich auf der der Richtwertliste beigehefteten CD-ROM, differenziert nach Nutzungsarten, die Karten aller Bodenrichtwertzonen. Aus der Richtwertzonenabgrenzung kann allerdings nicht automatisch eine Bebaubarkeit abgeleitet werden, diese ist vielmehr weiterhin nur im Rahmen von förmlichen Bauvoranfragen bzw. Baugenehmigungsanträgen möglich.

Besonders hervorzuheben ist, dass durch den der Geschäftsstelle des Gutachteraus-schusses angegliederten Diplom Wirtschaftsingenieur Marcus Grafe, erstmals ein Im-mobilienmarktbericht 2016 erstellt wurde. In diesem werden die allgemeinen Umsätze und Entwicklungen sowie das Preisniveau für den Grundstücksmarkt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bis zum 31.12.2016 dargestellt. Er gibt einen allgemeinen Überblick über den Grundstücks- und Immobilienmarkt im Landkreis und soll Transparenz für das örtliche Marktgeschehen schaffen. Weiter enthält er erstmals Liegenschaftszinssätze für Eigentumswohnungen und entsprechende Umrechnungskoeffizienten, die bei der Wertermittlung von Wohnungen relevant sind.
Der Baulandmarkt zeigt sich im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen nur in den länd-lichen Gemeinden weitgehend stabil. In den größeren Städten und im Seenumfeld lassen sich allerdings durchaus Veränderungen feststellen. Als genereller Trend ist festzustellen, dass nach wie vor altstadtnahe Baulücken für Apartment- und Mehrfamilienhäuser mit gehobener Ausstattung im Trend liegen und gut bezahlt werden.
In der Stadt Weißenburg liegt der Spitzenpreis mit 210 €/m² im Bereich Innere Holzgasse und An der Gebhalde; gefolgt von der Luitpoldstraße, dem Marktplatz und dem Wohngebiet am Wülzburghang mit jeweils 200 €/m². Das Baugebiet Gartenfeld liegt weiter bei 195 €/m².
Im Industriegebiet Süd II (westlich der Bundesstraße) blieben die Bodenpreise Ende 2016 unverändert bei 50 €/m².
In Treuchtlingen markiert das Wohnbaugebiet „Am Brühl“ den Spitzenpreis mit 135 €/m². Es liegt damit noch 5 € über der gemischten Bauzone „Mitte Zone A“ im Alt-stadtbereich um die Bahnhofstraße, welche unverändert mit 130 €/m² in der Liste verzeichnet ist. Insgesamt betrachtet bewegen sich die Preise für Wohnbauflächen in Treuchtlingen damit in einer Spanne zwischen 65 €/m² (Gstadter Str.), Augsburger Str. mit 67 €/m², über den Winkel mit 75 €/m², den Schloßberg mit 90 €/m², das Luckerhölzl mit 105 €/m², bis zum Spitzenwert „Am Brühl“ mit 135 €/m².
Die Baulandpreise in den Ortsteilen von Treuchtlingen blieben weitgehend unverändert; einzig in Graben gab es einen Preisanstieg von bisher 68 auf 80 €/m².
Im Bereich um den Brombachsee sanken in Pleinfeld die Preise für Wohnbauflächen leicht um 5 € von 140 auf 135 €/m². Während in Langlau ein leichter Anstieg von 95 € auf 100,00 €/m² zu verzeichnen ist, sanken die Preise für Wohnbauflächen in Absberg im Gebiet „Fallhaus“ durchschnittlich um 10 € auf 115 €/m². In Ramsberg gab es, nach vorangegangenen Preisrückgängen (vor 2010), zum 31.12.2016 für die Wohnbauflächen erneut einen leichten Preisanstieg auf 125 €/m² (2012 noch 105 €; 2014: 120 €).
In der am Altmühlsee gelegenen Gemeinde Muhr am See stiegen die Bodenrichtwerte für die Wohnbauflächen leicht von 105 auf 110 €/m².
Auch in Kleinstädten, wie etwa in Pappenheim, gab es in Teilbereichen der Altstadt im Mischgebiet um die Klosterstraße, den Marktplatz und die Deisinger Str. Preisanstiege von 33 auf 45 €/m².

