Der Griff in die Kasse

Michael Wieland greift in die Kriegskasse. Foto: Cornelius Brandelik

Michael Wieland ist mit dem Heimatmuseum in Wertingen seit dem Aufbau des Museums im Schloss in den 1970er-Jahren eng verbunden. Darüber hinaus ist er bei verschiedenen Vereinen wie Volkshochschule, Schwimmverein und Missionswerk ehrenamtlich als Kassenprüfer tätig.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich Michael Wieland als Lieblingsobjekt im Heimatmuseum die Kriegskasse aussuchte, die im Erdgeschoss sinnigerweise vor dem Büro der Finanzverwaltung steht. Ihn fasziniert die handwerkliche Arbeit, vor allem das ausgeklügelte Schließsystem der Truhe. An ihr kam er täglich mehrmals vorbei, wenn er zwischen Bürgermeisterbüro und seinem eigenen Arbeitsplatz pendelte.

Großes Engagement im Ehrenamt

Michael Wieland, im November 1945 in Augsburg geboren, wuchs in Wertingen auf, ging dort zur Volks- und Mittelschule (heute Realschule) und machte beim Landratsamt Wertingen eine Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst. Bis zur Auflösung des Landkreises im Jahr 1972 war er in der Kreiskasse und in der Sozialhilfeverwaltung tätig.
Danach arbeitete er im Landratsamt Dillingen im Schulamt. 1976 kehrte er als Kämmerer der Stadt ins Wertinger Schloss zurück, das nun als Rathaus diente. Ab der Gründung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wertingen im Jahr 1978 war er Leiter der Finanzverwaltung der VG. Seit 2007 genießt er den Ruhestand.
Wieland schreibt seit 2007 in der Nachfolge von Rudolf Schönauer an der Chronik der Stadt. Ehrenamtlich war und ist er sehr engagiert: Er war Kassenwart beim Kreisjugendring Wertingen, Vorsitzender beim Kreisjugendring in Dillingen, Geschäftsführer bei der Volkshochschule und Jugend- und Übungsleiter in der Turnabteilung des TSV Wertingen. Seit 1995 übt er das Amt des Kirchenpflegers aus.

Geheimfach im Innern

Die Truhe ist aus massivem Eisen gearbeitet und weist innen ein extra abschließbares Geheimfach auf. An der Vorderseite befindet sich mittig und gut sichtbar zur Tarnung ein funktionsloses Schloss. Das eigentliche Schloss liegt durch eine Abdeckvorrichtung etwas versteckt im Truhendeckel.
Der Schließmechanismus befindet sich unter der aufwendig gefertigten Deckelunterseite, die mit ihren ziselierten Ornamenten und Figuren nur in geöffnetem Zustand zu bewundern ist. Die Kriegskasse dürfte dem 18. Jahrhundert entstammen.

Von Cornelius Brandelik
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