Gewerbe sorgt sich

Die Straßensanierung der Ortsdurchfahrt von Buttenwiesen (Bild) ist ein langjähriges Projekt. Die dortigen Gewerbetreibenden fordern während der Bauphase Zufahrten zum Ortskern. Bislang fühlen sie sich mit ihren Anliegen von der Gemeinde im Stich gelassen. Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die gewerblichen Anlieger an der Ortsdurchfahrt in Buttenwiesen gehen in die Offensive. Sie fordern im Rahmen der geplanten Straßenerneuerung über die gesamte Bauzeit verbindliche halbseitige Zufahrten von Süd und Nord. Damit können Wohn- und Gewerbeanlieger und somit auch Kunden die Dienstleistungsbetriebe im Ortskern dauerhaft erreichen. „Wir äußern dies nicht als Bitte, sondern als klare Forderung“, betont Dr. Kurt Michel, der eine Gemeinschaftspraxis betreibt, gegenüber unserer Zeitung.

Viele Gewerbetreibende hadern mit den politisch Verantwortlichen in der Großgemeinde. „Seit rund zwei Jahren versuchen wir auf die Problematik für das Gewerbe bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt hinzuweisen“, heißt es in einem Offenen Brief. Das Schreiben wurde von Dr. Michael Kleine-Kraneburg (Zahnarztpraxis), Corinna und Florian Kratzer (Passiflora), Petra und Jürgen Mengele (Gasthof Grüner Baum), Regina Brandmair und Dr. Kurt Michl (Gemeinschaftspraxis), Johannes Riesinger (Apotheke) sowie Helga und Dietmar Roth (Rothstift/Post) im Namen aller Gewerbetreibenden von Buttenwiesen unterzeichnet.
Die Unterzeichner verdeutlichen, dass sie, statt über die lange Bauzeit von drei bis vier Jahren zu jammern, der Stadtverwaltung machbare Vorschläge präsentiert haben. Priorität hat dabei eine über die komplette Bauzeit eingerichtete Zufahrt von Süd und Nord. „Diese Lösung bestätigten unsere Kunden bei Umfragen als sinnvoll“, heißt es in dem Offenen Brief. „Leider wurden unsere Forderungen bisher weitgehend ignoriert und weitergearbeitet, ohne uns substanziell entgegenzukommen.“

Angst vor Existenznöten

Dabei wird von den Gewerbetreibenden die Erneuerung der Ortsdurchfahrt begrüßt. „Auch wir wollen eine Aufwertung des Ortsbildes und brauchen intakte Wasser- und Abwasserleitungen“, macht Dr. Kurt Michl aufmerksam. Gleichzeitig erinnert er aber auch daran, dass jahrelange Baumaßnahmen die Wohn- und Gewerbeanlieger enorm belasten. Beim schlimmsten Szenario würden Umsatzeinbußen zu Betriebsschließungen führen.
Noch seien in Buttenwiesen alle Bereiche des täglichen Lebens abgedeckt, so Dr. Kurt Michl. Eine fehlende Anbindung an das vorhandene Gewerbe im Ortskern während der Bauphase dürfe deshalb nicht aufs Spiel gesetzt werden, fordert er mit allem Nachdruck.

Intakte Situation beibehalten


Als Beispiel für die intakte Situation vor Ort nennt Michl Ärzte, Apotheke, Banken, Reha-Einrichtungen, Gastronomie, Post, Rathaus, Fahrschule und Fußpflege. Daneben gebe es weitere hoch frequentierte Betriebe wie Lebensmittel- und Zweiradgeschäft, Bäckerei, Metzgerei, Bettfederreinigung, Raumausstattung, Frisör und Getränkemarkt. Die Existenz aller dieser Firmen gelte es zu erhalten, fordert Michl. Hinzu kämen die Neueröffnungen an der Staatsstraße im Süden. „Dieses umfassende Angebot bedeutet wohnortnahe Lebensqualität“, so das Fazit der Gewerbetreibenden.
Die von der Gemeinde bisher vorgeschlagenen Lösungen wie bestmögliche Information zur Baustellensituation, halbseitig stets offene Ortszufahrt und die Umleitung des Fernverkehrs über Thürheim-Pfaffenhofen sehen die Gewerbetreibende als selbstverständlich an. Es sei immerhin Aufgabe der Planer und Bauherren, Beeinträchtigungen für Anlieger und Gewerbe zu minimieren, betonen sie.
Damit es zu keinen Existenznöten während der langen Bauphase kommt,
fordert das Gewerbe darüber hinaus gleichbleibende, rechtlich abgesicherte Zufahrten, kürzere Bauzeiten und ausreichend Parkplätze. „Nur so kann die bisher intakte Infrastruktur erhalten bleiben“, ist sich Michl sicher. Ein Kieshaufen, der im Weg liegt, könne bereits alle Planungen durcheinander bringen.

„Keine Bittsteller“

Dr. Kurt Michl sieht sich und die Gewerbetreibenden gegenüber der Gemeindeverwaltung nicht als Bittsteller. „Unsere Forderung sind erfüllbar“, verdeutlicht er und appelliert an die Professionalität der Verantwortlichen.

Von Siegfried P. Rupprecht
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