Bleibt die Orgel stumm?

In der Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen sind zwei Organistenstellen unbesetzt: eine in der Pfarrkirche St. Stephan in Lauterbach, die andere in St. Anna in Frauenstetten (Bild). Foto: Siegfried P. Rupprecht

Gläubige, stattliche Kirchen und ein engagierter Pfarrer sind da – und auch schöne Orgeln. Doch bei Letzteren setzt das Problem ein. Die Instrumente in den Gotteshäusern St. Anna in Frauenstetten und St. Stephan in Lauterbach suchen einen Organisten. Die Suche gestaltet sich allerdings als extrem schwierig. So schwierig, dass sich Klaus Ammich, der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen, zu der unter anderem die Pfarrgemeinden Frauenstetten und Lauterbach gehören, nach eigenen Worten „Sorgen um die Kirchenmusik“ macht.

Die jetzige Situation geht auf die Abgänge zweier tüchtiger Organisten zurück. Josef Götz spielte rund sechs Jahrzehnte zuverlässig die Orgel im Dienst der Kirche, davon zuletzt zwölf Jahre in der Pfarrkirche St. Anna in Frauenstetten. Im Oktober verabschiedete Pfarrer Klaus Ammich den 83-Jährigen in den Ruhestand.
Ende Dezember beendete Julian Beutmiller seinen Dienst als fest
angestellter Kirchenmusiker in Lauterbach. Damit ist die zweite Organistenstelle in der Pfarreiengemeinschaft unbesetzt.
Für beide Ausgeschiedene bringt Pfarrer Ammich großes Verständnis auf. Josef Götz habe nach unzähligen Jahren als Organist altersbedingt seinen Abschied eingereicht, so der Geistliche. „Bei Julian Beutmiller lassen sich das Studium in Regensburg und die damit verbundenen Aufgaben und Verpflichtungen mit einem regelmäßigen Orgelspiel und den Proben des Chores nur mehr sehr schwer vereinbaren.“ Selbstverständlich habe das Studium und damit die Zukunftsperspektive Beutmillers Vorrang, betont Ammich im aktuellen Pfarrbrief.
Dennoch glimmt hier ein bisschen Hoffnung. Julian Beutmiller geht der Pfarrgemeinde Lauterbach nicht ganz verloren. „Er wird, so oft es geht, Aushilfen übernehmen und darum immer wieder zu hören sein“, freut sich der Pfarrer.

Bislang erfolglose Suche

Generell besteht das Problem aber weiter. Bislang konnte die Pfarreiengemeinschaft niemand für diese Organistenstellen finden. Selbst eine Nachfrage beim Ausbilder von Organisten im Dekanat blieb erfolglos.
Verschärft wurde die Situation in letzter Zeit noch durch einen krankheitsbedingten Ausfall. Dadurch waren zwei weitere Pfarreien für mehrere Wochen ohne Organist. So mussten von den verbleibenden Organisten die Dienste in bis zu vier zusätzlichen Pfarreien übernommen werden. „Was hier geleistet wird, geht weit über das normale Maß
Hinaus“, resümiert Pfarrer Ammich im Pfarrbrief.
Der Geistliche weiß aber auch, dass diese Belastungen und zusätzlichen Aufgaben nicht lange zugemutet werden können. „Überall gibt es auch Familien und meistens noch zusätzlich einen Beruf“, verdeutlicht Ammich. Diese Situation erfüllt ihn dann auch mit Sorge. „Wie geht es weiter? Wie werden die Gottesdienste musikalisch gestaltet sein?“, fragt er nachdenklich.
Doch: Vielleicht sprechen diese Zeilen bereits jemanden an, der für den Organistendienst in Frage käme. Weitere Informationen dazu erteilt das Pfarrbüro unter der Telefonnummer 08274/9979880. (spr)
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