Signal auf freie Fahrt

Hafenleben am Verladebahnhof: Die Mitglieder des Holzwinkler Modelbahn-Clubs haben in ihrer Großanlage Szenarien des täglichen Lebens nachgestellt. Dadurch wirkt sie realitätsnah und kunstvoll zugleich. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Anschauen und genießen: Der Holzwinkler Modellbahn-Club erweckt mit seiner faszinierenden und stimmungsvollen Anlage Kindheitsträume zu neuem Leben.

Der Holzwinkler Modellbahn-Club (HMBC) spielt mit seiner Anlage ohne Zweifel in der Modellbahn-Liga ganz oben mit. Die Weldener Modellbahnfreunde unter der Leitung von Manfred Federle und seinem Stellvertreter Wolfgang Dorner bieten eine Wunderwelt mit faszinierenden Blickfängen. Darin gleiten, rollen und dampfen die verschiedensten Züge, Loks und Schienenbusse vorbei an Bahnhöfe, stattliche Burgen und imposante Klosteranlagen, Hafenbecken, Verladestationen, Dörfern und Städten. Und das alles in realitätsnahen Darstellungen im Miniaturformat. Zuletzt begeisterten die Clubmitglieder mit ihrer Anlage die Besucher bei der Schlossweihnacht in Wertingen.

Beim HMBC erwacht der Kindheitstraum von der eigenen Modelleisenbahn zu neuem Leben. Der Betrachter blickt in eine faszinierende Welt der großen und kleinen Eisenbahnen und staunt über die liebe- und zugleich kunstvoll gefertigten Szenen zwischen Bergen, Wiesen, Wäldern und Großstadtpflaster. Hier originalgetreu gestaltete Modelle von Bahnhöfen und Containerumschlagplätzen, dort Kaianlagen und Schiffe, die be- und entladen werden. Kirchen recken ihre Türme machtvoll in die Höhe, betriebsame Sägewerke zeugen von Wirtschaftskraft, Pferdegespanne erinnern an die alte Zeit und der Gemüsemarkt trotzt vor Angeboten.

Alte Gebäude, versehen mit einem Gerüst, warten auf Sanierung, ein Marktplatz mit Rummel auf Besucher. Der Blick zur romantischen Altstadt zeigt nicht nur das Wahrzeichen, einen mächtigen Kirchenbau, sondern auch mehrere Bogenbrücken, die en miniature eine große Stützweite erahnen lassen. Neben den Zügen sind es vor allem diese kunstvoll arrangierten Alltagszenen, die die Anlage lebendig, innovativ und auch einmalig machen. Der Holzwinkler Modellbahn-Club besteht seit 1988. Damals - am 7. April - wurde er in der Gaststätte "Zum Alten Wirt" im Weldener Ortsteil Reutern aus der Taufe gehoben. Gründungsmitglieder waren Menschen, deren Herzen für Loks in Miniaturformat schlugen. 1991 startete der Club mit dem Bau der heutigen Anlage. Im Herbst 1993 bezog der Verein seine jetzige Unterkunft an der Ganghoferstraße in Welden.

Seit seiner Gründung hat sich der Club kontinuierlich weiterentwickelt. Entstanden ist eine Zuglandschaft, die mittlerweile fast 50 Quadratmeter umfasst. Neben Geld steckten die Vereinsmitglieder vor allem viel Arbeit und Herzblut in die Anlage. Jahrelang wurde an Kleinstadt-Szenarien und Idyllen gebastelt. Der Anspruch war groß. Alles sollte bis ins Detail passen, vom fressenden Nutztier über Bauern auf dem Feld und Touristen in der Altstadt bis hin zu Fahrzeugen mit ihren Insassen. Ziel war und ist ein möglichst genaues Abbild der Wirklichkeit.

Aber auch die anderen Zahlen beeindrucken. Die Schienenlänger der Spur H0 weist circa 250 Meter auf, die der H0e circa 20 Meter. 120 Weichen werden über Servomotoren angetrieben, 90 Signale über Digitaldecoder und rund 200 Gleisbelegmelder über HSI 88 und SX 1 Bus gesteuert.

Mit Volldampf voraus

2004 begann der Club mit der kompletten Digitalisierung seiner Anlage. Die Steuerung musste dazu komplett neu aufgebaut werden. Die Mitglieder verwendeten dazu drei getrennte Digitalsysteme, die jeweils einen eigenen Rechner besitzen, unterteilt nach Hauptanlage, Bahnbetriebswerk und Nebenbahn. Der Kraftakt war nicht nur zeit-, sondern auch finanzintensiv.

Sorgfalt steht auch heute noch im Mittelpunkt des rund 50-köpfigen HMBC. Und natürlich das Vereinsmotto: Immer mit Volldampf voraus!
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