Aufklärungsquote gestiegen

Im Landkreis Dillingen gab es 2015 eine Steigerung bei der Aufklärungsquote. Es wurden zwei Prozent mehr Täter gefasst. Das ist aus dem Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Schwaben Nord ersichtlich. Foto: Polizei

Man muss ihn genau lesen. Sonst bleibt die Seriosität auf der Strecke. Gemeint ist der jetzt vom Polizeipräsidium Schwaben Nord vorgelegte Sicherheitsbericht für das Jahr 2015.

Dort werden in der Kriminalstatistik für den Landkreis Dillingen im abgelaufenen Jahr 3.770 Straftaten registriert. Im Vergleich zum 2014 zeigt sich damit ein Zuwachs um 842 Fälle. Das ist ein Plus um 28,8 Prozent. Beim unbedarften Leser schrillen da die Alarmglocken. Doch nimmt man die Zahlen ohne die Verstöße nach dem Ausländerrecht zur Hand, dann ergibt sich beim Vergleich der zurückliegenden zehn Jahre mit 2.729 registrierten Straftaten der niedrigste Wert.
Was steckt hinter diesen „ausländerrechtlichen Verstößen“, die Auslöser der starken Zunahme an Straftaten sind? Gleich eins vorweg: Sie haben nichts mit einem außergewöhnlichen Anstieg der Ausländerkriminalität zu tun. In diesen Bereich fließen Flüchtlinge ein. Sie haben durch ihre Einreise juristisch einen Verstoß gegen das Ausländerrecht begangen: Bis zu ihrer offiziellen Registrierung durch die Behörden war der Aufenthalt nämlich illegal.
Waren es im Landkreis Dillingen 2014 nur elf Fälle, so schnellten die Verstöße nach dem Ausländerrecht durch den großen Flüchtlingsstrom im letzten Jahr auf 1.041 Fälle. Bei der Herausrechnung dieses Bereichs bleiben die erwähnten 2.729 Straftaten übrig.

Vermögensdelikte nehmen zu

Nochmals zurück zu den insgesamt 3.770 Straftaten. Hier sind unter anderem vier Fälle gegen das Leben (gegenüber dem Vorjahr: plus von 100 Prozent), 49 Sexualdelikte (plus 8,9 Prozent), 538 Rohheitsdelikte (minus 4,3 Prozent), 774 Diebstähle (minus 11,4 Prozent) und 413 Vermögens- und Fälschungsdelikte (plus 9,3 Prozent) beinhaltet. Der Rest sind sonstige Straftaten und Fälle im Bereich der strafrechtlichen Nebengesetzte.
In der Kriminalitätsstruktur zeigt sich hier insbesondere ein Rückgang im Bereich der Rohheits-, Diebstahls- und Rauschgiftdelikte sowie der Sachbeschädigungen. Dem stehen zunehmende Fallzahlen vor allem bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten und den Verstößen gegen das Ausländerrecht gegenüber.

Mehr Täter gefasst

Eine positive Steigerung gab es bei der Aufklärungsquote. Sie beläuft sich im letzten Jahr auf 76,7 Prozent. Der Vorjahreswert lag bei 66,8 Prozent, demzufolge eine Verbesserung um 9,9 Prozent. Doch auch hier gilt – um mehr Objektivität einzubringen – die Herausrechnung der ausländerrechtlichen Verstöße. So liegt die bereinigte Aufklärungsquote bei 68,7 Prozent. Das ergibt gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um zwei Prozent.
Interessant auch der Blick auf die Entwicklung des Wohnungseinbruchdiebstahls. 2015 wurden 18 Fälle zur Anzeige gebracht. Im Vorjahr waren es noch 58 Fälle. Das bedeutet einen Rückgang von 69 Prozent.

Mehr Unfälle, weniger Tote

Ein anderes Bild zeigen die Verkehrsunfälle im Landkreis Dillingen. Hier ist im Jahr 2015 ein Anstieg um 8,19 Prozent zu verzeichnen. Dabei wurden 451 Verkehrsteilnehmer, also 7,12 Prozent mehr Personen als im Vorjahr, verletzt. Mit neun getöteten Personen sank allerdings die Zahl um 18,18 Prozent. Die schwerwiegendsten Ursachen der Unfälle gingen auf Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren (24 Prozent) zurück, gefolgt von der Missachtung der Vorfahrt und nichtausreichendem Sicherheitsabstand (jeweils 19 Prozent).
Noch einige Daten zum Landkreis Dillingen: Er hat knapp 93.500 Einwohner und weist eine Fläche von 792 Quadratkilometer auf. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 118 Einwohner pro Quadratkilometer. Die dortigen Bürger sind durchschnittlich 42,3 Jahre alt. Der Ausländeranteil liegt bei 6,7 Prozent.

Von Siegfried P. Rupprecht
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