Die stadtnah gelegenen Wohngebiete von Gunzenhausen zeigten einen teilweise deut-lichen Preisanstieg:
In den Wohnbaugebieten Reutberg I (2014 : 130 €) und Reutberg II (2014: 120 €) stiegen die Baulandpreise auf 140 €/m².
Während die Zone „Süd-Ost“ weitgehend stabil bei 185 €/m² (2014:180 €) lag, gab es eine größere Preissteigerung in der Wohnbauzone „Süd“, welche von 145 € (2014) auf jetzt 185 €/m² anstieg. Auch in der Wohnbaufläche „Ost“ gab es einen Preisan-stieg von 110 € auf 130 €/m². Wer allerdings das Einheimischen Modell der Stadt Gunzenhausen im Bereich Reutberg in Anspruch nehmen kann, baut ca. 20 €/m² günstiger.
In der Stadt Ellingen kann man Bauland, wie bisher, um ca. 90 - 100 €/m² erwerben. In Haundorf gibt es Wohnbauland um 60 €/m², in Langenaltheim bereits um 40 €/m², wobei jedoch für Bauplätze im neu ausgewiesenen Baugebiet Dornäcker im Ortsteil Büttelbronn bereits 50 €/m² zu bezahlen sind. Markt Berolzheim steht mit 65 €/m² für Bauland in der Liste.
Die günstigsten Preise für Bauland finden sich in kleineren Orten auf dem Jura bzw. auf dem Hahnenkamm, wo bereits für 30,00 €/m² Bauland zu erwerben ist. Das Preisniveau in den meisten Dörfern bewegt sich jedoch zwischen 40,00 bis 80,00 €/m².
Fortgeschrieben wurden auch die Bodenrichtwerte für Landwirtschaftsflächen. Hier zeigt sich, trotz insgesamt steigender Tendenz, dennoch ein durchaus differenziertes Bild der Preisentwicklung in den verschiedenen Gemarkungen. Während sich die Durchschnittspreise für Ackerland Ende 2014 noch in einem Preiskorridor zwischen 2,20 €/m² (Bechtal bei Raitenbuch) bis zu 5,50 €/m² (in Markt Berolzheim) bewegten, stiegen diese nunmehr auf eine Preisspanne zwischen 2,50 €/m² (Geyern, Kaltenbuch, Hundsdorf) bis zu 6,50 €/m² in der Gemarkung Markt Berolzheim, die weiterhin (neben Dittenheim und Meinheim mit jeweils 5,30 €/m² und Trommetsheim und Windsfeld mit jeweils 5 €/m²) Spitzenreiter bei Preisen für Landwirtschaftsflächen ist.
In die Bodenrichtwerte fließen dabei nur Verkäufe ein, die im sogenannten „gewöhnlichen Geschäftsverkehr“ abgewickelt wurden. Was bedeutet, dass einzelne „Ausreißer“ nach oben keinen Niederschlag in der Bodenrichtwertbildung fanden.

Die Gesamtausgabe der Bodenrichtwertliste für Bauland und Landwirtschaftsflächen mit parzellenscharfen Richtwertzonenkarten für den gesamten Landkreis und die Landwirtschaftsflächen können in Form einer Liste mit CD-Rom beim Landratsamt, Gutachterausschuss, gegen eine Gebühr von 150,00 €, per E-Mail: bei
Ute.Herrnberger@landkreis-wug.de, bestellt werden. Der Marktbericht 2016 ist für 50 € zu haben. Das Gesamtpaket erhält man zum Sonderpreis von 180 €. Bei Rückfragen können sich die Bürger auch telefonisch an die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Tel. 09141 902-323, wenden. (pm)
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