Beim Kreisel läuft's nicht rund

Die engen Schleppkurven beim großen Laugnakreisel in Wertingen (Bild) bereiten Lkw-Fahrern oft große Probleme. Foto: Ulrike Hauke

Seit Mitte Dezember ist der komplette Kreisverkehr an der ehemaligen Laugnakreuzung in Wertingen befahrbar. Darüber zeigten sich damals Bürgermeister Willy Lehmeier, Stadtbaumeister Anton Fink und Landtagsabgeordneter Georg Winter erleichtert und erfreut (wir berichteten). Jetzt ist der dortige Kreisverkehr für die Stadt wieder ein Thema – allerdings anders als gewollt. Denn mit dem Bauwerk kamen auch Probleme. Ortsansässige Spediteure üben nämlich deutliche Kritik an den Fahrbahnbreiten beim Ein- und Ausfahren des Kreisels.

Der Frachtspeditionsdienst Stefan Eisenhofer mit Sitz an der Hettlinger Straße im Gewerbegebiet Geratshofen bemängelt vor allem die Abzweigungen von und nach Donauwörth. Sie seien die engsten Stellen am großen Kreisel, so der Inhaber.
Die Firma hat sich auf Sondertransporte, Volumentransporte, Eil- und Kurierfahrten spezialisiert. Zum Fuhrpark des Unternehmens gehören unter anderem Sattelzugmaschinen, Tieflader, Jumbozüge und Kranfahrzeuge. Das heißt: Die Firma fährt ihre Fuhren sowohl mit Lastwagen der Sonderlänge als auch mit normalen Transportfahrzeugen. „Derzeit weichen wir mit unseren langen Transportern nach Rieblingen aus und kommen so quasi von hinten nach Geratshofen rein“, verdeutlicht Stefan Eisenhofer. „Und das nur, weil sie an besagten Stellen überhaupt nicht um die Kurven kommen.“
Die Stadt ist über die offene und nachhaltige Kritik nicht erfreut. „Wir haben zu hören bekommen, man müsse sogar mit einem normalen Lkw regelrecht zielen, um die Kurven fahren zu können und nicht mit den Reifen an den Randsteinen hängen zu bleiben“, so Stadtbaumeister Anton Fink.
Die Stadt hat die Bemängelung zwischenzeitlich an die Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Krumbach und die Planer des Neusässer Ingenieurbüros Steinbacher weiter geleitet. Die seien erstaunt gewesen, so Bürgermeister Willy Lehmeier. Die Planer aus Krumbach und Neusäß hätten anhand ihrer Pläne gezeigt, dass normgerecht gebaut worden sei.

Nachbesserung unausweichlich

Für das Stadtoberhaupt ist jedoch die Praxis entscheidend und eine Nachbesserung unausweichlich. Im Alltag scheine es nicht zu klappen, formuliert Lehmeier. „Selbst wenn nach den geltenden Richtlinien gebaut worden ist, erwarten unsere Unternehmen, dass im Praxisbetrieb nicht minimalistisch gefahren werden muss, um sicher um die Kurve zu kommen“, verdeutlicht der Rathauschef. In Anbetracht der Tatsache, dass die Baustelle noch nicht abgeschlossen sei, müsse das Problem an den neuralgischen Stellen zeitnah behoben werden.
Der Transportunternehmer Stefan Eisenhofer hat hierzu einen Vorschlag formuliert. Er fordert auf, an diesen Abschnitten die Randsteine zu entfernen und die Grünfläche zu bepflastern. „Das ergibt ohne großen Aufwand mehr Straßenfläche.“ Dann seien diese Straßenstücke auch für seine Fahrzeuge befahrbar.
Übrigens: Die Bitte um eine Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung ist bis Redaktionsschluss weder das Staatliche Bauamt Krumbach noch das Ingenieurbüro Steinbacher nachgekommen. (ulha/spr)
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