Creaton macht Verlust

Die Creaton AG musste im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von sechs Prozent hinnehmen. Foto: Creaton
 
Creaton-Vorstand Stephan Führling (Bild) rechnet für 2016 beim Betriebsresultat wieder mit einem deutlich positiven Wert. Foto: Creaton

Das Ergebnisziel des Wertinger Tondachziegel-Herstellers Creaton, das eine leichte Steigerung vorsah, wurde im letzten Jahr deutlich verfehlt. Das räumte Vorstand Stephan Führling im aktuellen Jahresbericht des Unternehmens ein. Das Betriebsergebnis ging von einem Plus von 6,9 auf ein Minus von 5,3 Millionen Euro zurück. Insgesamt ergab sich so 2015 ein Netto-Verlust von 51,1 Millionen Euro. Im Jahr davor fuhr Creaton noch einen Gewinn von 5,9 Millionen Euro ein.

Führling bezeichnete den Markt als rückläufig und sehr preisumkämpft. Die Creaton AG habe zwar ihre Position in der Branche in Deutschland behauptet, dennoch aber einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 180,1 Millionen Euro hinnehmen müssen.
Dabei hatte Creaton auf die schwache Nachfrage und die damit verbundene niedrigere Kapazitätsauslastung sowie den hohen Preisdruck bereits reagiert. So wurden verschiedene Werke, darunter auch das in Wertingen (wir berichteten), temporär stillgelegt.
Am verfehlten Ergebnisziel waren auch die Belastung aus der Werksschließung in Dorfen – dort fielen hohe Abschreibungen sowie Restrukturierungs- und Abfindungsrückstellungen an - und die umfangreiche Wertberichtigung des Beteiligungsansatzes an der Tochtergesellschaft Creaton Kera-Dach GmbH verantwortlich, hieß es in der Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Hohe Strafzahlung

Hinzu kam ein erhebliches Kartellbußgeld. Die Strafe stammte aus dem seit 2006 laufenden Kartellverfahren wegen unerlaubter Preisabsprachen. Creaton zahlte in diesem Zusammenhang 39,9 Millionen Euro. Der Betrag liege deutlich unter der im Bußgeldbescheid aus dem Jahr 2008 ursprünglich genannten Summe, so das Unternehmens. Abzüglich der für das Verfahren vorsorglich gebildeten Rückstellung von 15 Millionen Euro ergab sich daraus dennoch ein außerordentlicher Aufwand von 24,9 Millionen Euro.
Das Creaton-Anlagevermögen verringerte sich wegen der Abschreibung von technischen Anlagen am Standort Dorfen und der Wertberichtigung von 90,8 auf 73,2 Millionen Euro. Auf der Passivseite belief sich das Eigenkapital wie 2014 auf 78,2 Millionen Euro, sodass die Quote von 52 auf 43,9 Prozent abnahm.
Die Rückstellungen lagen wie im Vorjahr bei 42,8 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten stiegen von 25,9 auf 54,3 Millionen Euro. Hier schlug vor allem ein Darlehen bei einem Schwesterunternehmen aus der Etex-Gruppe zu Buche, das zur Finanzierung der Kartellbußzahlung aufgenommen wurde.
Die Creaton AG tätigt nach eigenen Angaben rund drei Viertel des Geschäfts in Deutschland. Darüber hinaus exportiert sie weltweit. Die Aktiengesellschaft gehört mehrheitlich zur belgischen Etex S.A., Brüssel, die über ihre Tochtergesellschaft Etex Holding GmbH, Heidelberg, alle 4,2 Millionen stimmberechtigten Stammaktien hält. Zum Jahresende 2015 stieg die Zahl der Mitarbeiter im Stichtagsvergleich von 890 auf 907 Beschäftigte. Die Anzahl der Auszubildenden lag bei 29 (Vorjahr: 33).

Wichtigste Hausaufgaben erledigt

Um sich für die Zukunft besser aufzustellen, setzte Creaton bereits einige Pläne um. So legt das Unternehmen großen Wert auf eine intensivere Bearbeitung des Wohnungsneubaumarktes, zudem wurde die Vertriebsorganisation umgebaut. „Somit haben wir die wichtigsten Hausaufgaben erledigt und können mit Zuversicht in das laufende Jahr blicken, in dem sich unsere Umstrukturierungsmaßnahmen schrittweise positiv auswirken werden“, verdeutlichte der Vorstand.
Dabei blickte Stephan Führling realistisch auf die Marktsituation. Marktseitig werde auch 2016 sicherlich nicht einfacher. Er rechne deshalb erneut mit einem leichten Umsatzrückgang. Das Betriebsergebnis werde aus heutiger Sicht allerdings wieder mit einem deutlich positiven Wert aufwarten, war sich der Vorstand sicher. „2017 werden die getroffenen Maßnahmen dann in vollem Umfang zur Verbesserung des Unternehmensergebnisses beitragen.“ (spr)
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