20.000 Wanderer in Welden erwartet

Ingbert Hodapp (Mitte vorne) bereitet mit Rudolf Zitzelsberger-Jakobs (Mitte am Laptop) den Rückblick auf die Wandertage vor 40 Jahren vor.
 
Mit dieser Broschüre warben die Wanderfreunde auf die Großveranstaltung im Jahre 1977
Welden: Welden |

Heimatverein Welden blickt mit Ingbert Hodapp auf die Wandertage in 70er Jahren zurück


Mit dieser Schlagzeile auf der Titelseite wies die AZ am 24.7.1978 auf die Wandertage in der Holzwinkelgemeinde hin. Mitverantwortlich für diese große Resonanz, an der dann tatsächlich 22.000 Wanderer teilnahmen, war die Idee von Ingbert Hodapp, ab dem Jahre 1976 Medaillen mit den Motiven der "Neuzeitlichen Olympiade" zu verleihen.
Rudolf Zitzelsberger-Jakobs, Vorstandsmitglied des Heimatvereines, freute sich mit den ca. 50 Besuchern beim monatlichen Stammtisch, auf diese Erfolgsgeschichte mit dem damaligen Hauptverantwortlichen zurückzublicken.
Die 1. Wandertage, für die der TSV Welden eine eigene Abteilung mit dem Vorsitzenden Moritz Hodapp (verst. Vater v. Ingbert Hodapp) gründete, fanden im Jahre 1971 unter dem Motto "Fugger-Gedächtnis-Marsch" statt. Startpunkt war am heutigen Rathausplatz und führte die 1.800 Teilnehmer über den Theklaberg auf die 10 und 20 km Strecken. Zur Belohnung gab es eine Medaille mit dem Abbild der St.Thekla Kirche. Im Folgejahr war eine leichte Steigerung auf 2.100 Wanderer zu verzeichnen, allerdings nahm diese aufgrund der nicht gerade begehrenswerten Motivauswahlen, wie beispielsweise das Wappen der Gemeinde, wieder stark ab. Der Verein befasste sich schon mit dem Ende der Wandertage, rechnete aber nicht mit der Beharrlichkeit ihres damals 28-jährigen Schriftführers, der ab diesem Zeitpunkt seine ganze Energie in das Projekt steckte. Mit der zündenden Idee, Medaillen mit Sportmotiven zu vergeben, kam der große Erfolg in die aufstrebende Gemeinde zurück. Für die Auswahl der Etappen von nunmehr 10, 20 und 30 km war Hans Weishaupt verantwortlich.

Olympia-Medaillen in Gold, Silber und Bronze waren begehrtes Objekt

Nachdem bereits 8.000 Wanderer 1975 das Metall mit den Fußball-Weltmeistern von 1954 und 1974 als Belohnung bekamen, steigerte sich das Interesse an den nun folgenden Olympia-Motiven in ungeahnte Höhen. Die Medaille der Spiele aus 1896 in Athen wollten 18.000 Starter, der Höhepunkt war mit besagten 22.000 Teilnehmern im Jahre 1978 erreicht, bei dem die Wanderer Medaillen der Olympiade von 1904 in St. Louis, USA überreicht bekamen. Vielseitig war das Lob der internationalen Gäste, wobei ein Funktionär das wohl treffendste Zitat aussprach: "Was der FC Bayern für den Fußball, das ist der TSV Welden mit seinen Wandertagen für den Wandersport" . Zu bewältigen waren die logistischen Herausforderungen in dieser Zeit nur mit viel Unterstützung der Bevölkerung und den Ortsvereinen. Bis zu 400 Freiwillige sorgten sich um 20.000 Mittagessen, bei dem mehrere Zentner Kartoffelsalat zubereitet und zwei Ochsen verzehrt wurden. 80 Busse und eine Vielzahl von Autos rollten nach Welden und belegten jeden freien Platz. Beeindruckend waren auch die weiteren Zahlen, die Ingbert Hodapp vortrug. 173.000 Gäste beteiligten sich an den insgesamt 11 Olympia-Wanderungen die 1986 ihren Abschluss fanden. Hierfür wurden 500.000 Prospekte verteilt. An bis zu 55 Volksmärschen beteiligten sich die Weldener im Jahr und legten hierfür 320.000 km mit eigenem PKW zurück. 1,5 Mio. DM Umsatz verbuchte der bereits verstorbene Kassierer Manfred Hausmann. Ein Großteil der Erlöse mit 121.000 DM blieb beim TSV Welden, der sich mit dieser Grundlage 1980 eine neue Sportanlage am Theklaberg bauen konnte. Auch für den Kindergarten in Welden stellte der Verein ein Startkapital von 5.700 DM zur Verfügung. Mit Bildern vom Jubiläums-Wandertag 1985 und einem von Rudolf Zitzelsberger-Jakobs zusammengestellten Videofilm des letzten Wandertages 1986 fand der Abend einen gelungenen Abschluss.
Die gesamte Medaillensammlung ist künftig für die Öffentlichkeit im Schulmuseum zugänglich. Hier findet auch der monatliche Stammtisch des Heimatvereines an jedem 4. Dienstag statt. Weitere Sachspenden und Exponate für das Museum oder das Archiv nehmen die Verantwortlichen, die derzeit noch an der Fertigstellung im "Füreinander-Haus" beschäftigt sind, gerne entgegen.
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